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Nissan simuliert Probleme älterer Menschen im Auto

Erkenntnisse sollen schon bald zu serienreifen Verbesserungen in Nissan-Autos führen

13.03.2008

Der Anteil an älteren Menschen in der Bevölkerung von Industriestaaten wird immer größer. Als japanisches Unternehmen kennt Nissan die Herausforderungen, die eine ältere Bevölkerungsstruktur mit sich bringt, und untersucht daher die Alltagsprobleme von Senioren. Neue Forschungsmethoden sollen Innovationen hervorbringen, die das mobile Leben von Senioren vereinfachen und ihnen dabei helfen, intensiver am sozialen Leben teilzunehmen.

Zur Simulation der körperlichen Alterungsprozesse haben japanische Nissan-Ingenieure jetzt spezielle Anzüge in ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit integriert. Sie ermöglichen es den Technikern, die Welt der modernen Mobilität mit den Augen eines Autofahrers im fortgeschrittenen Alter zu betrachten. Hieraus leiten sie Modifikationen am Fahrzeugdesign ab, die den speziellen Bedürfnissen von Senioren entsprechen. "Mit steigendem Alter fallen körperliche Bewegungen und die korrekte Wahrnehmung immer schwerer", erklärt Nissan-Design-Ingenieur Etsuhiro Watanabe. "Für Senioren ist manchmal schon das Einlegen des richtigen Ganges, das Erreichen von Reglern der Klima- oder der Musikanlage, das Erkennen unterschiedlicher Farben auf dem Navigationsdisplay oder das Ein- und Aussteigen ein Problem."

Die meisten jungen Autofahrer können die körperlichen Herausforderungen des Alters nicht immer nachvollziehen. Laut Watanabe vermittelt der Alterssimulationsanzug den 20- bis 40-jährigen Nissan-Ingenieuren ein präzises Spiegelbild der täglichen Anstrengungen. "Bisweilen sind ältere Mitarbeiter für die Produktentwicklung nicht wirklich geeignet", glaubt Watanabe. "Daher können mit dieser Vorrichtung auch jüngere Ingenieure Lösungen erarbeiten, die das Autofahren für Senioren sicherer und angenehmer machen. Dies ist ein Schlüsselbereich unserer Forschungsarbeit."

Der Spezialanzug gibt dem Träger das Gefühl, Jahrzehnte älter zu sein. Durch das Anheben des Fußes wird das Gleichgewicht beeinträchtigt, getrübte Brillengläser vermindern die Sehkraft und simulieren Grauen Star, Körperbandagen schränken die Bewegungsfreiheit der Arme und Beine ein und täuschen rheumatische Beschwerden vor, während kolorierte Brillengläser die Fähigkeit zur Farbunterscheidung schwächen. Ein weiteres Merkmal des Anzuges ist ein großer Bauchgürtel. Mit einer Breite von 250 Millimetern und einer Dicke von 50 Millimetern täuscht er den Altersspeck vor, der das Ein- und Aussteigen zur Kraftanstrengung macht. Manche Ingenieure verkrampfen geradezu hinter dem Steuer, weil die Sitzeinstellungen keine ausreichende Bewegungsfreiheit ermöglichen. Die Alterssimulation versteift auch die Knie-, Ellenbogen-, Hand- und Sprunggelenke und schränkt die Beweglichkeit seines Trägers so ein, wie dies im fortgeschrittenen Alter auftritt. Berücksichtigt man die Funktion der Halswirbelsäule, erkennt man, wie wichtig sie bei der Nutzung der Rückspiegel ist oder wie leicht bzw. schwer es fällt, den Kopf beim Zurücksetzen des Fahrzeuges zu drehen.

Während sie den Anzug tragen, testen die Nissan-Ingenieure die Positionierung und Bedienwinkel unterschiedlicher Regler, die Lesbarkeit von Instrumenten- oder Navigationsanzeigen und suchen optimale Stellen für Haltegriffe, um den Ein- und Ausstieg in den Innenraum zu vereinfachen. Die Arbeit mit dem Alterssimulationsanzug erfolgt im Nissan Technical Center (NTC) nahe Tokio. Die Erkenntnisse sollen schon bald zu serienreifen Techniken führen, die in künftige Nissan-Modelle Einzug halten.

Quelle: Nissan



 

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