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Mitarbeiter über 40 - das unterschätzte Potential

Belastbar, ehrgeizig und loyal

Erika Regnet, Professorin für Personalmanagement an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt setzt bei der Auswahl ihrer MitarbeiterInnen gerne auf ältere Semester: "Eine ältere Mitarbeiterin ist mir lieber als eine 23-Jährige, die ständig Liebeskummer hat." Nun hat die Professorin die Vorzüge der "Frauen ab 40" auch wissenschaftlich erforscht. Das Ergebnis: Ältere Damen hätten nicht nur seltener Liebeskummer, sondern "mehr Berufserfahrung und in der Regel eine höhere Loyalität zum Unternehmen."

Das gilt auch für Männer. Management-Trainerin Sabine Asgodom glaubt aber, dass es für Unternehmen noch einen weiteren guten Grund gibt, ältere Frauen einzustellen: "Nachdem die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, sind Frauen oft hoch motiviert, noch einmal durchzustarten."

Im Gegensatz zu älteren Männern und der Konkurrenz jüngeren Datums seien Frauen über 45 in der Lage, mit verschiedenen Belastungen gleichzeitig fertig zu werden, argumentieren die Autoren der Studie. Von der Erziehung der Kinder und der Organisation des Familienlebens sind sie gewohnt, auch unter störenden Einflüssen mehrere Dinge parallel durchzuführen. Diese Erfahrungen müssen jüngere Frauen erst machen.

In der Praxis scheint sich dies noch nicht herumgesprochen zu haben. Ältere Frauen werden im Beruf eher abgeschoben als gefördert. Die meisten Vorgesetzten seien grundsätzlich nicht bereit, die Vorzüge von älteren Mitarbeitern - egal ob Mann oder Frau - zu erkennen, so Regnet. Im Gegenteil: sie machen sich hauptsächlich Sorgen vor längeren Fehlzeiten, geringerer Leistung oder abnehmender Lernfähigkeit. Die meisten dieser Ängste erweisen sich jedoch als überflüssig: Ältere Mitarbeiter sind laut Erhebungen im Durchschnitt länger aber nicht so häufig krank wie jüngere. Die Lernfähigkeit hängt letztlich vom Interesse und der Bereitschaft jedes Einzelnen ab, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Professor Regnet ist daher bemüht, die Unternehmen von der Sinnhaftigkeit einer Karriereförderung der 40- bis 50-Jährigen zu überzeugen. Dies ist allein schon wegen der Bevölkerungsentwicklung der nächsten Jahre ein ernstzunehmendes Thema. Waren im Jahr 2000 noch zwei Drittel der Deutschen unter 50 Jahre alt, wird der Anteil bis zum Jahr 2030 von 35 auf 47 Prozent ansteigen.

Quelle: Financial Times Deutschland

 

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