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Audi RS3 Sportback im Test

Der RS3 ist der Kompakteste aus Audis Rallyesportschmiede. Dass er nicht nur aussieht wie die Feuerwehr, sondern auch wie selbige geht, lesen Sie im folgenden Testbericht.

02.02.2018

Für Sie ist ein Auto nur ein Mittel um von A nach B zu kommen, Sie legen Wert auf einen besonders niedrigen Verbrauch und fahren stets auf Effizienz bedacht? Dann wird Sie dieser Testbericht wohl weniger interessieren. Denn der Audi RS3 könnte zwar, wenn er wollte, all das - sogar ein bisschen brav sein - aber wer will das schon? Wir nicht. Der Appell an die Vernunft verschwindet in jenem Moment, in dem man hinter dem Steuer Platz nimmt und auf den Startknopf drückt. Ein Motorensound, den man heutzutage nur mehr selten hört, gibt brachial die volle Kraft zum Ausdruck und zaubert Fans ein glückseliges Lächeln ins Gesicht.

Ob man in Anbetracht des Kaufpreises dieses dann nicht verliert, steht auf einem anderen Blatt. Denn Audi möchte für seinen RS3 Sportback grundsätzlich einmal 66.800 Euro. Dafür gibt es unter anderem die RS3 Ausstattung, Audi driveselect - falls man doch einmal auf "Komfort" Lust hat, Abbiege- und Allwetterlicht, Ablage- und Gepäckraumpaket, Außenspiegel in Aluoptik, Akustikfrontscheibe und Dachkantenspoiler.

Selbstverständlich packten die Ingolstädter in unser Testfahrzeug auch noch einige Schmankerln, die den Renner noch ein wenig unentbehrlicher machen. So steht auf der Optionsliste ganz oben die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h auf 280 km/h, Matrix-LED-Scheinwerfer, Assistenz-Paket, automatisch abblendende Seitenspiegel und eine induktive Ladeschalte für das Smartphone.

Eine Wissenschaft für sich ist Audis virtual cockpit. Nicht, weil es derart kompliziert wäre, sondern weil man sich durch die Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten kaum entscheiden kann, wie man die Anordnung im Display gern hätte. Selbst wenn man eigentlich als wahrer Benzinbruder beim RS3 gern auf das Audiosystem verzichtet, gibt es für den Fall der Fälle das Bang & Olufsen Sound System, das den Fahrspaß mit geeigneter Musik perfekt unterstreicht. Nehmen wir dann noch die Metalliclackierung dazu, landen wir bei einem Endpreis von 89.344 Euro. Also nicht gerade ein Schnäppchen - schon gar nicht, weil sich der Finanzminister bei 20% NoVA die Hände reibt.

Der Sitzkomfort ist beim Audi RS3 dank der sportlichen Schalensitze hervorragend. Vor allem für ausreichenden Seitenhalt wurde gesorgt. Ein wenig knapp wird die Kopffreiheit bei größeren Fahrer/innen. Verstellt wird aber alles manuell. Im Fond ist wie bei allen Kompakten ideal Platz für Zwei; drei schmäler gebaute Erwachsene können notfalls den Fahrspaß ebenso genießen. Auch der Laderaum gehört in der Größenordnung zum Durchschnitt in diesem Segment und liegt zwischen 335 und 1.175 Liter Fassungsvermögen.

Aber kommen wir nun zu den wesentlichsten Eigenschaften: Er gehört wahrscheinlich zu den letzten seiner Art. Gemeint ist damit der Fünf-Zylinder-Motor mit Turboaufladung, welcher Mitte der 80er-Jahre eine Revolution im Rallyesport auslöste. Selbstverständlich in Kombination mit Audis quattro-Antrieb. Der RS3 besitzt einen Hubraum von 2.480 Kubik mit kombinierter Saugrohr- und Benzindirekteinspritzung und eben Abgasturboaufladung. Aus diesem Aggregat stemmen die Ingolstädter sage und schreibe 400 PS in einen kleinen Kompaktwagen mit einem Eigengewicht von 1.585 Kilogramm.

Zugegeben, diese volle Leistung schöpft er erst in einem Drehzahlbereich zwischen 5.850 und 7.000 Umdrehungen aus. Im Alltag würde man dies jedoch vollkommen als ausreichend bezeichnen. Um den Motor bei Kaltstart zu schonen, bekommt man gleich nach dem Betätigen des Startknopfs einen gelben Warnhinweis, den Motor nicht über 5.500 Umdrehungen zu drehen. Dieser erlischt nach Erreichen der Betriebstemperatur.

