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Motorradbekleidung schützt nur, wenn man sie trägt

Vor allem Mopedfahrer verzichten im Sommer gerne auf schützende Bekleidung.

25.05.2009

Im Sommer haben Mopeds und Motorräder Hochsaison. Keine nassen und glatten Straßen trüben das Fahrvergnügen, und die Maschinen werden so oft als möglich in Einsatz gebracht. Einzig die schwere Motorradkluft ist für viele Lenker und Beifahrer unangenehm, kommt man bei hohen Temperaturen doch allzu leicht ins Schwitzen. Der Grund für viele Lenker, im Sommer auf die Ausrüstung zu verzichten. Der österreichische Motorradbekleidungsexperte "Racer" und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) haben daher im letzten Sommer 1.002 Moped- und Motorradfahrer beobachtet und anschließend 363 Personen online befragt, die ein Moped oder Motorrad besitzen bzw. regelmäßig Beifahrer sind. Ziel war es, herauszufinden, wie es um die Tragequote von Motorradschutzbekleidung in Österreich tatsächlich bestellt ist. Dabei wurden die Vermutungen bestätigt: Nahezu die Hälfte (49 %) der beobachteten Motorrad- und Mopedfahrer trug bei sonnigem, heißen Wetter keine geeignete Schutzbekleidung! Weniger als ein Drittel (27 %) war mit Vollausstattung (Handschuhe, Stiefel, Protektorenkombi bzw. Jacke und Hose sowie dem Rückenprotektor, wenn dieser nicht in der Kombi integriert ist) unterwegs. Die Helmtragequote wurde in dieser Studie nicht erhoben, da in Österreich Helmpflicht besteht.

Mopedlenker denken am wenigsten an ihre Sicherheit

Besonders interessant war der Vergleich zwischen den unterschiedlichen Zweiradtypen. Während zum Zeitpunkt der Beobachtung rund jeder fünfte Motorradlenker (18 %) keine Schutzbekleidung trug, waren sogar rund zwei Drittel (64 %) der Lenker von Klein- und Leichtmotorrädern ohne geeignete Kleidung unterwegs. Am allerwenigsten scheinen Mopedlenker an ihre eigene Sicherheit zu denken. Rund 9 von 10 Mopedfahrern (89 %) waren ohne schützende Bekleidungselemente unterwegs. Und das, obwohl der Verletzungsgrad der Lenker und Beifahrer bei einem Unfall vor allem von der richtigen Bekleidung abhängt!

Motorradjacke ist das beliebteste Kleidungsstück

Betrachtet man die Tragequoten der einzelnen Teile der Motorradbekleidung, so zeigt sich, dass Motorradjacke und Handschuhe am weitesten verbreitet sind. Die Befragung ergab, dass 95 Prozent der 363 Motorrad- und Mopedbesitzer sowie Beifahrer eine Motorradjacke und 93 Prozent Motorradhandschuhe besitzen. 87 Prozent haben eine Motorradhose und 82 Prozent der Lenker haben eigene Stiefel. Vergleicht man diese Zahlen mit der Beobachtung, so bleibt die Frage offen, warum nur 45 Prozent der beobachteten Lenker auch tatsächlich eine Motorradjacke trugen.

Leder und Textil decken unterschiedliche Anforderungen ab

Auf der Beliebtheitsskala der bevorzugten Materialien halten sich Leder und Textil die Waage. 50 Prozent der Befragten bevorzugen Leder, 50 Prozent Textilkleidung. Leder wird allerdings als sicherer angesehen und sieht nach Meinung der Zweiradbesitzer und Beifahrer besser aus. Textilkleidung wird dafür als bequemer und praktischer angesehen.

Beim Kauf von Motorradbekleidung auf Normen achten

Außer der Helmpflicht gibt es in Österreich keine gesetzlichen Regelungen zum Tragen von Schutzbekleidung für die Lenker und Mitfahrer von einspurigen Kraftfahrzeugen. Bei der Auswahl der Schutzbekleidung sollte daher darauf geachtet werden, dass die Produkte CE-geprüfte Protektoren enthalten, um die gefährdeten Köperteile zu schützen. Bei Jacken sind dies Ellbogen, Schulter und Rücken, bei Hosen Knie und Hüfte. Auch die Sommergarnitur muss über eine optimale Passform verfügen, das heißt die Protektoren dürfen bei einem Unfall nicht verrutschen. Die führenden Markenhersteller verwenden für heiße Tage auf dem Zweirad abriebfestes und atmungsaktives Material bei der Produktion von Schutzkleidung. Besonders wichtig ist nach Meinung der Experten auch das Tragen von heller, gut sichtbarer Kleidung, da drei Viertel aller Kollisionen
zwischen Pkw und Motorrad auf Übersehen zurückzuführen ist.

Quelle: KfV



 

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