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Autowerkstätten in Tirol und Vorarlberg im Test

Kleine Ursache - große Rechnung

25.10.2007


Das ABS-Kontroll-Lämpchen leuchtet am Armaturenbrett auf. Bei vielen Autolenkern macht sich in solch einer Situation Ratlosigkeit breit. Meist hilft da nur noch der Weg in die Autowerkstätte. Das Testmagazin "Konsument" hat eine solche Panne simuliert und sich damit in 16 Werkstätten in Vorarlberg und Tirol begeben.

Erfreulich: 14 Betriebe konnten den Fehler - eine kaputte Sicherung musste ausgetauscht werden - beheben. Weniger erfreulich ist allerdings die Tatsache, dass ein simpler Defekt für manche Experten gar nicht so einfach zu lösen ist. Folglich mussten die "Konsument"-Tester in einigen Werkstätten nicht nur lange aufs Auto warten, sondern für die Reparatur auch tief in die Tasche greifen. "Für die Behebung ein und desselben Fehlers wurden uns Reparaturkosten zwischen 17,72 und 232,20 Euro in Rechnung gestellt - das ist eine Preisdifferenz von unglaublichen 1200 Prozent", rechnet Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation, vor und rät angesichts des Testergebnisses: "Schließen Sie vorab einen Reparaturauftrag ab, damit ersparen Sie sich später Diskussionen!"

Drei Werkstätten in Vorarlberg und 13 in Tirol nahmen am Wettrennen um das beste Autoservice teil. Als Test-Fahrzeuge wurden vier Automarken der Kompakt- und Mittelklasse präpariert, und zwar ein Opel Vectra, ein VW Sharan, ein Peugeot 206 und ein Fiat Stilo.

In diese Fahrzeuge bauten die "Konsument"-Tester eine defekte Sicherung ein. Die Folge: Das Kontroll-Lämpchen am Armaturenbrett zeigte eine Störung des Antiblockiersystems (ABS) an. Ein Fahren mit dem Wagen war grundsätzlich noch möglich, nur das ABS funktionierte nicht mehr. Die Fahrzeuge wurden - mit dem Hinweis, dass man auf der Durchreise sei und rasch einen Termin benötige - in eine Vertragswerkstatt der jeweiligen Automarke gebracht. Neben der Reparaturdurchführung (Fehlerbehebung, Arbeitszeit und Probefahrt) standen auch die Kosten sowie die Kundenfreundlichkeit am Prüfstand.

Die Diagnose: Der Marder war’s

Der eingebaute Fehler ist in der Regel in zwanzig Minuten behoben - wenn man logisch vorgeht und beim ABS, das stets gesichert ist, zuerst manuell die Sicherungen überprüft. Doch sämtliche Werkstätten suchten den Fehler über das Diagnosegerät.

Dieses zeigt im Optimalfall die Maßnahmen zum Beheben des Mangels an. Im konkreten Fall meldete es aber nur, dass keine Verbindung zum Auto besteht. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, haben sich da offenbar einige Mechaniker gedacht und anstatt die Sicherungen zu überprüfen ein defektes Steuergerät, durchgescheuerte Leitungen oder einen Marderbiss im Kabel vermutet.

Bis der wahre Grund entdeckt und behoben wurde, vergingen im Schnitt 37 Minuten. Schnellster im Test war "Opel Konrad" aus Imst: Innerhalb von 10 Minuten wurde der Fehler erkannt und beseitigt. Die fünf getesteten Opel-Betriebe haben auch in der Gruppen-Gesamtwertung die Nase vorn: In allen Unternehmen wurde der Fehler innerhalb von 30 Minuten behoben. Den zweiten Platz sicherten sich die Peugeot-Betriebe, die - mit einer Ausnahme - ebenfalls "sehr gute" oder "gute" Leistungen erbrachten.

Der Preis: Extrem unterschiedlich

Wer suchet, der findet - irgendwann. Für Autofahrer kann das allerdings ganz schön teuer kommen. Eine Mechanikerstunde kostet hierzulande durchschnittlich 60 bis 90 Euro. Entsprechend der Arbeitszeit präsentierten sich dann auch die Rechnungen. Die Bandbreite reicht dabei von 17,72 Euro ("Autohaus Lins") bis zu 232,20 Euro ("Porsche St. Johann"). Erstaunt waren die Tester über den Reparaturbericht der Porschewerkstätte, laut dem das Steuergerät als Sündenbock für den Defekt herhalten musste.

Deutlich auch die Preisunterschiede bei den Materialkosten: Obwohl eine Sicherung nur rund 20 bis 30 Cent kostet, wurden Materialkosten von bis zu 16,20 Euro ("Porsche St. Johann") verrechnet. Immerhin: Fünf Werkstätten verlangten gar nichts fürs Material.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten - neben dem Testsieger "Konrad" in Imst - auch die Betriebe "Lins" in Nüziders und "Prantl" in Telfs. Allerdings: Letzterer fährt mangels Kundenfreundlichkeit "nur" die Note "gut" ein. "Federer" und "Fiat-Leitner" konnten das Problem zwar nicht lösen, berechneten für diese Fehlleistungen aber dennoch 54 bzw. 16,50 Euro.


"Konsument"-Tipps

Um böse Überraschungen zu vermeiden, hat "Konsument" folgende Tipps parat:
  • Terminvereinbarung. Nicht immer ist ein Sofortservice möglich. Bei einem vorhersehbaren Service sollte man unbedingt vorbestellen.
  • Auftrag. Erteilen Sie vorab einen schriftlichen Reparaturauftrag. Das beugt Missverständnisse vor und gibt Sicherheit im Reklamationsfall.
  • Benachrichtigung. Lassen Sie sich vom Autohaus benachrichtigen, falls weitere Mängel entdeckt werden, um die Sachlage direkt zu klären. Eine derartige Vereinbarung erspart nachträgliche Diskussionen.
  • Nachkontrolle. Lassen Sie sich die Rechnung genau erklären, wenn etwas unklar ist.

Quelle: VKI



 

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