Doch auch unterhalb dieses Drehzahlbereichs geht der Audi RS3 schlichtweg unbeschreiblich. Bereits beim kleinsten Gasbefehl presst es einen buchstäblich in den Sitz. Immerhin erreicht der Ingolstädter die 100 km/h-Marke nach 4,1 Sekunden. Das Gefühl bei der Beschleunigung ist auch das, was uns süchtig macht. Nicht die Endgeschwindigkeit von 280 km/h, denn die erreicht man in Österreich ohnehin nicht auf legalem Wege, sondern das Zurückschalten und die Kombination von Vortrieb und Motorensound. Selbst wenn man kein Rallyefahrer ist, spätestens dann fühlt man sich wie einer.

Mit der Leistung einher geht ein feuriges Drehmoment von 480 Nm, welches die Krawallbüchse im kompletten Drehzahlband von 1.700 bis 5.850 Umdrehungen abruft. Das heißt, egal in welchem Gang sich die 7- Gang S tronic befindet, es gibt das gesamte Drehmoment, und der Fünfzylinder kann immer aus dem Vollen schöpfen. Da Kraft allein nutzlos ist, wenn man sie nicht auf die Straße bringen kann, greifen die Ingolstädter auf ihr Patentrezept aus den 80ern - natürlich optimiert - zurück und verpassen dem RS3 den quattro-Antrieb. So gehen die Pferde nicht gleich nach dem Start in Rauch auf.

Apropos Rauch: Wer doch hin und wieder mit dem Audi die Rennstrecke aufsucht, wird sich über die Launch-Control und spezielle Racinganzeigen besonders freuen. Obwohl die S tronic perfekt arbeitet, möchte man vielleicht gern einmal die Dinge selbst in die Hand nehmen. Dazu besitzt der RS3 Schaltpaddles hinter dem Lenkrad. Aber Obacht, diese sind nicht wie bei den anderen DSG-Modellen von Audi so konfiguriert, dass sie automatisch in den nächsthöheren Gang weiter schalten, wenn sie den Drehzahlzenit erreichen. Bei den RS Modellen dreht man den Motor gnadenlos in den Begrenzer.

Obwohl bei einem Feuerzeug wie dem Audi RS3 der Fahrspaß und damit auch das Spiel mit dem Gaspedal Vorrang hat, müssen wir einen kurzen Blick auf den Verbrauch werfen. Hier liegt die Werksangabe für den Stadtverbrauch bei 11,4 Liter, Überland bei 6,7 und 8,4 Liter im Durchschnittsverbrauch. Erstaunlicherweise erreichten wir während unserer Testzeit einen Durchschnittswert von 11,3 Liter, wenn wir es nicht so eilig hatten. Leider konnten wir uns aber nur schwer zügeln, was uns ein wenig rascher bei unserem Freund dem Tankwart vorbeischauen ließ. In Anbetracht der gebotenen Leistung ist dennoch der Wert des Bordcomputers überraschend. Selbstverständlich begnügt sich der Audi RS3 nur mit exklusivem ROZ 98-Sprudel.

Fahrwerk und Lenkung passen zum Gesamtkonzept des Autos. Hart aber herzlich lautet die Devise und verspricht maximalen Fahrspaß besonders beim Kurvenräubern. Dementsprechend hoch ist der Grenzbereich der Traktion beim Herrn der Ringe angesetzt. Zwar kann man die verfügbaren Assistenzsysteme ausschalten, doch im Sinne der Sicherheit im Alltag lässt man dies lieber bleiben.

Unser Fazit für den Audi RS3 fällt in Sachen Fahrspaß, Dynamik und allgemeinen Auftritt mehr als positiv aus. Gerade das Catalunyarot unterstreicht sein feuriges Temperament. Wer eine Rennmaschine für den Alltag sucht, wird um diesen Audi sicherlich nicht umhinkommen. Lediglich der Preis wird den Kreis der Käuferschaft einschränken. Aber wo ein Wille ist, wird auch ein RS3 sein.

Was uns gefällt:

Motorperformance, Handling, optischer Auftritt

Was uns nicht gefällt:

Preis, keine elektrisch verstellbaren Sitze

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten:1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Tipp: Mehr Audi News und Tests sowie die Audi Händler in Österreich finden Sie hier.

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