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Ford Mustang GT Blue Edition im Test

Mit der Blue Edition hat Ford eine ganz spezielle Version des Mustang auf den Markt gebracht. Wir verraten im folgenden Test, was die US-Ikone zu bieten hat.

02.03.2018

In Nordamerika ist der Ford Mustang in etwa so häufig auf den Straßen zu sehen wie bei uns ein Ford Focus, was vor allem am günstigen Preis liegt. Bei uns muss man leider die hohen Steuern hinzu rechnen, womit der Mustang leider nur für wenige Menschen erschwinglich ist. Das ist sehr schade, denn der Mustang hat einiges zu bieten, was man heute nur noch ganz selten findet, allem voran den bärenstarken V8-Benzinmotor.

Für unseren Test haben wir diesmal die Fastback-Variante in Kombination mit dem V8 und Automatikgetriebe in der Blue Edition gewählt. Das Sondermodell kann nicht nur mit seiner auffällig blauen Lackierung begeistern, sondern hat ab Werk auch schon das neue Ford SYNC 3 mit AppLink, 8"-Touchscreen inkl. Navigation an Bord. Zusätzlich zählen noch Sportsitze, ein Keyless-System und viele weitere Goodies zur Ausstattung des speziellen Mustangs, der mit 66.729 Euro zu Buche schlägt - davon gehen allerdings unbescheidene 22.828,34 Euro an den Finanzminister.

Ein Highlight des Mustang ist sicher auch der Innenraum, der mit einem perfekten Mix aus Retro-Elementen und modernen Anzeigen eine perfekte Wohlfühl- atmosphäre bietet. Vor allem die Kippschalter in der Mittelkonsole, die sich neben dem Start-Knopf befinden, und die Hutze über dem Handschuhfach erinnern an den Ur-Mustang. Dabei verfügt der neue Mustang auch über jede Menge High-Tech, wie etwa das Ford SYNC3 Infotainmentsystem inklusive Navi. Die Bedienung ist sehr einfach, und man findet sich wirklich schnell zurecht. Auch die Darstellung der Navi-Karte kann mit einem modernen Design überzeugen. Trotz vieler Tasten am Lenkrad hat man auch hier schnell einen guten Überblick über alle Funktionen. Gut gelungen ist auch der Farbmix, der Innenraum wird von den Farben Schwarz und Silber dominiert, was dem Mustang sehr gut steht. Wie für US-Autos üblich, dürfen auch große Becherhalter nicht fehlen, zudem haben Fahrer und Beifahrer wirklich sehr viel Platz zur Verfügung.

Enger wird es hingegen im Fond, wo der Platz wirklich nur für kleine Kinder und Kurzstrecken ausreicht. Der Mustang ist in erster Linie aber ohnehin ein Fun-Auto und keine Familienkutsche. Das Kofferraumvolumen zeigt sich mit 408 Litern Fassungsvermögen hingegen für ein Coupé recht großzügig, schade nur, dass man die Fließheckform des Coupés nicht auch für eine große Heckklappe genutzt hat, da die Ladeluke etwas klein geraten ist.

Wer sich einen Ford Mustang kauft, wird das aber ohnedies alles in Kauf nehmen, da vor allem der Motor im Mittelpunkt steht. Erweckt man den 5,0 Liter-V8 mittels Knopfdruck zum Leben, zaubert einem der unverwechselbare V8-Sound sofort ein Lächeln ins Gesicht. Es ist wirklich schön, dass es einen solch unverwechselbaren Sound heute noch gibt. Egal wie sehr sich die Motor-Spezialisten auch anstrengen mögen, den modernen Turbomotörchen einen eindrucksvollen Sound zu vermitteln, an den echten V8-Sound im Mustang werden sie auch in 100 Jahren niemals heran kommen.

