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Ford Focus Traveller im Test

Der neue Focus Traveller soll Familien und Fuhrparkchefs begeistern. In unserem Test zeigt die wohl vernünftigste Version des kompakten Kombis, was sie kann.

04.10.2011

Mit dem neuen Focus hat Ford seine Kompaktklasse auf komplett neue Beine gestellt. Sowohl was die Optik, als auch, was die Technik betrifft. Immerhin kommen im Focus bis zu 27 Assistenzsysteme zum Einsatz, so viele wie in keinem anderen Auto seiner Klasse. Besonders interessant ist der Focus dabei sicher als Traveller, der sowohl für Familien, als auch für Firmen ein interessantes Modell darstellt. Die unterschiedlichen Anforderungen der Zielgruppe unter einen Hut zu bringen, ist sicher keine leichte Aufgabe.

Für unseren Test haben wir aber die Version gefunden, die wohl für jeden Geschmack das Passende bietet, nämlich den 1,6 Liter Diesel mit 115 PS in der Topausstattung "Titanium". Um 26.850 Euro bekommt der Kunde zum einen den sparsamen Diesel und zum anderen eine Ausstattung, die kaum noch Wünsche offen lässt. Serienmäßig hat man der Titanium-Linie schon Lederlenkrad, ein Sony Audio-System mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einen Berganfahrassistent (HLA), die Ford Power-Startfunktion, eine elektronische 2-Zonen-Klimaautomatik, eine Mittelarmlehne mit Staufach vorne, Tempomat mit Tempobegrenzer, 16“-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer und Regen- sowie Lichtsensor mit auf den Weg gegeben.

Natürlich findet sich aber auch hier noch Platz für mehr, unser Testauto hatte unter anderem noch das Ford SD Navigations- system, eine Dachreling in Silber, das Family Paket, das Easy Driver Paket Plus mit automatischer Einparkfunktion, das Sitz Paket Luxury inkl. elektrisch verstellbarer Sitze, das Titanium Style Paket mit 17“-Leichtmetallfelgen, abgedunkelten hinteren Scheiben und Metallic-Lackierung sowie das Fahrer Assistenz Paket inkl. Active City Stop, aktivem Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, Toter-Winkel-Assistent, Verkehrsschild-Erkennungssystem und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln.

Selbst wenn sich die Liste der Optionen sehr teuer anhört, der Endpreis des Test-Focus  liegt bei 31.235,67 Euro, was angesichts der üppigen Zusatzausstattung recht human erscheint.

Hinzu kommt dann noch ein wirklich sehr gutes Platzangebot, der Traveller fühlt sich deutlich geräumiger als der Hatchback-Focus an. Auch das Kofferraumvolumen, welches von 476 bis 1.516 Liter reicht, ist ordentlich bemessen.

In der Titanium-Ausstattung hat das Interieur einen sehr sportlichen Touch. Die Teilleder-Sportsitze und viele Chrom-Dekor-Einlagen sorgen für eine entsprechende Atmosphäre. Dafür gibt es bei der Materialwahl einiger Kunststoffe und der Verarbeitung noch leichtes Verbesserungspotential.

Ohne Tadel sind die bequemen Sitze und die Funktionalität. Zwar wirken die vielen Schalter und Knöpfe im ersten Augenblick etwas abschreckend, man findet sich aber schnell zurecht, bis auf die sehr verwechselbaren Bedieneinheiten am Lenkrad, die man auch nach längerer Zeit noch gerne verwechselt.

Im Innenraum-Kapitel hat sich der praktische Focus Traveller aber im Großen und Ganzen sehr gut geschlagen. Bleibt die Frage, wie das sportliche Ambiente zum eher schwachen Motor passt.

Die Eckdaten lesen sich zunächst einmal recht unspannend. Der 1,6 Liter Duratorq TDCi Motor verfügt über eine Leistung von 115 PS (85 kW) und ein maximales Drehmoment von 270 NM, welches zwischen 1.750 und 2.500 U/Min bereit steht, mit einer Overboost-Funktion aber kurzfristig auf 285 Nm gesteigert werden kann. Der Motor verhilft dem mindestens 1,4 Tonnen schweren Focus Traveller laut Hersteller zu einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und zu einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 12,7 Sekunden.

Schon nach den ersten Metern mussten wir gleich mal nachprüfen, ob auch tatsächlich die Leistung laut Zulassungsschein nur mit 85 kW angegeben ist. Der kleine Focus-Motor fährt sich nämlich so agil, dass man ihm durchaus auch 140 PS zutrauen würde. Lediglich bei Bergpassagen merkt man dann doch, dass sich der Motor etwas abmüht, den Kombi bei Laune zu halten.

Im Stadtbetrieb, aber auch Überland lässt es sich jedoch sehr gut mit dem kleinen Diesel leben. Großes Lob verdient auch die Geräuschdämmung, egal bei welcher Geschwindigkeit, man merkt kaum, dass man in einem Diesel unterwegs ist.

Gut abgestimmt ist auch die serienmäßige 6-Gang-Schaltung, die nicht nur leicht zu schalten geht, sondern bei der auch die Gänge sehr angenehm übersetzt sind, was zum einen der Sparsamkeit zuträglich ist, und zum anderen das Geräuschniveau niedrig hält.

Fahrwerk und Federung sind Focus-typisch perfekt abgestimmt. Kaum ein anderer Kombi seiner Klasse bietet ohne zusätzliche Adaptionen so viel Fahrspaß, aber auch so hohe Reserven bei flotter Kurvenfahrt. Dabei ist der Focus gar nicht hart, sondern auch auf weiten Strecken sehr angenehm gefedert, was ihn durchaus auch für Vielfahrer zum Siegertyp macht.

Die vielen Assistenzsysteme unterstützen dabei den Fahrer sehr gut. Gerade das Active City Stop-System kann im Stadtbetrieb bis zu einem Tempo von 30 km/h Unfälle großteils vermeiden, aber auch der Spurhalteassistent kann mit seinen Diensten überzeugen.

Ob man sich das Einparken vom Auto abnehmen lassen möchte, muss jeder für sich entscheiden. Für jene, die das gerne das Auto erledigen lassen, ist auch der oftmals weitere Abstand zur Gehsteigkante kein Problem, da sie selbst wohl ohnedies noch weiter entfernt einparken würden.

Mit gemischten Gefühlen haben wir den Verbrauch betrachtet. Die vom Werk angegebenen 4,2 Liter sind nur von absoluten Spritsparprofis zu erreichen. Im Schnitt lag der Testverbrauch bei 5,8 Liter, womit er zwar noch immer recht sparsam unterwegs, vom Sparwunder aber doch rund einen Liter entfernt ist.

Dass der Focus Traveller 1,6 TDCi Titanium aber sowohl Familien, als auch Fuhrparkchefs glücklich machen kann, hat er in unserem Test bewiesen. Er ist sowohl in der Stadt spritzig und wendig zu fahren, als auch auf weiten Strecken als Auto für Vielfahrer bestens geeignet. Dass die vielen Assistenzsysteme die Sicherheit nochmals steigern, ist ein weiterer großer Pluspunkt des Focus.

Was uns gefällt:

Der spritzige Motor, die Assistenzsysteme zur Steigerung der Sicherheit, das Platzangebot, dass der Traveller noch stimmiger als der 5-Türer ist.

Was uns nicht gefällt:

Die Verarbeitung haben wir bei Ford schon mal besser gesehen.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 2
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 2-
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1-
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 2
  • Übersichtlichkeit: 1

TIPP: Mehr Ford News und Tests sowie die Ford Händler in ganz Österreich finden Sie hier.

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