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Plagiate : Fahndung an der Universität Salzburg

60 Seiten aus dem Jahr 1997 einfach kopiert

06.06.2006

Ein akademischer Abschluss in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ist für jedermann/frau mit PC-Kenntnissen und Internet-Zugang recht leicht geworden: "Der weit überwiegende Teil der von mir studierten Arbeiten besteht im Wesentlichen aus einer perlenartigen Aneinanderreihung von Web-Texten", sagt der Salzburger Medienforscher und Dozent Stefan Weber. Er hat am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg in den vergangenen Tagen eine Stichprobenuntersuchung durchgeführt. Das Ergebnis: Elf von 13 Arbeiten entsprechen nicht den wissenschaftlichen Konventionen, wie sie in Lehrbüchern vermittelt werden.

Ein besonders eindeutiger neuer Fall: Ein Salzburger Ex-Student und -Tutor im Fachbereich hat in seiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 fast den gesamten Theorieteil - mindestens 60 Seiten Fließtext - unter anderem 1:1 aus einer Webquelle der Universität Düsseldorf übernommen. Dem betreuenden Professor dürfte nicht aufgefallen sein, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt - sogar Tippfehler im Original wurden nicht redigiert. Anschließend hat der "Autor" Definitionen von www.onlinejournalismus.com ohne Zitat oder Verweis in seine Arbeit eingefügt - und fertig war der "Theorieteil". Bei zwei weiteren Arbeiten besteht zumindest Plagiatsverdacht.

"Und viele weitere Arbeiten sind ein einziges Web-Sampling", urteilt der Medienwissenschaftler: "Es ist ein Fass ohne Boden". Wie die Universität Salzburg heute auf die neuerliche Plagiatsanzeige Webers reagierte? Der beschuldigte Plagiator dürfte bereits kontaktiert worden sein, denn dieser bedrohte den "Plagiatsjäger" wüst am Telefon.

Quelle: ots

 

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