Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Voraussetzungen für Kurzarbeit im Betrieb

Arbeiterkammer warnt vor "falscher" Kurzarbeit

31.03.2009

In letzter Zeit wenden sich immer öfter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an die AK, weil es in ihrem Betrieb angeblich Kurzarbeit geben soll. Bei genauer Prüfung durch die Arbeitsrechtsexperten stellt sich dann heraus: Von gesetzlicher Kurzarbeit kann keine Rede sein - manche Firmen senken einfach die Arbeitszeit und aliquot dazu den Lohn! AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Solche Praktiken gehen voll auf Kosten der Arbeitnehmer und gehören sofort abgestellt."

Die von "falscher" Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten schildern in der AK-Rechtsberatung meist folgende Situation: Das Unternehmen kündigt für einen befristeten oder auch oft unbegrenzten Zeitraum die Senkung der Arbeitszeit an, verbunden mit einer entsprechend aliquoten Senkung des Verdienstes. Begründet wird dies fast immer mit der schlechten wirtschaftlichen Lage. Die Belegschaft akzeptiert dies häufig aus Angst um den Arbeitsplatz. "Von echter Kurzarbeit kann hier keine Rede sein", warnt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, "das sind schlicht unseriöse Methoden, um auf Kosten der Beschäftigten im Betrieb einzusparen."

Bei Kurzarbeit müsste der Arbeitgeber im Normalfall sechs Wochen vor dem geplanten Beginn mit dem regional zuständigen Arbeitsmarktservice (AMS) Kontakt aufnehmen und sich dann gemeinsam mit der Arbeiterkammer und der zuständigen Gewerkschaft beraten. Ohne die Zustimmung der Gewerkschaft, des jeweiligen Fachverbandes, des AMS und des Betriebsrates kann es im Betrieb keine Kurzarbeit geben, erklärt die AK.

Vor Einführung der Kurzarbeit müssen einige Punkte schriftlich vereinbart und festgehalten werden: die Anzahl der betroffenen Personen, die voraussichtliche Dauer der Kurzarbeit und die Behaltepflicht - also der Kündigungsschutz - danach. Der Betrieb ist außerdem verpflichtet, den betroffenen Beschäftigten eine Kurzarbeitsunterstützung zu bezahlen - zusätzlich zum Lohn für die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden! Dadurch halten sich die Lohneinbußen für die Betroffenen in Grenzen.

Ein wichtiger Punkt bei der "echten" Kurzarbeit ist außerdem der Kündigungsschutz. Während der Kurzarbeit und eines anschließenden Zeitraumes danach, der gesondert vereinbart wird, muss das Unternehmen den Beschäftigtenstand aufrecht erhalten.

All diese Punkte dienen dem Schutz der Arbeitnehmer und sind unbedingt zu erfüllen, wenn ein Betrieb Kurzarbeit anmeldet. Alles andere ist gesetzeswidrig und muss harte Konsequenzen für die betreffenden Arbeitgeber haben, fordert die AK. "Die Wirtschaftskrise für solch unseriöse Praktiken auf dem Rücken der Arbeitnehmer zu nutzen, ist unter jeder Kritik und ein Affront auch gegen jene Unternehmer, die sich an die 'Spielregeln' halten", so Kalliauer.

Quelle: AK OÖ, ots

 

Top Themen

Top Links