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Der neue Ford EcoSport im Test

Mit dem EcoSport bietet Ford seit Ende 2014 auch ein Crossover-Modell im B-Segment an. Ob der Name auch Programm ist, verraten wir in unserem Test.

06.02.2015

Die Crossover-Modelle im B-Segment erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit, und Ford möchte jetzt mit dem EcoSport dem Opel Mokka, Renault Captur und anderen Vertretern dieser Klasse den Kampf ansagen. In Brasilien ist der Ford EcoSport in erster Generation schon 2003 auf den Markt gekommen, seit 2012 läuft das nun auch bei uns erhältliche Modell vom Band.

Optisch wirkt der EcoSport sehr frisch, vor allem die Frontpartie kann mit einem sehr dynamischen Design überzeugen. Für unseren Test haben wir den EcoSport mit dem 1,0 Liter EcoBoost-Motor mit 125 PS und der Top-Ausstattungslinie Titanium kombiniert. Zum Listenpreis von 21.900 Euro verfügt das kleine Crossover schon über eine sehr gute Grundausstattung inkl. sieben Airbags, ABS, ESP, Klimaautomatik, 16"-Leichtmetallfelgen, Keyless-System, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber und vieles mehr.

Als Extras hatten wir noch das Komfort-Paket, 17"-Alufelgen, das Audiosystem mit Ford SYNC inkl. AppLink, ein Park-Pilot-System hinten und die schöne Kinetic-Blau Metallic-Lackierung mit dabei. Der Gesamtpreis liegt bei 23.684,07 Euro und ist damit in der gleichen Region angesiedelt wie bei vergleichbaren Autos der Konkurrenz.

Die Armaturenlandschaft ist jener des Fiesta sehr ähnlich, immerhin teilen sich EcoSport und Fiesta auch die gleiche Plattform. Trotz vieler Knöpfe in der Mittelkonsole findet man sich schnell zurecht und fühlt sich auch wohl. Dass die verwendeten Materialien qualitativ nicht ganz so hochwertig wirken wie bei anderen Ford-Modellen, ordnen wir dem etwas robusteren Auftritt des EcoSport zu. Praktische Ablagen und eine schöne Gestaltung der Armatureneinheit sprechen ebenso für den EcoSport wie sein ordentliches Platzangebot.

Mit 333 Litern ist auch das Kofferraum- volumen für ein Auto dieser Klasse sehr ordentlich dimensioniert. Durch die in der Neigung verstellbaren Rücksitze kann trotz voller Besatzung das Kofferraumvolumen zwischen 310 und 375 Liter variiert werden. Wer die Rücksitze komplett umklappt, kommt auf 1.238 Liter Stauraum.

Nicht ganz so optimal gelöst ist leider der Zugang zum Kofferraum. Der EcoSport verfügt über keine klassische Heckklappe, sondern eine links angeschlagene Türe, wodurch beim Öffnen der großen Luke viel Platz nach hinten hin notwendig ist. Ein Beladen des Fahrzeugs in einer Längsparklücke ist somit nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich, außer es steht hinter einem niemand, was leider ja nicht so oft der Fall ist.

Unter der Haube des Ford EcoSport werkt der bekannte 1,0 Liter EcoBoost 3-Zylinder-Benzinmotor mit 125 PS (92 kW), der schon im Ford Fiesta und Focus begeistert hat. Der Motor liefert sein maximales Drehmoment von 170 Nm zwischen 1.400 und 4.500 U/min. Man hat hier gleich vom Start weg viel Kraft zur Verfügung, dennoch wirkt der Motor im EcoSport im Vergleich zu den anderen Modellen etwas lahmer. Man hat das Gefühl, dass sich der für einen 3-Zylinder sehr laufruhige Motor mit dem Crossover von Ford etwas schwer tut.

Den subjektiven Eindruck unterstreichen dann auch die tatsächlichen Fahrwerte. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der EcoSport 12,7 Sekunden, der Fiesta schafft mit gleichem Motor diese Aufgabe in 9,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h und sollte auf unseren Autobahnen somit mehr als ausreichend sein. Auch beim Zwischensprint merkt man, dass der EcoSport nach mehr Leistung gieren würde. Wer auf der Landstraße überholen möchte, sollte unbedingt ein paar Gänge runter schalten, um dann mit vollem Elan zum Überholvorgang anzusetzen.

Das manuelle 5-Gang-Getriebe lässt sich zumindest wunderbar schalten und ist ganz auf Sparsamkeit hin ausgelegt. Dennoch ist man bei Autobahntempo schon in einem etwas höheren Drehzahlbereich, womit auch die Sparsamkeit an ihre Grenzen stößt. Den vom Werk versprochenen Verbrauch von 5,3 Liter pro 100 Kilometer können wohl auch ausgesprochene Sparfüchse nur schwer erreichen, sofern sie sich nicht im Windschatten von LKWs über die Autobahn bewegen. Wir sind im Schnitt auf einen Verbrauch von 6,9 Liter pro 100 Kilometer gekommen, womit der EcoSport auch um einiges durstiger ist als der Fiesta.

Keinen Grund zur Kritik gibt es bei den Themen "Fahrwerk" und "Federung", hier zeigt sich der EcoSport wieder als typischer Ford und kann trotz höherem Aufbau mit einer sehr guten Straßenlage aufwarten. Dabei kommt auch der Komfort nicht zu kurz, für ein Auto dieser Klasse filtert der EcoSport die Bodenunebenheiten wunderbar weg.

Die leichtgängige, aber durchaus direkte Lenkung kann ebenfalls überzeugen, und der EcoSport zeigt sich auch in der Stadt sehr wendig. Trotz der nach hinten hin stark ansteigenden Fensterlinie und dem eher kleinen Heckfenster mit der großen Reserveradbox ist der EcoSport sehr übersichtlich. Durch die höhere Sitzposition und das kantige Design lässt sich jede Ecke des Fahrzeugs gut abschätzen.

Mit dem EcoSport hat Ford auf jeden Fall ein interessantes, kleines Crossover-Modell im Programm, welches zwar seinem Namen keine Ehre macht, aber mit guter Ausstattung zum fairen Preis punkten kann. Hinzu kommen ein frisches Design und eine für Ford-Fahrzeuge typische gute Straßenlage.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, die Straßenlage, das Design

Was uns nicht gefällt:

die unpraktische Hecktüre, der Verbrauch, dass der EcoBoost-Motor so schwach wirkt

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2

TIPP: Mehr Ford News und Tests, aktuelle Ford Gebrauchtwagen sowie die Ford Händler in ganz Österreich finden Sie hier.

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