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Was tun, wenn das Gaspedal klemmt?

Einer Aufforderung durch Fahrzeug-Rückruf sollte man unbedingt nachkommen. Reparaturen im Rahmen von Rückrufaktionen sind kostenlos.


04.02.2010

Die jüngste Rückrufaktion des größten Autoherstellers der Welt lässt aufhorchen - wie verhält man sich im Extremfall, wenn während der Fahrt das Gaspedal klemmt? Welche Aktion des Fahrers ist richtig und wie bringt er das Fahrzeug sicher zum Stehen?

Wenn das Gaspedal klemmt, während sich ein Fahrzeug in Fahrt befindet, so ist dessen Lenker schlagartig mit einer besonderen und extrem kritischen Situation konfrontiert. Von seinem richtigen Handeln hängt es ab, ob er in der Lage ist, das Fahrzeug sicher und kontrolliert zum Stillstand zu bringen und damit einen folgenschweren Unfall zu verhindern. Um in eine derart kritische Situation zu gelangen, muss nicht einmal ein technischer Mangel vorliegen. Es würde schon genügen, wenn sich eine nicht befestigte oder unpassende Fußmatte im Fußraum derart verschiebt, dass diese den Gaspedalmechanismus verklemmt und dadurch die Rückstellfunktion des Pedals blockiert ist.

Um sich in dieser Situation richtig zu verhalten, empfehlen die Experten des TÜV AUSTRIA folgende Verhaltensmaßnahmen:

  • Bei Fahrzeugen mit Gangschaltung: ausreichend stark Bremsen, um das Fahrzeug zu Verlangsamen, Auskuppeln, Fahrzeug außerhalb des Gefahrenbereiches kontrolliert zum Stillstand bringen, Motor abstellen.

  • Bei Fahrzeugen mit automatischem oder halbautomatischem Getriebe: ausreichend stark bremsen um das Fahrzeug zu Verlangsamen, Wählhebel wenn möglich auf Neutral stellen, Fahrzeug außerhalb des Gefahrenbereiches kontrolliert zum Stillstand bringen, Motor abstellen.

  • Nicht in Panik den Zündschlüssel aus dem Schloss ziehen - vor allem bei älteren Fahrzeugen, wo dies auch während der Fahrt möglich ist, kommt es sofort zu einem Blockieren der Lenkradsperre und der Wagen kann nicht mehr gelenkt werden.

  • Im Zweifelsfall vor der Fahrt und mit noch abgestelltem Motor einmal das Gaspedal ganz durchdrücken. Es muss nach dem Loslassen widerstandslos in seine Ausgangsstellung zurückkehren.

  • Keine unpassenden oder leicht verrutschenden Fußmatten verwenden. Fußmatten nicht "doppelt", d.h. Gummimatte über Textilmatte liegend, verwenden, sondern immer nur eine Matte.

  • Laufende Fahrzeugwartung gemäß Serviceplan von der Fachwerkstätte durchführen lassen.


"Rückrufe gehören zum Alltag der Automobilhersteller", weiß ÖAMTC-Techniker Robert Czarnecki. Der Club hat die Rückrufaktionen des vergangenen Jahres unter die Lupe genommen. Insgesamt 93 Mal hieß es im Jahr 2009 "zurück in die Werkstatt". Im Vergleich zum Jahr 2008 (105 Rückrufe) ist das ein Rückgang um 11 Prozent. "Über die Jahre betrachtet werden in Österreich im Schnitt knapp 96 Rückrufe pro Jahr durchgeführt", so der ÖAMTC-Experte. Betroffen sind durch die Bank alle Hersteller.

82 Prozent der Rückrufaktionen waren 2009 auf mechanische Mängel zurückzuführen. "Das sind z.B. die fehlerhafte Verlegung eines Kabels oder Schrauben mit nicht ordnungsgemäßem Anzugmoment", erklärt Czarnecki. In diese Kategorie fällt auch der aktuelle Massenrückruf von Toyota aufgrund des Gaspedal-Problems. 14 Prozent der Rückruf-Mängel waren elektronischer Natur, nur vier Prozent elektrischer Herkunft.

Die Fahrzeughersteller sind verpflichtet, intern laufend Qualitätskontrollen durchzuführen. Werden dabei sicherheitsgefährdende Mängel festgestellt, ist eine Rückrufaktion verpflichtend vorgeschrieben. Die Importeure müssen einerseits dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) sämtliche Daten wie Mangel und betroffener Fahrgestellnummernbereich übermitteln. Andererseits müssen sie umgehend die Kunden informieren. Viele tun das über den Versicherungsverband. "Das garantiert, dass auch Gebrauchtwagenbesitzer erreicht werden", weiß der ÖAMTC-Techniker. Einige Importeure nutzen diesen Service nicht und gehen lediglich nach den Informationen aus den hauseigenen Kunden-Datenbanken vor. Damit bleiben Gebrauchtwagenbesitzer oft unberücksichtigt. Der ÖAMTC fordert von den Importeuren eine einheitliche Verständigung der Kunden über den Versicherungsverband.

Autobesitzer sollten im Interesse ihrer Sicherheit einer Aufforderung zum Rückruf auf jeden Fall nachkommen - dies gilt auch im Hinblick auf nachteilige wirtschaftliche und rechtliche Folgen im Schadensfall. Reparaturen von Kraftfahrzeugen, die im Rahmen von Rückrufaktionen durchgeführt werden, sind grundsätzlich kostenlos.

Sämtliche für Österreich relevanten Rückrufaktionen sind auch in der ÖAMTC-Rückrufdatenbank unter www.oeamtc.at/rueckrufe abrufbar.

Quelle: TÜV, ÖAMTC, ots

 

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