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Automatischer Notruf " eCall " soll Leben retten

ÖAMTC-Einsatzzentrale war im Test die Anlaufstelle für Notrufe

02.10.2006


Über 40.000 Menschen sterben jährlich in Europa bei Verkehrsunfällen. Das von der EU initiierte elektronische Notrufsystem "eCall" soll nun helfen, rund 2.500 Leben pro Jahr zu retten. In Österreich hat der ÖAMTC gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, der mobilkom austria und Dolphin Technologies mit einem bereits bestehenden System (SatAlarm) diesen automatisierten Hilferuf getestet.

Das im Fahrzeug eingebaute eCall-Gerät erkennt mit Crash- und Neigungssensoren einen Unfall und setzt automatisch einen Notruf ab. Über Satellit kann die Notrufzentrale den Standort des Autos dann auf wenige Zentimeter genau eruieren. Die Dauer bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte wird enorm verkürzt. Mehr Verunfallten kann geholfen werden.

Im Testversuch erfolgte bei einer manuellen Auslösung eine Alarmierung an die ÖAMTC-Einsatzzentrale. Dabei wurde neben eines Notrufs auch eine SMS-Nachricht abgesetzt, die via mobilkom austria als E-Mail in der Einsatzzentrale des Clubs ankam. Darin enthalten waren alle fahrer- und fahrzeugbezogenen Daten sowie die Position des Autos. Das Testergebnis zeigte, dass innerhalb von zwei Minuten 72 Prozent der Alarmmeldungen beantwortet werden konnten. Weitere zwölf Prozent dann innerhalb der dritten und vierten Minute. Im Ernstfall wäre daher schon nach nur vier Minuten die exakt richtige Hilfe unterwegs gewesen.

"Das Projekt hat gezeigt, dass mit dem Einsatz eines professionellen Callcenters, das im Vorfeld die Unfallursache so weit wie möglich abklärt, die Effizienz eines Notrufes wesentlich gesteigert wird. Gleichzeitig ist der Zeitverlust nur marginal", so Wolfgang Kilian-Löffler vom ÖAMTC. "Unter dem Gesichtspunkt der Mehrsprachigkeit im europäischen Straßenraum sowie einer möglichen Überforderung der Einsatzkräfte bei der Vielzahl an Notrufen oder Fehlalarmen ist der Vorteil einer Clearingstelle damit bewiesen worden", erklärt der Experte.

In Österreich beteiligten sich 100 ehrenamtliche Testfahrer an dem Pilotprojekt. Über einen Zeitraum von fünf Wochen simulierten sie mit einer Notfalltaste rund 1.000 Unfälle. "Das Ziel war, die Wirksamkeit von automatischen Unfallmeldesystemen in Kraftfahrzeugen bei Einschaltung einer Clearingstelle und die erforderlichen Schritte bis zur Alarmierung der Einsatzkräfte zu erproben", erklärt der ÖAMTC-Experte. Mit den Ergebnissen des Versuchs hat der Club gute Karten in der Hand, in Brüssel die Einführung von "eCall" im Sinne der Autofahrer zu gestalten. Im EU-Raum soll "eCall" bis 2010 etabliert werden. Es ist Teil der eSafety-Initiative der Europäischen Union, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Anzahl der Unfalltoten zu halbieren.

Quelle: ÖAMTC



 

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