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Post-Markt-Liberalisierung : Brief-Zustellung neu

Preissenkungen von zwanzig Prozent zu erwarten

19.10.2006

Fast die Hälfte der Österreicher erwartet, dass die Abschaffung des Postmonopols zu niedrigeren Preisen führt. Das ergab eine aktuelle Internet-Umfrage bei fünfhundert Konsumenten, die vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) durchgeführt wurde. Dabei glauben 34,4 Prozent nicht an Preissenkungen, 18,8 Prozent haben dazu keine Meinung. Bernd Kirisits, Geschäftsführer des größten privaten Postdienstleisters redmail, sieht ein Vorbild im Telefon-Markt: "Telefonieren ist heute um fast siebzig Prozent billiger als zu Zeiten des Monopols. Auch die Postleistungen werden durch Konkurrenz billiger - wir rechnen mit Preissenkungen von zwanzig Prozent. Zusätzlich wird auch der Service für Konsumenten besser."

Der Preis alleine ist für Konsumenten aber nicht ausschlaggebend:
90,6 Prozent der Befragten beurteilen die Zuverlässigkeit und 81,2 Prozent die Vertrauenswürdigkeit eines Postdienstleisters als "sehr wichtig".

Der Abschaffung des Postmonopols stehen fast zwei Drittel der Bevölkerung (62 Prozent) positiv gegenüber. Die positive Zustimmung ist aber mit Vorbehalten verbunden: Zwei von drei Konsumenten fordern verbindliche Qualitätsstandards für alle Postunternehmen. Gar 82,8 Prozent der Befragten fordern bessere Serviceleistungen, wie etwa dass Nachsendeaufträge und Urlaubspostfächer unbürokratischer funktionieren sollen als bisher.

Regeln für alle Postler gefordert

Kirisits sieht Handlungsbedarf für alle Postunternehmen: "Als größter privater Anbieter haben wir ein natürliches Interesse daran, dass die Öffnung des Postmarkts ein Erfolg wird. Konsumenten verstehen darunter bessere Leistungen zu einem kleineren Preis." Damit in Österreich ein Wettbewerb um Qualität in Gang kommt, legt redmail nun als Erster umfangreiche Regeln vor, die ab sofort für seine Zusteller gelten. Darin wird unter anderem festgelegt, dass redmail mehrere Zustellversuche unternimmt, bevor eine Sendung zum Absender zurückgeschickt wird, wie sich die Zusteller gegenüber Hausbewohnern zu verhalten haben und wie die Daten der Konsumenten geschützt werden.

Kirisits: "Der Markt braucht verbindliche Standards. Mit den neuen Regeln für die Zustellung gehen wir für die gesamte Branche einen Schritt nach vorn. Hier decken sich unsere Interessen mit jenen der Konsumentenschützer." Die Eigeninitiative von redmail reicht laut Kirisits aber noch nicht aus. Er fordert von der kommenden Regierung die Einrichtung eines Gütesiegels für Postunternehmen, damit "Konsumenten auf einen Blick die seriösen von den weniger seriösen Postlern unterscheiden können". Um den Unterschied zu anderen Anbietern deutlicher zu machen, hat redmail in diesem Jahr als erstes Postunternehmen in Österreich eine ISO-Zertifizierung vorgenommen.

Ein interessantes Ergebnis der Umfrage ist auch, dass Frauen viel höhere Ansprüche an Postler stellen als Männer: Für 92 Prozent der Frauen muss ein Postler zuverlässig sein, drei Viertel erachten Schnelligkeitals sehr wichtig und ein Drittel will billige Leistungen. Männer interessiert die Postzustellung deutlich weniger.

Vorschlag zum Briefkasten-Dilemma

Um den Streit über die Umrüstung der Postkästen zu beenden, hat redmail eine Lösung ausgearbeitet, nach der die Postunternehmen die Umstellung bezahlen. Um die Last auf alle Firmen gerecht zu verteilen, soll der Staat die Umrüstung vorfinanzieren und von den Unternehmen eine Benützungsgebühr einheben. Die Höhe der Gebühr wird für jedes Postunternehmenentsprechend seinemMarktanteil jährlich festgelegt. "Das ist wie bei der Bahn. Die Schieneninfrastruktur soll in der Hand der Allgemeinheit sein - in unserem Fall sind das die Briefkästen - und wer die öffentliche Infrastruktur benützt, der soll dafür zahlen. Das wäre eine faire Lösung", schloss Kirisits.

Quelle: redmail

 

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