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Der neue Ford Fiesta im Test

Seit September 2017 ist der neue Ford Fiesta auf Österreichs Straßen zu finden. Was der Dauerbrenner zu bieten hat, lesen Sie im folgenden Testbericht.

16.01.2018

Bereits seit 1976 gehört der Ford Fiesta zur fixen Produktpalette des Konzerns. Produktionsstätte ist seit 1979 das Ford-Werk in Köln-Niehl, welches zur Produktion der achten Generation mit großen Investitionen aufgerüstet wurde. Derzeit ist der Kölner Cityflitzer in den vier Ausstattungen Trend, Titanium, ST-Line und Vignale erhältlich. Für Anfang 2018 sind zwei zusätzliche Modelle namens "Active" für Crossover-Freunde bzw. "ST" für die Sportler unter uns schon fix vorgemerkt.

Für den aktuellen Test haben wir uns den kleinen Ford mit der Ein-Liter-Motorisierung in der Titanium-Ausstattung in die Garage geholt. Der Startpreis dafür liegt bei 16.300 Euro.
Schon ab der Basisausstattung ist der Kölner gut ausgestattet und verfügt über zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme wie zum Beispiel einem Fahrspurassistent, Stabilitätsprogramm oder Sicherheits-Bremsassistent. Fords IPS-Intelligent Protection System ist ebenfalls mit an Bord.

Die Titanium-Ausstattung bietet aber noch einige Extras mehr. So gibt es eine Ambiente- beleuchtung vorne und Chromdekor unterhalb der Seitenscheiben. Eine manuelle Klimaanlage sorgt für den nötigen Komfort. Überhaupt wirkt das Interieur des kleinen Ford sehr hochwertig und vor allem modern-frisch. Seinen Beitrag dazu leisten das Lederlenkrad im Drei-Speichen-Design mit allen wichtigen Bedienelementen für die Multimediaanlage und den Bordcomputer, sowie der Dachhimmel aus dunklem Webstoff.

Damit man sich rundherum wohl fühlt, besitzt der Fiesta Sportsitze vorne mit einstellbarer Lendenwirbelsäule. Diese bieten dank verstärktem Seitenhalt und fester Polsterung einen hervorragenden Sitzkomfort. Außerdem lassen sie sich aufgrund des zusätzlich erhältlichen Winterpakets dreistufig beheizen. Durch das höhen- und tiefenverstellbare Lenkrad findet man rasch eine angenehme Sitzposition.

Ford Sync3 mit AppLink und aufgesetzt montiertem 6,5-Zoll Touchdisplay, zwei USB-Anschlüssen, sechs Lautsprecher und Notrufassistent gehören ebenfalls zur Titanium-Ausstattung. Sehen und gesehen wird man sicherlich durch das Tagfahrlicht mit LED-Technik, LED-Rückleuchten sowie Nebelscheinwerfer.

Eigentlich müsste man glauben, dass ein derart gut gerüsteter Stadtflitzer damit rundum versorgt ist. Aber Ford zeigt typisch deutsche Gene und greift noch tief in die Optionskiste, um den Fiesta wirklich komplett aufzumotzen. Knapp 5.000 Euro an Extras wurden in unserem Testfahrzeug noch verbaut. Dadurch landen wir bei einem finalen Gesamtwert des Fiesta von 21.271 Euro. Sicherlich ist dies kein Schnäppchenpreis, aber bis auf einen Tempomat mangelt es nun bei dem kleinen Kölner an nichts. Leider haben wir gerade diesen während unserer Testzeit auf den Autobahnen kläglich vermisst. Zwar gibt es eine ausladende Steuerung des Speedlimiters auf dem Lenkrad, aber für eine Kombination der beiden Systeme, wie bei den meisten Herstellern üblich, reichte es leider nicht.

Dafür hat Ford für uns ganz viele Päckchen mit komfortablen Goodies geschnürt. So finden wir beim Fiesta ein Winter-Paket 1, ein Fahrer-Assistenz-Paket 1, das Easy-Driver Paket 2, das Titanium Interieur Design Paket 2, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Klimaanlage mit automatischer Temperaturkontrolle, elektrische Fensterheber hinten, einen variablen Gepäckraumboden und Metallic-Lackierung.

