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Auto-Leasing : Angebote im Test der AK

Lockangebote in Werbeinseraten sagen nichts über die tatsächlichen Kosten aus


16.11.2006
 
Günstig beworben, teuer draufgezahlt: "3 Euro pro Tag", so verlockend sind manche Kfz-Leasing-Angebote. Aber: Was Verbraucher tatsächlich zahlen, bleibt häufig im Verborgenen. Tester der Arbeiterkammer (AK) haben im September Inserate für Kfz-Leasing in Zeitungen und Magazinen gesichtet. Sie holten dann bei elf Autohändlern in Wien Angebote ein. Zehn händigten eines aus. Einer lehnte mit dem Argument ab, es sei für Private unrentabel. Die AK Tester kontaktierten auch 14 Leasinggesellschaften mit einem Kaufanbot für einen Skoda Oktavia per E-Mail (Anschaffungspreis 27.240 Euro, Eigenmittel 7.240 Euro, fünf Jahre Laufzeit, 15.000 Kilometer pro Jahr, Restwert zehn Prozent). Sie erhielten neun Angebote, zwei antworteten nicht, drei sagten, dass sie im privaten Kfz-Leasing nicht tätig wären.

"3 Euro pro Tag" oder "99 Euro pro Monat" - mit niedrigen Leasingraten wird gerne geworben. "Solche Lockangebote in Werbeinseraten sagen nichts über die tatsächlichen Kosten aus", beklagt Prantner. Der AK Test zeigt: In jedem zweiten Kfz-Leasing-Angebot der Autohändler und Leasinggesellschaften haperte es mit der Angabe der Gesamtbelastung, also dem Gesamtbetrag über die Summe aller Zahlungen an die Leasingfirma über die gesamte Laufzeit. Und das, obwohl diese Preisinformation für Finanzierungsleasingverträge in der Verbraucherkredit-Verordnung gesetzlich vorgeschrieben ist. "Ein Vergleich würde sich aber lohnen", sagt Prantner. Immerhin gibt es bei der Gesamtbelastung Differenzen bis zu über 1.400 Euro (gerechnet auf fünf Jahre) zwischen günstigstem und teuerstem Angebot. Daher ist es wichtig, dass die Preisinfos angegeben sind.

Mängel gab es auch bei den Kosten, wie einmalige Bearbeitungs- oder Mietvertragsgebühr. Sie sind oft gar nicht oder ungenau angegeben. "Für Verbraucher ist die mangelhafte Angabe ärgerlich, da es auch große Unterschiede gibt", erklärt Prantner. Bei der Bearbeitungsgebühr, die bei Vertragsabschluss zu zahlen ist, verrechnen z.B. Leasinggesellschaften in den neun von der AK eingeholten Angeboten zwischen 54 und 180 Euro.

Zinssätze sind kaum transparent. Nur in drei Offerten der Leasinggesellschaften war ein Zinssatz angegeben. In den Angeboten der Autohändler fehlten sie zur Gänze. "Die Zinsangabe ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber aus Verbrauchersicht wünschenswert", sagt Prantner. Die Aussage eines Auto-Verkäufers gegenüber dem Tester, dass Leasing um ein Prozent günstiger sei als ein Kredit, hilft wenig, weil das nicht nachvollziehbar ist. Auffallend: Die besuchten Autohändler ziehen Kfz-Leasing einem Kredit vor.

Prantner schlussfolgert aus dem Test: "Wenn Gesamtbelastung und Zinssätze in Angeboten nicht angeführt sind, kann der Verbraucher keine Kostenvergleiche mit anderen Leasing- oder Kreditverträgen machen."

Tipps der AK Konsumentenschützer:

  • Unterschreiben Sie nicht gleich das erste Angebot. Holen Sie mehrere Angebote ein, auch direkt von Leasinggesellschaften.

  • Vergleichen Sie nach der Höhe der Gesamtbelastung.

  • Verhandeln Sie Zinsen und Bearbeitungsspesen, das kann Bares bringen.

  • Checken Sie den Leasingvertrag auf wichtige Punkte, etwa ist der Zinssatz fix oder variabel, wie wird eine vorzeitige Vertragsauflösung abgerechnet oder welche Regelungen gibt es bei einer Schadensabwicklung.

  • Eine vorzeitige Vertragsauflösung - Diebstahl oder Totalschaden - kann grobe finanzielle Nachteile bringen.

  • Achten Sie auf das Andienungsrecht im Vertrag: Die Leasingfirma kann demnach den Leasingnehmer zum Ankauf des Fahrzeugs zu Vertragsende zum vereinbarten Restwert verpflichten, also dem Preis der dem voraussichtlichen Marktwert des Autos beispielsweise in fünf Jahren angemessen ist.

  • Der Restwert sollte mit dem voraussichtlichen Wert des Autos bei Vertragsablauf abgestimmt werden - in der Eurotax-Liste können Sie den Autowert sehen. Ein unrealistisch hoher Restwert kann zu bösen Überraschungen führen, wenn z.B. der Leasingnehmer das Auto am Ende der Laufzeit des Leasingvertrages an die Leasinggesellschaft zurückstellt. Dann ist nämlich die Differenz aus (zu hohem) vertraglichem Restwert und einem (niedrigeren) erzielten Marktpreis an die Leasinggesellschaft zu zahlen.

  • Nehmen Sie Leasing-Sonderangebote genau unter die Lupe: Achten Sie auf den Basispreis der Finanzierung, also ist es der Listen- oder Kaufpreis, und auf die verlangten Bearbeitungsgebühren.

  • Kaskoversicherung: Üblicherweise verlangt die Leasingfirma den Abschluss einer Vollkasko-Versicherung, zumindest für die erste Hälfte der Leasingvertragsdauer. Prüfen Sie die Tarife und vergleichen Sie sie mit anderen Angeboten.

  • Vergessen Sie bei einem Kostenvergleich zwischen Kredit und Leasing nicht auf die angebotenen Versicherungstarife.


Die aktuelle Erhebung und weitere Tipps finden Sie im Internet auf der Webseite der Arbeiterkammer ...

Quelle: AK




 

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