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Der neue Ford Ka+ im Test

Ford bringt mit dem Ford Ka+ einen neuen Kleinwagen mit fünf Türen auf den Markt. Wir haben seine Alltagstauglichkeit getestet.

25.08.2017

Der neue Ford Ka+ basiert auf der selben Plattform wie Fords Fiesta, B-Max oder EcoSport. Somit soll auch garantiert werden, dass seine 3,92 m Gesamtlänge optimal genutzt werden. Außerdem hat man damit einen weiteren Cityflitzer als Alternative zum Fiesta auf dem Markt. Dabei bleibt Ford Europa mit dem Modellangebot überschaubar. Es gibt nämlich nur zwei. Entweder die 70 PS-Motorisierung mit der Ambiente-Ausstattung, oder die von uns gewählte 85 PS-Version in der Trend-Ausstattung.

Startet der schwächere Ka+ mit einem Preis knapp unter 10.000 Euro, liegt unser Testfahrzeug in der Serienausrüstung mit 11.450 Euro nur ein wenig darüber. Dafür gibt es vom Werk aus einige optische Aufhübschungen außen, wie zum Beispiel die Seitenspiegel in Wagenfarbe lackiert mit integrierten und elektrisch einstellbaren Blinkern oder Stoßfänger sowie Türgriffe in Wagenfarbe. Diese ist in unserem Fall Sahara-gelb, was uns das Suchen auf großen Parkplätzen erleichtert, aber auch die Insekten auf ihn fliegen lässt.

Der Ka+ besitzt darüber hinaus das IPS- Intelligent Protection System und ISOFIX-Halterung. Berganfahr- assistent, ESP/ASR, Nebelscheinwerfer mit Nebelschlussleuchte und elektro-mechanische Servolenkung und elektrische Fensterheber vorne gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Bei der Trend-Ausstattung kommt dann noch das Audiosystem CD inkl. Ford SYNC mit AppLink und Notrufassistent, Klimaanlage und MyKey-Schlüsselsystem dazu.

Letzteres bezeichnet einen individuell programmierbaren Zweitschlüssel, um nicht zu sagen eine indirekte Spaßbremse. Mit ihm kann man unter anderem die Höchstgeschwindigkeit und die Radiolautstärke begrenzen sowie die Sicherheitssysteme nicht abschaltbar machen. Überschreitet man das eingestellte Geschwindigkeitslimit, warnt der Ka+ vorsorglich. Nun heißt es Vorsicht, wenn Papa oder Mama freiwillig den Schlüssel hergeben. Dann ist Schluss mit lauter Musik und Kurvenheizen mit dem Ka+. Dafür können die Eltern beruhigter schlafen.

Zusätzlich wurde unser Test-Ka+ mit ein paar Extras aufgebrezelt. So besitzt das eingebaute Komfortpaket nicht nur elektrisch anklappbare Seitenspiegel oder elektrische Fensterheber für hinten, sondern auch - obwohl aufgrund seiner Übersichtlichkeit nicht wirklich nötig - Parksensoren am Heck. Die dunkel getönten Scheiben ab der B-Säule schützen den Innenraum vor neidischen Blicken. Diese können sich stattdessen an den 15-Zoll-Leichtmetallrädern im 5x2-Speichendesign satt sehen. Seine manuelle Klima wird durch eine mit automatischer Temperaturkontrolle und Pollenfilter ersetzt. Für den Winter praktisch sind die beheizbaren Vordersitze. Nachdem der Ka+ keinen Platz hat für ein großes Staufach zwischen den Sitzen, verfügt der Fahrer über eine eigene Armlehne.

Inklusive all dieser Extras steigt nun der Preis unseres Ka+ auf 13.660 Euro. Dafür zeigt sich der Cityflitzer gut gerüstet und schön verarbeitet. Der Innenraum besitzt ansprechende Klavierlackakzente, ist übersichtlich und weiß einfach zu gefallen. Uns überzeugte der Fünftürer aber in erster Linie durch sein Raumangebot. Selbstverständlich immer in Hinblick auf seine Gesamtgröße. Obwohl er um 4 cm kürzer ist als der Fiesta, bietet er immerhin 3 cm mehr Kopffreiheit. Dadurch fühlen sich auch größer gewachsene Personen im Innenraum wohl. Durch den Verzicht auf eine gemeinsame Mittelarmlehne hat man kein beengendes Gefühl vorne. Recht schnell findet sich eine angenehme Position hinter dem Lenkrad. Hier helfen die Einstellmöglichkeiten von Volant und Fahrersitz.

