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Nach einem Unfall unbedingt Beweisfotos machen

Schadenersatzforderungen sind besonders im Ausland sonst nur schwer durchsetzbar

18.09.2008

Mit Hilfe von Beweisfotos lassen sich Unfallhergänge häufig rekonstruieren. Ein ÖAMTC-Mitglied, das bei einem Unfall in Griechenland eine schwere Gehirnerschütterung erlitt, konnte sich nicht mehr an den Unfallhergang erinnern. "Durch die Beweisfotos von Zeugen bekam das Clubmitglied Schadenersatz, obwohl die ausländische Versicherung zu Beginn partout nicht zahlen wollte", schildert ÖAMTC-Jurist Martin Stichlberger die Situation.

Der Unfall ereignete sich auf einer wenig befahrenen griechischen Landstraße. Das Motorrad des Clubmitglieds wurde von einem griechischen Pkw gerammt. Nur durch ein Wunder überlebte der Motorradfahrer den Unfall mit schweren Verletzungen. Zuerst versuchte das ÖAMTC-Mitglied mit Hilfe seines Anwalts eine Regulierung mit der griechischen Versicherung zu erreichen. Ohne Erfolg: Der Unfallgegner behauptete, der Motorradlenker hätte trotz Sperrlinie umgedreht.

Anschließend wandte sich das Clubmitglied an die ÖAMTC-Rechtsberatung. "Auf den Beweisfotos, die von nachkommenden österreichischen Urlaubern aufgenommen worden waren, konnte man klar Pkw-Bremsspuren auf der linken Fahrbahnseite erkennen. Das bedeutete, dass der Gegner die Sperrlinie überfahren haben musste", stellte der ÖAMTC-Jurist klar.

Da der verletzte Motorradfahrer keine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hatte, war an eine Klage nicht zu denken. Durch die Hartnäckigkeit des ÖAMTC-Juristen entwickelte sich ein Mailverkehr mit der griechischen Versicherungsreferentin, bei dem der ÖAMTC-Jurist trotz vieler Verzögerungsversuche ("kein Behördenprotokoll", "keine Zeugen", "kein Verschulden") vor allem auf die Aussagekraft der Beweisfotos pochte. Nach einigen Monaten war die Referentin bereit, einen Kompromiss einzugehen. "Aufgrund der verräterischen Bremsspuren erkannte sie auch ohne genaue Klärung des Herganges zumindest ein Teilverschulden des Pkw-Lenkers an und bot einen Pauschalbetrag inklusive einer Entschädigung als Schmerzensgeld an. Damit war das Clubmitglied zufrieden", erklärt der ÖAMTC-Jurist.


Beweissicherung besonders bei Auslandsunfällen notwendig

  • Am Unfallort so viele Beweise wie möglich sammeln. Genaue Fotos von der Örtlichkeit, Brems- und Schmutzspuren, Verkehrszeichen und Fahrzeugen machen. Daten von möglichen Zeugen notieren (Namen, Telefonnummern, eventuell Aussagen niederschreiben lassen). Polizei verständigen und auf Kopien der Polizeiprotokolle bestehen.
  • Bei Unfällen in EU-Ländern kann seit 2003 eine außergerichtliche Einigung in Österreich mit einem Vertreter des ausländischen Versicherungsunternehmens versucht werden. "Es kann sogar in Österreich geklagt werden", fügt der ÖAMTC-Jurist hinzu. Dabei ist jedoch zu beachten, dass (in den allermeisten Fällen) das Recht des Unfallortes gilt, was insbesondere bei Schmerzensgeldsätzen zu Enttäuschungen führen kann. Andererseits werden manchmal Posten ersetzt, die das österreichische Recht nicht kennt, z. B. die Nutzungsausfallsentschädigung. Man ist daher gut beraten, schon bei außergerichtlichen Verhandlungen die Hilfe der ÖAMTC-Rechtsabteilung in Anspruch zu nehmen.


Bei Problemen mit den lokalen Behörden sind die Juristen des ÖAMTC unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar. Für Rechtsfragen stehen die Experten der ÖAMTC-Rechtsberatung unter +43 (0)1 71199 - 1530 oder E-Mail: office@oeamtc.at hilfreich zur Seite. 

Quelle: ÖAMTC



 

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