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Neue deutsche Rechtschreibung

Große deutsche Verlage kehren zur alten Schreibweise zurück

In Deutschland hat die Ankündigung der beiden großen Verlage Axel Springer und Spiegel, künftig wieder die alte Rechtschreibung zu verwenden, ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Zu den beiden Verlagshäusern gehören so renommierte Printtitel wie Der Spiegel, die Boulevardzeitung Bild, die Tageszeitung Die Welt oder das Manager Magazin. In Summe haben die Medien der beiden Verlage eine Rechweite von rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung. Auch die "Süddeutsche Zeitung" lies verlauten, dass sie den Schritt zurück mitmachen wolle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) boykottiert die Reform ohnedies schon seit dem Jahr 2000.

Als Gründe für die Reform zur Reform nannten die Nachrichenhäuser die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung: "Nach fünf Jahren in den Druckmedien und sechs Jahren in den Schulen hat die Reform weder für professionell Schreibende noch für Schüler Erleichterung oder Vereinfachung gebracht. Im Gegenteil: Vermischungen von alter und neuer Schreibweise sind an der Tagesordnung. Wer vor der Reform sicher schreiben konnte, macht heute Fehler. Eltern benutzen eine andere Orthographie als Kinder. Lehrer sind zutiefst verunsichert." Und weiter: "Da auch die Mehrheit der deutschsprachigen Schriftsteller – von Grass bis Enzensberger – es ablehnt, daß ihre Werke in neuer Schreibung erscheinen, tut sich eine verhängnisvolle, immer breitere Kluft zwischen gelerntem und gelesenem Deutsch auf."

Während unter den deutschen Experten und Politikern nun ein heftiger Streit pro und kontra neue Rechtschreibung ausgebrochen ist, hat eine Blitzumfrage im Auftrag von RTL ergeben, dass 75 Prozent der Befragten auch lieber zur alten Schreibweise zurückkehren würden. Bei älteren Menschen war der Prozentsatz sogar noch um einiges höher. Kostenmäßig wäre eine Rückkehr allerdings fatal: Laut Verband für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege hat die neue Rechtschreibung allein in Deutschland bisher rund 25 Mrd. Euro gekostet. Der Verband der deutschen Schulbuchverlage rechnet bei einer Rücknahme der Reform mit weiteren 250 Mio. Euro an Kosten.

In der Schweiz haben sich die Politiker in einer ersten Reaktion gegen eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung ausgesprochen und verweisen auf gesunkene Fehlerquoten in den Schulen sowie die bisherigen Hohen Kosten der Reform. In Österreich gibt es bisher weder bei den Medien noch bei den Politikern eine Tendenz, von der neuen Schreibweise wieder abzukehren. Allerdings wird man in beiden Ländern eine mögliche Entwicklung in Deutschland natürlich nicht ignorieren können.

Quelle: pte / kurier.at

 

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