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Sensibel besaitet und trotzdem erfolgreich im Beruf

Eigene Stärken und Talente entdecken und ausbauen

26.07.2007

Jeder Mensch, sei er nun mehr oder weniger empfindlich, fühlt sich innerhalb einer bestimmten Bandbreite von Anregung durch verschiedenste Reize am wohlsten. Zu wenig Anregung bzw. Stimulation führt zu Langeweile, zu viel führt zu Überforderung, Überreizung, Erschöpfung, Gereiztheit und dem Wunsch nach Rückzug. Die Schwelle, an der Langeweile oder Überforderung eintreten, ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Hochsensible Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine optimale Anregung schon bei einem Maß an Stimulation erreichen, bei dem sich nicht Hochsensible noch langweilen. Wird die Stimulation gesteigert bis zu dem Punkt, an dem sich die nicht hochsensible Mehrheit wohl fühlt, sind hochsensible Menschen hingegen bereits überstimuliert. Dies liegt jedoch nicht daran, dass Hochsensible weniger Reize aushalten, sondern daran, dass sie feinere Nuancen und dadurch eine größere Fülle an Reizen innerhalb der gleichen Zeit wahrnehmen, denn:

Hochsensible Menschen haben aufgrund einer physiologischen Disposition ihres Nervensystems eine erhöhte Empfänglichkeit für Reize. Diese erhöhte Aufnahmebereitschaft für äußere (z.B. Geräusche oder Gerüche) und innere Reize (z.B. Erinnerungen, Vorstellungen, Gedanken) führt dazu, dass Hochsensible mehr Informationen wahrnehmen. Zusätzlich verarbeiten sie diese wesentlich tiefer und gründlicher als nicht hochsensible Menschen.

Der Punkt der Sättigung oder Überreizung, an dem man sich in eine reizärmere Umgebung zurückziehen möchte, ist bei ihnen daher früher erreicht. Das allen Hochsensiblen gemeinsame Hauptmerkmal ist also eine tiefere und detailgenauere Reizwahrnehmung- und Verarbeitung, die mit dem rascher einsetzenden Zustand der Überstimulation einhergeht. Die individuellen Eigenheiten, Empfindlichkeiten und Begabungen der Hochsensiblen sind breit gestreut und in verschiedenen Bereichen angesiedelt.

Der Begriff "hochsensible Person" (kurz: HSP) wurde 1996 von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron in ihrem Bestseller "The Highly Sensitive Person: How To Thrive When The World Overwhelms You" geprägt. Aktuellen Schätzungen zufolge sind etwa 15 Prozent der Menschen hochsensibel. Die Hochempfindlichkeit ist in fast allen Fällen bereits ab Geburt feststellbar. Zwillingsstudien weisen darauf hin, dass sie vererbt wird.

Hochsensibilität wurde und wird ab und zu verwechselt mit Schüchternheit, Ängstlichkeit und/oder Introversion. Obwohl hochsensible Menschen schüchtern, ängstlich und introvertiert sein können, ist dies nicht zwangsläufig so. 30 % der HSP sind extrovertiert, und Hochsensible, die eine glückliche Kindheit hatten, entwickeln sich nicht auffallend häufig zu ängstlichen und schüchternen Erwachsenen.

Hohe Sensibilität hat Nachteile, aber auch viele Vorteile. Reize wahrnehmen zu können, die an vielen anderen Menschen vorüber gehen, kann eine enorme Bereicherung sein. So sind hochsensible Menschen einfühlsamer und nehmen ganzheitlicher und detailorientierter wahr. Häufig finden wir eine sehr starke Ansprechbarkeit Hochsensibler auf die Ängste, Sorgen und Nöte der Mitmenschen oder generell anderer Lebewesen. Oft sind Hochsensible sehr kreativ, intelligent, gewissenhaft und haben eine ausgeprägte Intuition sowie ein besonders reiches Innenleben. In Situationen, die es erfordern, unterschwellige Reize wahrzunehmen und mit Bedacht zu handeln, sind Hochsensible gegenüber ihren nicht-hochsensiblen Mitmenschen ebenfalls im Vorteil. Die Welt kann für hochsensible Menschen unglaublich farbenprächtig, facettenreich, sinnerfüllt und in ihrer Gesamtheit ein Kunstwerk sein. Das sind die Momente, in denen Hochsensibilität als großes Geschenk erlebt wird.

Eine negative Nebenwirkung der hohen Sensibilität ist das frühere Erreichen des Gefühls der Reizüberflutung oder Überforderung. So können Dämpfe oder Staub in der Luft einen Hochsensiblen ebenso stark beeinträchtigen wie laute Musik, grelles Licht, enge Kleidung oder das Dauersurren des Computers oder anderer Maschinen. Hunger kann einen Hochsensiblen so aus der Bahn werfen, dass er sich auch unter großer Anstrengung nicht mehr konzentrieren kann. Schlafmangel verringert die Leistungsfähigkeit von HSP ganz massiv, Spannungen oder Konflikte mit den Mitmenschen bringen sie völlig durcheinander, und in Wettbewerbssituationen oder unter Beobachtung tun sie sich schwerer, gute Leistungen zu erbringen. Auch übermäßige Schreckhaftigkeit sowie das starke Bedürfnis nach Sicherheit und nach einem Umfeld, das frei ist von unangenehmen Überraschungen, kennzeichnen HSP.


Eine besondere Herausforderung und leider oft Hürde, allerdings auch große Chance stellt für die meisten Hochsensiblen das Berufsleben dar. Aus diesem Grund ist nun zur Thematik "Hochsensibilität und Arbeitsleben" ein Buch erschienen: Dr. Marianne Skarics: "Sensibel kompetent. Zart besaitet und erfolgreich im Beruf." Festland Verlag 2007, ISBN 978-3-9501765-2-0.

Dieses Buch kann hochsensiblen Menschen helfen, eigene Stärken zu entdecken und auszubauen und zu erkennen, inwiefern ihre ganz speziellen Talente im Berufsleben von Vorteil sein können. Das Buch begleitet HSP auf dem Weg zur Entdeckung ihrer Berufung. Weiters bietet es und Strategien zur Bewältigung von Überstimulation und Tipps, wie sie den Arbeitsalltag erfreulicher gestalten können, wie sie mit Kollegen und Vorgesetzten besser auskommen, und wie sie für ihre Fähigkeiten und Sensibilitäten Anerkennung finden, denn: Aus der Hochsensibilität resultieren besondere Bedürfnisse, aber auch besondere Begabungen und Fähigkeiten, die es verdienen, wahrgenommen und gefördert zu werden.

 

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