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Kann der Urlaubsanspruch verjähren?

Worauf Sie bei Ihrer Urlaubsplanung achten müssen.


19.09.2016

Bildquelle: Reisewoche Gruppe, Martin Warbinek
Zahlreiche Arbeitnehmer stellen sich die Frage, ob ein Urlaubsanspruch eigentlich verjähren kann. Und wenn ja, wann? Die Antwort der Arbeiterkammer-Experten lautet: Ja, der Urlaub verjährt grundsätzlich zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. Das heißt: Unbedingt darauf achten, dass man nie mehr als drei Jahresurlaube offen hat - der darüber hinausgehende Urlaub wäre schon verjährt.

Jeder Arbeitnehmer und jeder Lehrling hat Anspruch auf bezahlten Urlaub. In der Regel sind das 30 Werktage (= fünf Wochen), nach Vollendung des 25. Dienstjahres 36 Werktage (= sechs Wochen) im Jahr. Wenn der Urlaub verjährt ist, ist gesetzlich weder ein Verbrauch noch eine finanzielle Abgeltung vorgesehen.

Wie wird der Urlaubsverbrauch bzw. die Verjährung gerechnet?
Beim Urlaubsverbrauch wird der aktuell angetretene Urlaub prinzipiell auf den ältesten Resturlaub angerechnet. Ein Beispiel: Eine Arbeitnehmerin ist am 1. Oktober 2013 in ein Unternehmen eingetreten. Das erste Urlaubs- bzw. Arbeitsjahr endet somit am 30. September 2014. Der Urlaubsanspruch aus diesem Urlaubsjahr würde daher grundsätzlich mit 30. September 2016 verjähren. Die Arbeitnehmerin hat folgende Werktage Urlaub verbraucht:
1 Werktag im Jahr 2013,
25 Werktage im Jahr 2014,
4 Werktage zwischen 1. Jänner und 31. August 2015
= 30 Werktage
Da alle Werktage aus dem Urlaubsjahr 2013/14 somit vor dem 30. September 2016 verbraucht wurden, ist auch kein Urlaubstag verjährt.

Ab wann gibt es überhaupt Urlaubsanspruch?
Wenn man in einer Firma neu zu arbeiten beginnt, entsteht der Urlaubsanspruch im ersten halben Jahr im Verhältnis zur zurückgelegten Dienstzeit. Nach jeweils ca. 13 Kalendertagen hat man also Anspruch auf einen Urlaubstag, nach rund zweieinhalb Monaten auf eine ganze Urlaubswoche. Nach diesem halben Jahr steht der Urlaub im vollen Ausmaß zu. Ab dem zweiten Arbeitsjahr erwirbt man gleich zu Beginn des Arbeitsjahres den gesamten Urlaubsanspruch.

Tipp der AK-Experten: Über den Urlaubsverbrauch sollte man schriftliche Aufzeichnungen führen. Diese können im Streitfall ein wertvolles Beweismittel sein.

Quelle: AK OÖ

 

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