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Passagiere und Gepäck im Auto richtig transportieren

Wie man im Auto möglichst sicher unterwegs ist

16.02.2009

Egal ob Fahrer, Beifahrer, Kind, Haustier, Regenschirm, Autoapotheke, Großeinkauf oder Urlaubsgepäck - alles, was sich in einem Auto befindet, ist Masse. Masse, die sich mit dem Auto in Bewegung setzt und die sich weiterbewegt, wenn die Geschwindigkeit abrupt verringert wird. Schon bei einer Notbremsung kann die schlechte Sicherung von Insassen und Ladung fatale Folgen haben. "Rein physikalisch sollte alles, was sich in einem Auto befindet, möglichst gut mit dem Fahrzeug verbunden sein. Das heißt: Fahrzeuginsassen sollten richtig angegurtet sein, Kinder dem Alter und der Größe entsprechend in den passenden Kindersitzen geschützt, Haustiere sicher verwahrt und Ladung ordentlich verstaut sein", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Was einfach klingt, wird in der Realität oft nicht gemacht - aus Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Faulheit. Meist sind es aber nur ein paar Handgriffe, mit denen man die Sicherheit im eigenen Auto erhöhen kann.

Wie man sich bettet, so liegt man, sagt ein weiser Spruch. Auf Autofahrer umgesetzt lautet er: Wie man sich setzt, so fährt man. Dem eigenen Rücken und der Sicherheit zuliebe ist eine möglichst aufrechte Sitzposition zu empfehlen. Arme und Beine sollten immer angewinkelt sein - das linke Bein darf auch beim Durchtreten der Kupplung nicht durchgestreckt werden, die Arme müssen in jeder Situation angewinkelt sein. "Bei durchgestreckten Armen und Beinen drohen bei einem Unfall schwere Gelenksverletzungen", sagt der ÖAMTC-Techniker. Außerdem ist die Schutzwirkung der Sicherheitsgurte beim aufrechten Sitz am besten. Nicht zu vergessen ist die Einstellung der Kopfstütze. "Für eine ideale Schutzwirkung ist die Oberkante der Kopfstütze mindestens genauso hoch wie die Oberkante des Kopfes. Der Abstand vom Kopf zur Kopfstütze sollte eine Handbreit betragen", empfiehlt Kerbl.

Gurte können Leben retten - vorausgesetzt, sie werden richtig verwendet. Der Gurt muss am Körper anliegen, vor allem der Beckengurt muss straff gespannt sein. Beim Angurten heißt das: Zuerst den Gurt einrasten, dann den Beckengurt straff ziehen und erst danach loslassen. Winterbekleidung kann dabei zum Problem werden. "Über dicker Kleidung liegt der Gurt nicht ordentlich an", sagt der ÖAMTC-Techniker. "Auf längeren Fahrten ist es besser, dicke Jacken oder gar Mäntel auszuziehen. Wer auf Kurzstrecken nicht frieren möchte, sollte statt eines Mantels eine Jacke nehmen und diese aufmachen. Dann kann man den Gurt immer noch ordentlich straff ziehen", rät Kerbl.

Eine spezielle Sicherung braucht man für Kinder: Bis 14 Jahre oder kleiner als 1,50 Meter benötigen sie eine dem Gewicht und der Größe entsprechende Rückhaltevorrichtung. Die Fahrzeugsitze müssen mit einem passenden Sicherheitsgurt ausgestattet sein. Alle Rückhaltevorrichtungen müssen mindestens der sogenannten ECE-Regelung 44.03 entsprechen.

Eine besondere Herausforderung ist die Sicherung von Haustieren im Auto. "Der Gurt auf der Rücksitzbank reicht auf jeden Fall nicht aus", stellt Kerbl klar. Die Fixierung des Hundes mit einem stabilen Hundegeschirr ist schon besser. "Wirklich empfehlenswert ist aber nur eine Transportbox in Verbindung mit der richtigen Platzierung und Fixierung im Auto", sagt der ÖAMTC-Techniker.

Eine Kiste Bier auf der Rücksitzbank, der Regenschirm auf der Hutablage - bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall wird ungesicherte Ladung zum Geschoß. "Sie kann bei einem Frontalunfall mit ca. 50 km/h Belastungen erzeugen, die dem 50-fachen des Eigengewichts entsprechen. Da wird schon ein normaler Regenschirm lebensgefährlich, Koffer oder Getränkekisten können sogar die Sitze durchbrechen", erklärt der Ladungssicherungsexerte der ÖAMTC-Fahrtechnik, Konrad Rainer. Er gibt Tipps, wie man gut beladen und sicher unterwegs ist:

  • Nichts auf Rücksitze und Hutablage legen."Ob Urlaubs- oder Einkaufsfahrt - Ladung gehört nach Möglichkeit in den Kofferraum. Wenn es notwendig ist, kann man Gegenstände auch im hinteren Fußraum unterbringen", sagt der ÖAMTC-Experte.

  • Richtig schlichten und verzurren: Schwere Gegenstände müssen im Kofferraum möglichst weit unten an der Rückseite der hinteren Sitzbank platziert werden. "Wichtig ist auch, dass das Gewicht beim Beladen regelmäßig verteilt wird", betont Rainer. Außerdem empfiehlt der ÖAMTC-Experte das Fixieren schwerer Gegenstände mit Zurrgurten oder -netzen. Bei neueren Fahrzeugen sind Zurrpunkte, wo man die Gurte anhängen kann, serienmäßig. Die Fahrzeughersteller geben gerne Auskunft, wie viel Kraft diese Zurrpunkte aufnehmen können.

  • Anti-Rutschmatten im Kofferraum sind hilfreich, wenn man öfters schwere Gegenstände transportiert. Am besten werden dazu in Kombination noch Sicherheitsnetze verwendet, damit die Ladung nicht abhebt.

  • Achtung bei Fahrzeugen mit Fließheck: Hat das Fahrzeug keinen abgetrennten Kofferraum, dann sollte beim Packen auf die Höhe geachtet werden. Große Teile, die direkt an die Rücklehnen gestellt werden, verteilen den Druck auf diese und halten kleinere Gegenstände zurück. "Ob Kombi oder Van - Sicherheitsnetze und Trenngitter sorgen für zusätzliche Sicherheit - ohne diese darf das Gepäck die Oberkante der Rücksitzlehnen nicht überragen", sagt der ÖAMTC-Experte.


Nicht gesicherte Ladung kann bei einer normalen Kontrolle durch die Exekutive zu Geldstrafen führen, Wiederholungstätern droht sogar der Führerscheinentzug. Beschädigungen am Fahrzeug, die durch nicht gesicherte Ladungen entstehen, werden von Kaskoversicherungen nicht getragen.

Quelle: ÖAMTC



 

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