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ÖAMTC Baustellen-Test 2005

Tipps der Club-Experten für eine sichere Fahrt im Baustellenbereich

25.08.2005


Bildquelle: ÷AMTC
Baustellen sind Staustellen und damit besondere Gefahrenpunkte. 2004 forderten 171 Unfälle in Baustellenbereichen vier Tote und 250 Verletzte. Trauriger Höhepunkt im heurigen Sommer - zwei Todesopfer bei einem Auffahrunfall am Ende eines baustellenbedingten Staus auf der A21 (Wiener Außenring Autobahn). Auch der Blick auf die Unfallbilanzen im europäischen Ausland stimmt nicht positiv. "Nur scharfe Kontrollen können diese Fallen entschärfen", ist ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke überzeugt. Mit dem Baustellentest will der Club diese Lücke schließen und einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten.

Österreich hat in der Gesamtwertung des heuer erstmals europaweit durchgeführten Tests die Nase vorn und setzt sich mit der Baustelle auf der A1 (West Autobahn) bei Traun die unangefochtene Krone auf. Kein anderer der 50 Testkandidaten schafft ein "sehr gut". Die Hälfte der Testkandidaten in Europa kommt nicht einmal über ein "ausreichend" hinaus und sechs Baustellen, davon vier in Italien, schneiden gar nur "mangelhaft" ab.

Das absolute Schlusslicht des Tests ist Italien, laut ÖAMTC das beliebteste Autoreiseland der Österreicher. Gleich vier der fünf italienischen Kandidaten werden nur mit "mangelhaft" gewertet. Auch Kroatien und Spanien müssen je einen "mangelhaften" Testkandidaten hinnehmen. Die in Slowenien überprüfte Baustelle erreicht zumindest ein "ausreichend". Ein wesentlich erfreulicheres Bild haben die Tester in Großbritannien und Deutschland vorgefunden. Die britischen Baustellen belegen Platz drei in der Länderwertung und sind führend in der Kategorie Orientierung bei Nacht. Den zweiten Rang hinter Österreich sichert sich Deutschland.

Als Konsequenz aus dem aktuellen Baustellen-Test fordert der ÖAMTC einen verbindlichen Sicherheitskatalog für alle europäischen Baustellen. "Derzeit sind die Baustellen völlig unterschiedlich eingerichtet. Autofahrer müssen sich von Land zu Land oft völlig neu orientieren. Das ist ein großes Sicherheitsmanko", warnt Matzke.

Bei Autobahnbaustellen müssen Autofahrer mit besonderen Verkehrsbedingungen rechnen. Teils unklare Beschilderungen, schmale Fahrbahnen und völlig unterschiedliche Ein- und Ausfahrten erfordern höchste Konzentration der Lenker. "Da ist aufmerksames Fahren gefragt", sagt Verkehrsexperte Willy Matzke. Besondere Vorsicht ist z.B. geboten, wenn im Bereich der Ein- und Ausfahrten nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. "Bei bremsenden, ausfahrenden oder noch langsam einfahrenden Fahrzeugen gibt es dann keine Ausweichmöglichkeit", warnt Matzke. Weitere Tipps des Club-Experten für Fahrten durch Baustellenbereiche:

  • Tempolimits und Verbote einhalten und die entsprechenden Hinweisschilder beachten.

  • Den Abstand zum Vordermann vergrößern und besonders vorausschauend fahren. Vor allem bei einspurigen Verkehrsführungen gibt es keine Möglichkeit auszuweichen, wenn der Vordermann plötzlich bremst. "Der häufigste Unfall im Baustellenbereich ist der Auffahrunfall", warnt Matzke einmal mehr.

  • Vor allem im Verschwenkungsbereich mit unvorhersehbaren oder unbekannten Situationen rechnen. "In Spanien und Italien ist der oft extrem kurz und steil", weiß der ÖAMTC-Experte.

  • Berücksichtigen, dass ein breiter Lkw oder ein Gespann am Beginn der Verschwenkung mehr Platz braucht.

  • Bei der Reduzierung der Fahrspuren das gesetzlich vorgeschriebene Reißverschlusssystem einhalten. "Das heißt bis zur Verengung auf dem bisherigen Fahrstreifen bleiben, in den Spiegel schauen, blinken und sich nach dem Reißverschlusssystem im Wechsel einfädeln", erklärt der ÖAMTC-Experte.

  • Wenn man unsicher ist, immer auf der rechten Spur bleiben. "Sie ist breiter als die linke, und man kommt dem Gegenverkehr nicht so nahe", sagt Matzke.

  • Nur überholen, wenn man sich der Situation gewachsen fühlt. Unbedingt bedenken, dass die linke Fahrspur oft schmäler ist als die rechte.

  • Im Pannenfall Warnblinkanlage einschalten und versuchen, das Fahrzeug außerhalb der Fahrspuren, z. B. zwischen zwei Baken, abzustellen. Wenn keine Pannenbuchten vorhanden oder erreichbar sind, sofort das Fahrzeug verlassen und sich einen sicheren Platz auf der dem Verkehr abgewandten Seite suchen. In Italien, Spanien, Portugal und Österreich an die Warnweste denken.

  • Vorsicht bei Nachtbauarbeiten. Besonders kritisch ist der Übergang von der beleuchteten Arbeitsstelle in die dunkle Autobahn.

  • Bei Fahrten ins Ausland sollte man sich über Baustellen auf der Route informieren. In anderen Ländern muss man mit unterschiedlichen Regelungen, andersfarbigen Fahrbahnmarkierungen und unbekannten oder schlecht sichtbaren Verkehrsschildern rechnen. "Wer im Ausland auf Nummer sicher gehen will, sollte auf der rechten Fahrspur bleiben", rät Matzke. In einigen Ländern sind die Schilder nämlich in Bodennähe angebracht und bei hohem Verkehrsaufkommen von der linken Fahrspur aus kaum zu erkennen.

  • "Auf die Fahrspur konzentrieren: Wo man hinsieht, zieht es einen hin", so der abschließende Tipp des ÖAMTC-Experten.

Quelle: ÖAMTC



 

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