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Mietwagen im Internet buchen: Rechtliche Infos und Tipps

Buchung über Internetplattformen oft günstiger


23.05.2012

Wer am Urlaubsort mobil sein will, bucht seinen Mietwagen meist schon im Voraus. Eine stichprobenartige Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt, dass die Buchung über Internetplattformen meist günstiger ist, als jene direkt bei den Leihwagenfirmen. Die Sparmöglichkeiten betragen bis zu 50 Prozent. Nicht an der falschen Stelle sparen sollte man dagegen bei der Haftpflichtversicherung. Da die gesetzlich vorgesehenen Haftpflichtsummen in manchen Staaten sehr niedrig sind, könnte die Haftpflicht im Falle eines Unfalls nicht ausreichen. Für den Rest müsste man selbst aufkommen. Hier lohnt es sich, niedrige Haftpflichtsummen gegen eine Zusatzprämie aufzustocken, rät der VKI.

Grundsätzlich gibt es keine generell günstigen oder teuren Anbieter. Die Preise sind je nach Ort, Saison und Konkurrenz stark unterschiedlich. Wie sehr man aber mit einem Vergleich einsparen kann, zeigt die Erhebung des VKI, die im März/April 2012 durchgeführt wurde. Dabei wurden Angebote auf den Seiten von Mietwagenfirmen wie Avis, Europcar, Hertz, Sixt und Sunnycars mit jenen von Internetplattformen wie autoeurope.at, billiger-mietwagen.de und mietwagen-check.de verglichen. Ausgewählt wurden vier Destinationen (Antalya, Dubrovnik, Kreta und Palma de Mallorca) unter folgenden Annahmen: eine Woche (7. bis 14. Juli 2012), Kompaktwagen, Versicherung ohne Selbstbehalt, Mitversicherung von Glas, Reifen und Unterboden.
Ein kleinerer Wagen für eine Woche Kreta kostete laut Erhebung zwischen 236 Euro (Peugeot 207 bei Sunnycars, billiger-mietwagen.de, mietwagencheck.de) und 343,46 Euro (Opel Corsa bei Hertz). Ein am Flughafen Dubrovnik gemieteter Ford Fiesta kam bei Hertz auf 502 Euro, wogegen dieser über mietwagen-check.de mit 241 Euro um die Hälfte günstiger gewesen wäre.

Einsparen kann man auch durch den Vergleich von Zusatzleistungen wie Navigationsgerät, Einwegmiete (der Wagen wird an einem anderen Ort zurückgegeben) und Kindersitz. Diese Preise sind fixiert und werden auch über Vergleichsplattformen nicht günstiger. Ein Navi kostet zwischen 8 Euro (Thrifty) und 14,52 Euro (Avis) pro Tag, Europcar verlangt einen Pauschalpreis von 101,64 Euro.

Ein wesentlicher Kostenpunkt bei Mietautos ist die Versicherung. "Hier lohnt es sich aber, eine niedrige Haftpflichtsumme gegen eine Zusatzprämie aufzustocken", rät VKI Versicherungsexpertin Gabi Kreindl. "Denn wenn man einen Unfall verursacht und die Haftpflicht nicht ausreicht, sind die Kosten selbst zu tragen.“ Empfehlenswert ist eine Vollkaskoversicherung. Ein Selbstbehalt kann durch Zahlung einer Zusatzprämie ausgeschlossen werden. Auf Vergleichsplattformen ist allerdings nicht immer ersichtlich, ob das Angebot mit oder ohne Selbstbehalt zu verstehen ist. "Schnäppchen" sollten daher besser hinterfragt werden, da sie häufig mit hohen Selbstbehalten geschönt werden.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) kennt viele Mietwagenanbieter aus der Beratungspraxis. Welche Probleme bei der Anmietung eines Autos auftreten können und wie sich Konsumenten am besten absichern, darüber informiert Georg Mentschl, Leiter des Europäischen Verbraucherzentrums, nachfolgend:

Eine häufige Beschwerde bei vielen Mietwagenfirmen betrifft die Verrechnung von Reparaturkosten für angebliche Schäden. Immer wieder werden Konsumenten nach Rückgabe des Fahrzeuges Schäden angelastet. Nachträgliche Reklamationen bleiben aufgrund fehlender Beweise oft erfolglos. Umso wichtiger ist, den Wagen vor und nach der Übernahme sorgfältig auf Mängel wie Blech- und Lackschäden zu kontrollieren. Mängel, die bereits vor der Übergabe vorhanden waren, sollten daher unbedingt in das Übergabeprotokoll aufgenommen werden. Auch bei der Rückgabe sollte man sich den tadellosen Zustand des Wagens bestätigen lassen.
Das EVZ rät, das Auto wenn möglich nicht außerhalb der Öffnungszeiten zurückzugeben. Das kann nicht nur zusätzliche Gebühren verursachen, sondern damit steigt auch das Risiko, dass angebliche Schäden "untergejubelt" werden. Wenn man das Mietauto auf dem Parkplatz abstellen und den Schlüssel einwerfen muss, sollte man dieses wenigstens von allen Seiten fotografieren, um später beweisen zu können, dass das Auto in tadellosem Zustand zurückgegeben wurde.

Ist der gebuchte Wagen vor Ort nicht verfügbar und wird alternativ ein größeres Modell angeboten, dann dürfen lediglich die Kosten eines Fahrzeugs der gebuchten Klasse verrechnet werden. Die höheren Spritkosten sind allerdings selbst zu tragen. Wird dagegen ein kleineres Auto als gebucht angeboten, ist auch nur das kleinere Auto zu bezahlen.

Auch wenn bei der Fahrzeugrückgabe keine Mängel festgestellt wurden, buchen Autovermieter manchmal Beträge über die Kreditkarten ab oder behalten den Selbstbehalt ein. Als Grund wird die Behebung von angeblichen Schäden am Auto angegeben. Wird am Mietwagenschalter eine Gebühr verlangt, die vorher nicht vereinbart wurde, sollte man sich unbedingt bestätigen lassen, dass man diese nur unter Vorbehalt der rechtlichen Klärung bezahlt. Grundsätzlich ist es ratsam, den Mietvertrag bzw. die Übernahmebestätigung sorgfältig durchzulesen und Unklarheiten oder zusätzliche Kosten im Vorfeld zu klären. Sämtliche Unterlagen einer vorangegangenen Onlinebuchung sollten gut aufbewahrt werden. Damit kann man verhindern, dass vor Ort ein anderer Preis verrechnet wird als vorweg vereinbart.

Reklamieren kann man nur beim Vertragspartner. Manche Unternehmen, die eine Onlinebuchung ermöglichen, sind nur Vermittlungsagenturen. Der Mietvertrag wird mit dem Mietwagenunternehmen vor Ort geschlossen. Besonders wichtig ist es, sämtliche Unterlagen gut aufzubewahren. Eine gute Dokumentation erleichtert die Reklamation wesentlich.

Eine Checkliste für die Anmietung von Autos sowie weitere Infos zum Thema finden Sie auf www.europakonsument.at. Den aktuellen VKI-Report zum Thema "Mietwagen online buchen" gibt es auf www.konsument.at sowie ab dem 24.5.2012 im Juni-KONSUMENT.