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Studie : Resignation und Demotivation in der Arbeit

Lt. aktueller AK-Studie hat jeder zehnte Arbeitnehmer völlig resigniert

Viele Arbeitnehmer haben aufgegeben, auf Verbesserung ihrer Arbeitsumstände zu hoffen. Das zeigt eine neue, österreichweite Studie der AK Oberösterreich. Besonders betroffen sind Fremdenverkehr, Einzelhandel sowie Unterrichts- und Sozialwesen. Die Resignation steigt mit zunehmendem Alter, Niedrigqualifizierte sind besonders frustriert.

Der heute zum ersten Mal präsentierte Resignationsindex ist eine neue Maßzahl zum Arbeitsklima-Index. Er wurde von den Instituten IFES und Sora im Auftrag der AK Oberösterreich entwickelt und  kann maximal 100 und minimal 0 Punke betragen.

"Wir haben damit ein weiteres, gutes Instrument, um noch genauer die reale Arbeitswelt zu beleuchten", betont der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer. "Die erste Messung hat bedenkliche Ergebnisse gebracht - jeder zehnte Arbeitnehmer hat die Hoffnung aufgegeben, dass sich seine Situation am Arbeitsplatz verbessern kann. Das ist nicht gut für die Betroffenen, aber auch nicht für die Unternehmen und die Wirtschaft insgesamt!"

Spitzenreiter bei der Resignation sind die Arbeiterinnen. Hier zählen 16,1 Prozent zur Gruppe der völlig resignierten Arbeitnehmer. Männliche Arbeiter, der Öffentliche Dienst sowie die weiblichen Angestellten liegen nahe beim Durchschnitt von zehn Prozent. Am wenigsten vollständig Resignierte gibt es mit 7,4 Prozent unter den männlichen Angestellten. Nach Branchen findet man mit rund 12 Prozent der Beschäftigten im Fremdenverkehr die meisten völlig Resignierten, gefolgt vom Einzelhandel mit 11,3 Prozent. Positive Ausnahme ist das Geld- und Versicherungswesen, wo nur 4,7 Prozent völlig resigniert haben.

Der Grad der Resignation ist auch altersabhängig. Österreichs Arbeitnehmer steigen oft bereits resigniert ins Berufsleben ein. Danach sinkt der Resignationsindex bis zum Alter von 35 Jahren, um später wieder stark anzusteigen. Der höchste Wert wird bei den über 55-Jährigen gemessen.

Angesichts der Resignation bereits zu Beginn der Berufslaufbahnen fordert AK-Präsident Kalliauer eine grundlegende Reform der Ausbildung. "Viel zu oft wird am Bedarf der Unternehmen vorbei ausgebildet, viele junge Arbeitnehmer finden danach keinen passenden Arbeitsplatz. Auch die Inhalte der Lehre sind oft nicht mehr zeitgemäß", kritisiert Kalliauer. Aber auch die Arbeitgeber müssen handeln. "Erst wenn wieder verstärkt die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt werden und Beschäftigte bei Löhnen/Gehältern, Karriere und Aufstiegmöglichkeiten Chancen sehen, wird die Resignation wieder sinken", ist sich AK-Präsident Kalliauer sicher.

Quelle: AK OÖ

 

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