Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Schaden am Auto durch Einkaufswagen

Sucht der Verursacher schleunigst das Weite, liegt Unfallflucht vor

15.05.2008

Einer der häufigsten Irrtümer von Verkehrsteilnehmern ist, dass eine Unfallflucht immer nur von motorisierten Personen begangen werden kann. Mitnichten: Das unachtsame Schieben einer Mülltonne oder der kleine Rempler mit dem Einkaufswagen reichen aus, um sich im Zweifelsfall wegen einer Straftat verantworten zu müssen. "Bei der Unfallflucht kommt es lediglich darauf an, dass es zu einem Unfall im öffentlichen Straßenverkehr kommt", warnt Strafverteidiger Christian Demuth. "Ein Unfall ist bereits die Schramme an einem geparkten Fahrzeug. Und wer seine Mülltonne über eine Straße schiebt, nimmt halt am öffentlichen Straßenverkehr teil."

Auf ein Fahrzeug kommt es nicht an. Unfallbeteiligter kann jeder sein, der mit seinem Verhalten irgendwie zum Unfall beigetragen hat."Auch wer meint, dass ihn nach den Umständen keine Schuld trifft, muss deshalb eine angemessene Zeit am Unfallort bleiben und die Feststellung seiner Personalien ermöglichen", betont Demuth. Der Experte für Verkehrsstrafrecht verweist auf Sinn und Zweck des Straftatbestandes Unfallflucht: Dieser soll verhindern, dass ein Geschädigter die Möglichkeit verliert, festzustellen, wer den Schaden eventuell verursacht hat und somit haftet.

Was alles zum öffentlichen Straßenverkehr zählt, wird von den Gerichten sehr weit ausgelegt. So wird das Rollen von Mülltonnen an den Straßenrand überwiegend als Handlung im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr angesehen. Ein Mann wurde, da er ein Fahrzeug beschädigt hatte, trotzdem aber weitergegangen war, wegen Unfallflucht verurteilt. "Und für Parkplätze von Supermärkten gilt, dass diese zumindest dann zum öffentlichen Straßenverkehr gehören, wenn sie allgemein zugänglich sind - also in der Regel zur Geschäftszeit", erklärt Demuth. "Die Richter orientieren sich bei Handlungen, die sie dem öffentlichen Straßenverkehrsgeschehen zuordnen, an der natürlichen Verkehrsauffassung, also dem, was nach Ansicht der Allgemeinbevölkerung noch im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr steht."

Quelle: cd-recht



 

Top-News und

Testberichte

 
 

Promotion