In Sachen Sitzkomfort setzt Ford auf feste, aber dennoch bequeme Polsterung. Die gerade nicht konturierte Bank im Fond ermöglicht die optimale Ausnutzung der Fläche, sitzt man doch einmal zu dritt. Ideal wäre aber die Doppelbelegung. Gerade wenn man Kindersitze hinten befestigt, ist der mittlere Platz nur für schmale Figürchen nutzbar.

Bei den Verstaumöglichkeiten im Innenraum zeigt sich Ford großzügig. Geschickt angelegte Türablagen, ein kleines verstecktes Fach im Armaturenbrett seitlich, ein Handyfach vorne unter der Klimaanlage gleich in der Nähe des USB- und AUX-Anschlusses, aber auch die unterschiedlichen Fächer zwischen den Vordersitzen mit insgesamt vier Becherhaltern schlucken wirklich alle Utensilien, die man mitführt. Vom großen Handschuhfach ganz zu Schweigen. Dank der 60:40 Umklappmöglichkeit der Rücklehne kann man den Stauraum des Ka+ von 270 Liter auf 849 Liter erweitern. Damit liegt er zum Beispiel deutlich über dem des Renault Twingo bzw. hat auch 10 Liter mehr Fassungsvermögen als der Kofferraum des Suzuki Ignis. Ein wenig hat uns irritiert, dass sich die Heckklappe nur mit Schlüssel oder von innen per Taster öffnen lässt, was im Alltag wenig praktisch ist.

Motorisch rüstet Ford den neuen Ka+ mit einer laut Hersteller besonders effizienten 1,2 Liter-Version aus der Duratec-Motorenfamilie aus. Seine 85 PS sind ideal für den Stadtbetrieb, aber auch Überland lässt sich der Ka+ gut bewegen. Einzig bei Überholmanövern oder beim Beschleunigen nach Baustellenbereichen merkt man das Fehlen manch zusätzlicher Rösser. Aber wenn man sich dessen bewusst ist, kalkuliert man die Beschleunigungsansprüche einfach anders und schaltet zurück. Den Ampelsprint absolviert er in 13,9 Sekunden, bei 1.055 kg Eigengewicht wäre jedoch sicher noch mehr möglich. Gerade im unteren Drehzahlbereich würde man sich mehr Antrittsstärke wünschen. Der kleine Ford entfaltet die volle Kraft erst bei 6.300 Umdrehungen. Seine 112 Nm Drehmoment kommen ebenfalls erst bei 4.000 Touren zur Geltung.

Doch ist der Ka+ erst in Fahrt, gibt es nach oben kein Halten mehr. Wind- und Motorengeräusche dringen dank guter Dämmung kaum in den Innenraum. Somit sind dem Ford erst bei 166 km/h Grenzen gesetzt. Das präzise zu schaltende 5-Gang-Getriebe wurde gut übersetzt. Man vermisst im Alltag auf Autobahnen auch nicht wirklich den 6. Gang. Puncto Fahrwerk hat Ford ganze Arbeit geleistet. Perfekt für die Stadt fanden wir sein agiles Handling und die leichtgängige Lenkung. Trotzdem ist die Gesamtabstimmung von Federn und Dämpfern im eher straffen Bereich angesiedelt. Dies vermittelt  beim zügigen Kurvenfahren ein sicheres Fahrgefühl.

Laut Hersteller verbraucht unser Ford 6,3 Liter in der Stadt bzw. 4,8 Liter Benzin im Drittelmix. Diese Werte waren für uns nicht erreichbar. Wir haben den Ka+ während unserer Testzeit mit einem Verbrauch von 7,1 Liter bewegt.

Das Fazit für den Ka+ ist ein wenig durch seine Motorperformance getrübt. Gerade ein Stadtflitzer könnte mehr "Schub von unten" vertragen. Ansonsten ist der Kleine wirklich hübsch anzusehen - außen wie innen und bringt alle Features mit, die man sich für einen Zweitwagen oder einen kleinen Einsteiger erwartet. Gerade der Preis inklusive 5 Jahre Garantie kann sich sehen lassen.

Was uns gefällt:

Preis, Interieur und Ablagen, Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

Motor könnte spritziger und sparsamer sein, Heckklappe nur von innen oder mit Schlüssel zu öffnen

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 3

Tipp: Mehr Ford News und Tests sowie die Ford Händler in Österreich finden Sie hier.

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