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Kia Picanto im Test

Die zweite Generation des Picanto ist eine komplette Neuentwicklung, und nur der Name ist der Alte geblieben. In unserem Test zeigt der Kleinwagen, was in ihm steckt.

Der Picanto ist Kias kleinstes Modell und jetzt in der zweiten Generation auf den Markt gekommen. Kia möchte mit dem Picanto in seiner Klasse neue Maßstäbe setzen, bis auf den Namen hat der neue Kleinwagen nichts mehr mit seinem Vorgänger zu tun.

Optisch fügt sich der Picanto harmonisch in die neue Kia-Designlinie ein, die Front wirkt zwar recht bullig, aber zugleich auch sehr knuffig, was dem kleinen Koreaner sehr gut steht. Die aufsteigende Kante an den Seiten, die in den gewölbten Heckleuchten endet, lässt den kleinen Kia zudem sehr dynamisch wirken. Beim Außendesign kann der neue Picanto also schon mal überzeugen, wenngleich Design natürlich immer Geschmacksache ist.

Für unseren Test haben wir den Picanto mit dem 1,2 Liter Benzinmotor mit 85 PS (62,5 kW) in der gehobenen Active-Ausstattung gewählt, die auch kaum noch Wünsche offen lässt.

Um 13.590 Euro hat der fünftürige Kleinwagen schon jede Menge Sicherheits- und Luxusextras an Bord, die teilweise in Fahrzeugen höherer Klassen noch nicht Standard sind. So sind neben ESP, ABS und 6 Airbags schon eine Klimaautomatik, 15“-Alufelgen, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Servolenkung, ein CD-Radio mit MP3-Funktion und i-Pod bzw. USB-Anschluss inkl. 6 Lautsprechern, LED-Tagfahrlicht, ein Bordcomputer, Sitzheizung vorne und sogar eine Lenkradheizung mit an Bord.

Das Schöne ist, dass der Picanto trotz der guten Ausstattung noch sehr günstig ist, jedoch in keinem einzigen Detail billig wirkt. Der Innenraum ist sehr wohnlich gestaltet, und die verwendeten Materialien wirken hochwertig. Zudem ist alles top verarbeitet und die Bedienung aller Funktionen einfach und klar. Ein Highlight ist dabei sicher das gut in der Hand liegende Lederlenkrad mit Lenkradheizung (!), welches an kalten Tagen die Finger schön wärmt.

Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist sehr großzügig, im Fond geht es jedoch recht beengt zu, was in dieser Fahrzeugklasse aber meist der Fall ist. Mit einem Kofferraum- volumen von 200 Liter ist der Picanto auch hier im Schnitt seiner Klasse anzutreffen.

Positiv fallen die vielen praktischen Ablagen auf, wie zum Beispiel die große Ablage in der Mittelkonsole vor dem Schaltknüppel, wo sich auch die Anschlüsse für i-Pod oder andere tragbare Musikquellen befinden. Die Becherhalter lassen sich bei Bedarf mit einem einfachen Knopfdruck ausklappen, zudem besteht die Möglichkeit, in den vorderen Türablagen auch eine Flasche unterzubringen.

Die Sitze haben nicht nur einen schönen Bezug, sondern sind auch sehr bequem. Sie sind auch langstreckentauglich, jedoch würde dann eine Mittelarmlehne vorne noch ein weiteres Komfortplus ergeben.

Aber nicht nur die Sitze sind auf langen Strecken perfekt, auch der 1,2 Liter MPI-Motor mit 85 PS (62,5 kW) passt sehr gut zum Picanto. Für den reinen Stadtbetrieb würde zwar die schwächere Motorisierung mit 69 PS durchaus reichen, der 85 PS-Motor macht aus dem Kleinwagen aber durchaus einen kleinen Flitzer.

Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird in 11,1 Sekunden erledigt, die Höchstge- schwindigkeit liegt bei 171 km/h. In der Praxis erlebt man einen sehr quirligen Antrieb, der gerade im Stadtverkehr schon bei niedrigen Drehzahlen für genug Leistung sorgt. Das maximale Drehmoment von 120,7 NM wird zwar erst bei 4.000 U/Min erreicht, trotzdem hat der Motor mit dem 980 Kilo leichten Picanto auch im unteren Drehzahlbereich leichtes Spiel.

Auf Überlandfahrten muss man zwar den Motor weit ausdrehen, um die ganze Leistung abzurufen, aber auch dann klappen Überholmanöver spielend leicht. Angenehm ist dabei auch, dass der Picanto für seine Klasse über eine tolle Geräuschdämmung verfügt. Selbst bei Autobahntempo ist der kleine Koreaner noch leiser als so manches Auto der Kompaktklasse.

Die geschwindig-keitsabhängige Servolenkung passt sich auch sehr gut der jeweiligen Fahrsituation an und ist angenehm direkt.

Gut gelungen ist auch die manuelle 5-Gang-Schaltung, die Gänge lassen sich einfach und auf kurzem Weg einlegen, lediglich der Retourgang neigt dazu, etwas hakelig zu sein.

Fahrwerk und Federung sind beim Picanto ganz auf Komfort ausgelegt, selbst kurz hintereinander folgende Bodenwellen bügelt der 359,5 cm kurze Kleinwagen weg wie nichts. Dafür ist er dann bei flotten Kurven schnell an sein Limit zu bringen, und auch auf Seitenwind ist er recht anfällig und verlangt nach einer festen Hand am Lenkrad.

Trotzdem ist der Picanto auch abseits der Stadt ein idealer Begleiter, wenngleich er seine Trümpfe vor allem in der City ausspielen kann. Das merkt man nicht nur an seiner Wendigkeit und guten Übersichtlichkeit, auch beim Verbrauch wird dies deutlich.

Im Schnitt sollte sich der kleine Kia mit 4,7 Liter Benzin pro 100 Kilometer zufrieden geben, ein Wert, der durchaus zu erzielen ist, wenn man von Autobahnfahrten absieht. In der Stadt lagen wir mit 5,5 Liter sogar unter der Werksangabe von 5,9 Liter, bei Autobahntempo schnellt der Durchschnittsverbrauch aber schnell Richtung 6,7 Liter. Im Schnitt hat sich der Verbrauch bei gleichmäßiger Fahrt in der Stadt, auf der Landstraße und der Autobahn bei 6,0 Liter eingependelt. Noch sparsamer und leiser wäre der Picanto mit einem 6. Gang zu bewegen bzw. auch mit dem ISG Start/Stopp-System, welches derzeit noch dem Topmodell "XR" vorbehalten bleibt.

Der neue Picanto mischt seine Klasse auf jeden Fall neu auf. Er ist wesentlich erwachsener geworden und bietet jede Menge Komfort. Mit seinem agilen Motor, der guten Serienausstattung und seinem Fahrkomfort kann er ebenso überzeugen wie mit einer tadellosen Verarbeitung und der langen Kia-Garantie.

Was uns gefällt:
Die gute Serienausstattung, wie leise der Kia für ein Auto seiner Klasse ist, der agile Motor

Was uns nicht gefällt:
Dass keine Mittelarmlehne vorne verfügbar ist, dass der Picanto nur 5 Gänge hat

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 2-
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2
  • Kofferraum: 2
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

TIPP: Mehr Kia News und Tests sowie die Kia Händler in ganz Österreich finden Sie hier.

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