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Nebenverdienst - Angebote oft mehr als dubios

Bei "Superverdienst" und "Schneller Aufstieg" sehr vorsichtig sein!

Findige Geschäftemacher setzen auf die Not Arbeit suchender Menschen. In Inseraten bieten sie scheinbar sichere Jobs an. Sie werben mit "schneller Aufstiegschance", "flexibler Arbeitszeit" und "Superverdienst". Die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer haben recherchiert und festgestellt, dass nur ein Bruchteil dieser Jobangebote eine realistische Chance bietet, tatsächlich einen Arbeitsplatz zu finden. "Besonders Frauen, die aufgrund familiärer Betreuungspflichten nicht so mobil sind, werden leicht Opfer von skrupellosen Geschäftemachern", kritisiert die AK.

Die dramatische Lage auf dem Arbeitsmarkt macht sich auch bei den AKNÖ-Konsumentenschützern bemerkbar. Sie verzeichnen einen enormen Zuwachs an Anfragen zu scheinbar lukrativen Nebenjob-Inseraten in Zeitungen. Aus diesem Grund haben die Konsumentenschützer Stellenangebote in Tages- und Wochenzeitungen, im Internet, bei Aushängen in Supermärkten und auf Flyern, die auf die Windschutzscheibe geheftet wurden, einmal genauer unter die Lupe genommen.

Das Resultat ist alles andere als erfreulich. Von 164 Stellenangeboten in den Rubriken "Diverses Personal" und "Teilzeit" in den Wochenendausgaben auflagenstarker Tageszeitungen konnten z.B. lediglich 27 Anzeigen als viel versprechend verbucht werden - viel versprechend insoferne, als sie Arbeitssuchenden tatsächlich eine realistische Chance bieten, einen Arbeitsplatz zu finden. Der Großteil der Jobangebote war verbunden mit teuren Mehrwertnummern, Angebote, die im Bereich der Strukturvertriebe angesiedelt sind oder Angebote aus dem Bereich Erotik (Telefonhotline, Erotikmasseuse, Kleindarsteller für Videoproduktionen). "Ebenso problematisch wie die Mehrheit der Inserate, die wir in den Printmedien gefunden haben, sind Jobangebote, wie man sie vielfach auf Flyern oder Aushängen in Supermärkten findet. In vielen Fällen wird eine schnelle Karriere bei Superverdienst und flexibler Arbeitszeit versprochen", meint Dr. Eva Schreiber, Leiterin der Konsumentenberatung der NÖ Arbeiterkammer.

"Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt ist es kein Wunder, dass so viele Menschen auf diese trügerischen Inserate hereinfallen. Die Aussicht, arbeiten und endlich eventuelle Schulden begleichen zu können, ist zu verlockend", meint auch AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Besonders Frauen, die aufgrund familiärer Betreuungspflichten nicht mobil seien, werden leicht Opfer skrupelloser Geschäftemacher. Denn für viele heißt es nach langen Telefon- und Bewerbungsgesprächen nur: "Außer Spesen nichts gewesen."

Einige der Angebote für Neben- und Zusatzverdienste sind im Bereich der Direkt- und Strukturvertriebe angesiedelt. Nach Ansicht der AK-Experten sind diese Vertriebsstrukturen besonders bedenklich, da einerseits die Produkte meist zu weit überhöhten Preisen angeboten werden und andererseits familiäre und freundschaftliche Kontakte ausgenützt werden sollen, um das Vertriebssystem auszubauen. Läuft das Geschäft nicht wie erhofft, führt das vielfach nicht nur zu finanziellen Problemen, sondern auch zum Zerbrechen von Beziehungen und Freundschaften.

Tipps der AKNÖ zum richtigen Umgang mit Heimarbeit und Nebenverdiensten:

  • Auf keinen Fall mit Firmen Verträge eingehen, die eine Abnahmeverpflichtung des Materials vorschreiben und dafür eine Anzahlung verlangen.

  • Meiden Sie auf jeden Fall Firmen, die nur ein Postfach angeben oder eine Mehrwerttelefonnummer.

  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn versprochen wird, dass man innerhalb kurzer Zeit toll verdienen kann.


 

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