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Rechtslage bei einer Kündigung

Was Ihnen zusteht

Eine Kündigung ist, selbst wenn sie vorbereitet kommt, ein Schock. Trotzdem gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich über seine Rechte und Möglichkeiten zu informieren. Hier Ihre wichtigsten Rechte im Überblick:


Rechtsgültigkeit

Lassen Sie umgehend prüfen, ob die Kündigung rechtsgültig ist. Als unselbständig Erwerbstätiger und Mitglied der Arbeiterkammer steht Ihnen eine kostenlose Rechtsberatung zu. Ihr Betriebsrat (sofern es in Ihrem Unternehmen einen gibt) erteilt Ihnen Auskunft, ob Ihre Kündigung gerechtfertigt ist. Eine ungerechtfertigte Kündigung muss innerhalb einer Woche nach Kündigung angefochten werden. Verstößt die Kündigung gegen eine Vorgabe, z.B. weil der Betriebsrat (sofern vorhanden) nicht vor der Kündigung verständigt oder die Kündigung nicht fristgerecht zugestellt wurde, ist sie rechtsungültig. In diesem Fall kann eine Entschädigung geltend gemacht werden. Gekündigt werden kann prinzipiell in der Probezeit jederzeit, in unbefristeten Arbeitsverhältnissen zum Ende jedes Kalendervierteljahres. Kollektiv- und Arbeitsverträge können auch die Regelung enthalten, dass zum 15. des Monats oder zu Monatsende gekündigt werden darf.


Kündigungsfristen

Eine fristgerechte Kündigung bedeutet, dass eine gesetzlich festgelegte Kündigungsfrist eingehalten werden muss. Kündigungsfrist bedeutet, dass man nach Ausspruch der Kündigung bei vollen Bezügen für eine bestimmte Frist im Unternehmen weiter beschäftigt ist. Bei gutem Einvernehmen kann man manchmal auch eine Dienstfreistellung, ebenfalls bei vollen Bezügen, erwirken.

Die Kündigungsfristen für Angestellte betragen:

bis zum vollendeten 2. Arbeitsjahr 6 Wochen

bis zum vollendeten 5. Arbeitsjahr 8 Wochen

bis zum vollendeten 15. Arbeitsjahr 12 Wochen

bis zum vollendeten 25. Arbeitsjahr 16 Wochen

ab dem vollendeten 26. Arbeitsjahr 20 Wochen

Eine fristlose Kündigung darf nur bei schweren Verstößen des Arbeitnehmers gegen den Dienstvertrag ausgesprochen werden. In den allermeisten Fällen muss der Dienstnehmer vor der fristlosen Kündigung bereits verwarnt worden sein. Die normale Kündigungsfrist, in welcher der Arbeitnehmer bei fristgerechter Kündigung noch Bezüge erhalten würde, entfällt bei fristloser Kündigung. Für jede Branche gibt es spezielle Kollektivverträge.


Anfechtung der Kündigung

Selbstverständlich möchten Sie nicht mehr in einem Unternehmen arbeiten, das Sie gekündigt hat, aber rein rechtlich würde eine Anfechtung der Kündigung einen Antrag auf Wiedereinstellung bedeuten. Das heißt natürlich nicht, dass Sie bei erfolgreicher Klage wieder in Ihr altes Unternehmen zurückkehren müssen. Aber meistens kann man sich später auf einen Vergleich einigen, der sich für Sie auszahlen kann.


Arbeitsbescheinigung und -zeugnis

Ihnen steht nach Kündigung eine Arbeitsbescheinigung und ein der Wahrheit entsprechendes, aber wohlwollend formuliertes, Dienstzeugnis zu. Beides ist einklagbar. Bei Formulierungen im Dienstzeugnis, die Ihnen die Jobsuche erschweren, haben sie ein Recht auf Änderung. Die Arbeitsbescheinigung ist ein sehr wichtiges Dokument, mit ihr wird das Arbeitslosengeld beantragt.


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