Mit 1.038,51 Euro der fetteste Posten in unserer Optionsliste ist das Premium-Navi inkl. Ford Sync3 und B&O Play mit dem externen CD-Player. Dieses sorgt nicht nur dafür, dass wir den schnellsten Weg ans Ziel finden, sondern diesen auch mit dem wirklich satten Klang unserer Lieblingsmusik genießen können. Sehr praktisch, weil nahezu unbemerkt, funktioniert Fords Türkantenschutz, der beim Öffnen der Tür schützend über die Kante ausklappt. Der Parkassistent ist grundsätzlich aufgrund der Fahrzeuggröße und der guten Übersichtlichkeit rundherum nicht wirklich notwendig. Man gewöhnt sich aber rasch an derlei Komfort.

Der Sitzkomfort unterliegt beim Fiesta wie bei allen Kleinwagen einem Kompromiss. Besetzt man auch die Rückbank, so werden große Erwachsene mit der Knie- und Beinfreiheit nicht wirklich komfortabel auskommen. Während unserer Testzeit nahmen im Fond stets zwei Kinder mit 130 und 150 cm Körpergröße Platz, die keinerlei Schwierigkeiten hatten. Die nur leicht konturierte Sitzbank hinten ermöglicht auch eine Notbelegung für Kurzstrecken zu dritt. Erstaunlich groß erscheint uns der Kofferraum, der dank des variablen Gepäckbodens vor allem mit Höhe aufwarten kann. 303 Liter sind es im Normalfall, bei umgeklappter Rückbank passen 984 Liter Gepäck hinein. Überhaupt kann der Fiesta mit vielen geschickt gestalteten Ablagemöglichkeiten aufwarten.

Motorisch geht Ford beim neuen Fiesta mit zwei Benzinmotoren und einer Dieselmotorisierung an den Start. Wie eingangs erwähnt, ist unser Testfahrzeug mit dem 1,1 Liter-Dreizylinderaggregat mit einem Hubraum von 1.084 Kubik ausgestattet. Er leistet 85 PS bei 6.300 Umdrehungen, wird aber nicht aufgeladen wie der EcoBoost, der ebenfalls für den Fiesta erhältlich ist. Die 110 Nm Drehmoment sorgen für genügend Vortrieb in der Stadt, sind sie auch schon bei 3.500 Umdrehungen abrufbar. Generell zeigt sich der kleine Kölner im Alltagsbetrieb recht agil und für einen Dreizylinder auch erstaunlich kultiviert. Von 0 auf 100 km/h benötigt er 14 Sekunden, aber wenn der Kleine mal in Schwung ist, läuft er kontinuierlich. Erst bei 170 km/h setzt ihm der Hersteller ein Ende - für gelegentliche Ausfahrten außerhalb der urbanen Gefilde also prinzipiell kein Problem.

Lediglich beim spontanen Beschleunigen nach Baustellen-bereichen oder bei Überholmanövern sollte man die 85 PS im Hinterkopf haben und zeitgerecht das Zurückschalten planen. Wer gut mit dem präzise zu schaltenden 5- Gang-Getriebe umzugehen weiß, vermisst keinen Fahrspaß. Es ist halt nichts für Schaltfaule. Eine angenehm leichtgängige Lenkung und das komfortable Fahrwerk geben ebenfalls keinen Grund zum Meckern. Im Gegenteil: Die Fahrwerksabstimmung passt hervorragend zu unserem Testauto. Puncto Verbrauch lagen wir während unserer Testzeit bei 6,5 Litern im Durchschnitt, wobei wir doch mehr in urbanen Gefilden unterwegs waren.

Das Fazit für den neuen Fiesta fällt durchwegs positiv aus. Selten sahen wir einen derart hoch ausgestatteten Kleinwagen, der bis auf einen Tempomat keine Wünsche offen lässt. Klar fehlt ihm für die großen Sprünge durch die Lande die Kraft, aber für den Tatort Großstadtdschungel ist er gerade richtig dimensioniert. Ideal als Erst- oder Zweitwagen.

Was uns gefällt:

Innenraum- ambiente, Ausstattung, Laderaum

Was uns nicht gefällt:

Limiter aber kein Tempomat, fehlende Kraft beim Beschleunigen ab 80 km/h

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

Tipp: Mehr Ford News und Tests sowie die Ford Händler in Österreich finden Sie hier.

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