Wer früh morgens aus dem Haus muss, wird sich allerdings mit dem Motorsound nicht viele Freunde in der Nachbarschaft machen, hier verheißt die in den Startlöchern stehende neue Version des Mustangs Abhilfe. Dieser bekommt nämlichen einen eigenen "Gute Nachbarschaft"-Modus, wo der Sound beim Start zurückhaltender ist. Das sonore Blubbern des V8 im Stand vermittelt dem Fahrer, dass der Mustang schon darauf wartet, seine ganze Kraft entfalten zu dürfen. Vom Sound her vermittelt er aber bereits hier den Eindruck, dass er im Stand mehr Benzin konsumiert als andere Autos bei Vollgas.

Wer die 422 PS (310 kW) mit einem beherzten Tritt aufs Gaspedal entfesselt, sollte auf jeden Fall auf eine trockene Fahrbahn achten. Schon hier hat die Elektronik alle Hände voll zu tun, um die 524 Nm Drehmoment, die bei 4.250 U/Min geliefert werden, auf die Straße zu bringen. Das Heck wackelt dabei trotz aller Elektronik wie der Hintern einer brasilianischen Samba-Tänzerin beim Carneval von Rio, bevor die Reifen irgendwann genug Gripp haben, um das Wildpferd wieder auf der Spur zu halten. Bei nasser Fahrbahn sollte man den Gasfuß auf jeden Fall im Zaum halten, denn dann kommt auch die Elektronik an ihre Grenzen, und man hat das Heck schneller neben sich, als es einem lieb ist.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen dabei trotz aller Reibungsverluste nur rund 5,0 Sekunden, untermauert wird das Ganze natürlich weiterhin vom einmaligen V8-Sound. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Ford Mustang V8 GT bei 250 km/h, wobei er noch schneller sein könnte, wenn die Elektronik den Vorwärtsdrang nicht beenden würde. Passend zum V8 und den amitypischen Attributen des Mustangs ist auch die 6-Gang-Automatik, die nicht sehr schnell, dafür aber umso sanfter die Gänge wechselt.

Über zu wenig Kraft kann man sich aber niemals beklagen, es ist eher schwierig, den Mustang im Zaum zu halten. 30 km/h-Zonen nimmt der edle Gaul im Standgas, und selbst die im Ort erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erreicht man, wenn man das Gaspedal nur zärtlich streichelt. Egal aus welcher Geschwindigkeit heraus man voll aufs Gaspedal steigt, der Mustang galoppiert sofort freudig und mit viel Elan los. Die sehr direkte Lenkung kann in verschiedenen Modi eingestellt werden, ebenso die Charakteristik des Fahrzeugs. Der Fahrer kann beim Setup neben dem Normal-Modus auch einen Sport-, einen Track- und einen Regen/Schnee-Modus wählen. Der Mustang vermittelt dabei auch einen guten Kontakt zur Straße, man sollte halt in Kurven nicht unbedingt zu heftig das Gaspedal betätigen, um das Heck im Zaum zu halten.

Beim Verbrauch zeigt sich, dass der Mustang-Motor nicht auf einen perfekten Normverbrauch hin getrimmt wurde und in der Realität einige Liter mehr konsumiert. Wir haben zwar die vom Werk angegebenen 12 Liter pro 100 Kilometer nicht ganz erreicht, sind aber auf immer noch nicht weit entfernte 12,7 Liter gekommen. Die 12 Liter wären im Bereich des Möglichen gelegen, hätten wir unseren Gasfuß nur manchmal dosierter eingesetzt. Doch das ist schwieriger als man denken sollte, man giert nämlich danach, den wunderbaren V8-Sound zu hören, wenn man schon mal die Möglichkeit hat.

Auch wenn Öko-Freaks beim Anblick des Ford Mustang den Satan sehen, so wird er bei Auto-Fans immer einen besonderen Stellenwert haben. Es ist schön, dass es noch Autos wie den Mustang V8 mit so viel Charakter, Charme und hohem Spaßfaktor gibt.

Was uns gefällt:

Das Design, die Retro-Elemente, der V8-Sound, der Fahrspaß, das Cockpit, der Charakter

Was uns nicht gefällt:

Die hohen Steuern, die den Preis so nach oben treiben und dass das Heck leicht aus der Ruhe zu bringen ist

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 3
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3

Tipp: Mehr Ford News und Tests sowie die Ford Händler in Österreich finden Sie hier.

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