Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Infos und Tipps für die Kündigung

So steigen Sie gut aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis aus


12.04.2010

Der neue Job ist perfekt: optimale Arbeitszeiten, gute Arbeitsbedingungen, interessante Aufgaben und ein attraktives Gehalt. Bevor Sie nun mit fliegenden Fahnen überwechseln, achten Sie darauf, das bestehende Dienstverhältnis korrekt zu beenden. Denn übereiltes Handeln kann gravierende finanzielle Nachteile bringen.

So machen Sie es richtig
Noch bevor Sie konkrete Schritte setzen oder jemanden aus dem Unternehmen über Ihre Pläne informieren, lesen Sie aufmerksam Ihren bestehenden Dienstvertrag durch und werfen Sie auch einen Blick in den Kollektivvertrag. Achten Sie vor allem auf diese Punkte:

  • Kündigungsfrist
  • Bezahlte Freizeit
  • Konkurrenzklausel
  • Ausbildungskostenersatz
  • Abfertigungsregelung

Bei Unklarheiten kann man sich zwecks telefonischer Auskunft oder zu einem persönlichen Gespräch an die Arbeiterkammer oder den ÖGB wenden.

Genaue Einhaltung der Fristen!
Die Kündigung gilt dann als ausgesprochen, wenn sie dem Arbeitgeber zugegangen ist. Erst ab dann beginnt die Kündigungsfrist zu laufen. Wenn Sie nicht fristgerecht kündigen, bleibt die Kündigung aufrecht, das Arbeitsverhältnis endet dann aber zu dem fristgerechten später als erwünschten Termin - was zu einem späteren Arbeitsantritt beim neuen Arbeitgeber führt. Zudem kann es zum Verlust der Urlaubsersatzleistung aus dem laufenden Urlaubsjahr oder der Sonderzahlungen kommen. Tipp: Kontrollieren Sie vorab ganz genau die für Sie geltenden Termine und Fristen!

Selbstkündigung oder einvernehmliche Lösung?
Sind Sie fest entschlossen, das Unternehmen zu verlassen, können Sie versuchen, mit dem Arbeitgeber eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses auszuhandeln. Diese kann Sie in manchen Bereichen besser stellen. Hier sind die Unterschiede zur Selbstkündigung:


Selbstkündigung
Einvernehmliche Lösung
Arbeitslosengeld
4 Wochen Sperre
sofortige Auszahlung
Postensuchtage
nur wenn vertraglich geregelt
verhandelbar
Abfertigung
kein Anspruch bzw. Anwartschaft
Auszahlung möglich
Urlaubsanspruch
aliquotiert
aliquotiert
Konkurrenzklauseln
Vertrag gilt
verhandelbar
Ausbildungskosten
Vertrag gilt
verhandelbar


Warten auf das Arbeitslosengeld
Bei Selbstkündigung gibt es in den ersten vier Wochen keine Arbeitslosenunterstützung. Lediglich die Krankenversicherung bleibt aufrecht. Bei einer einvernehmlichen Lösung dagegen wird der Arbeitslosenbezug nicht gesperrt. Ausnahme: Bei berücksichtigungswürdigen Gründen (z.B. Mobbing) hat das Arbeitsmarktservice (AMS) einen Ermessensspielraum und kann auf die Sperrfrist verzichten.

Postensuchtage: bezahlte Freizeit für die Arbeitssuche
In manchen Fällen hat der Arbeitnehmer Anspruch auf "Postensuchtage", also bezahlte Freizeit für die Arbeitssuche. Bei einer regulären 5-Tageswoche ist das ein Arbeitstag pro Woche - während der gesamten Kündigungsfrist. Voraussetzung bei Selbstkündigung ist, dass die Postensuchtage ausdrücklich im Vertrag geregelt sind, bei einer einvernehmlichen Lösung sind sie verhandelbar.

Auszahlung der Abfertigung - ja oder nein?
In den letzten Jahren wurde das geltende Abfertigungsrecht an die aktuellen Bedürfnisse der Arbeitnehmer angepasst. Die Abfertigung alt gilt weiter für alle Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis schon vor dem 1.1.2003 bestand. Sie haben allerdings die Möglichkeit, schriftlich und mit Zustimmung des Arbeitgebers in die neue Abfertigungsregelung zu wechseln, was aber selten vorkommt. Die Abfertigung neu gilt für alle Arbeitsverhältnisse, die ab 1.1.2003 begannen. Aber egal ob altes oder neues Recht: Bei einer Selbstkündigung besteht kein Anspruch auf Auszahlung der Abfertigung. Allerdings entsteht bei der Abfertigung neu eine Anwartschaft, so dass das Geld in der Zwischenzeit in der Mitarbeitervorsorgekasse verbleibt. Im Gegensatz dazu ist bei der einvernehmlichen Kündigung sowohl bei der alten als auch bei der neuen Abfertigungsregelung die sofortige Auszahlung sicher, wenn Sie diese wünschen.

Urlaubsanspruch: Wann und wie konsumieren?
Der Urlaubsanspruch wird für das laufende Jahr aliquotiert, außer der Urlaub wurde bereits zur Gänze konsumiert. Ist noch Urlaub offen, muss mit dem Arbeitgeber vereinbart werden, wann dieser verbraucht wird. Es besteht aber keine Pflicht, den Urlaub während der Kündigungsfrist abzubauen. Nicht genutzter Urlaub ist auszuzahlen. Währenddessen ruht das Arbeitslosengeld.

Konkurrenzklauseln und Ersatz von Ausbildungskosten
Sowohl Konkurrenzklauseln als auch die Rückzahlung der Ausbildungskosten durch den Arbeitnehmer sind im Arbeitsvertrag geregelt. Am besten, Sie achten gleich bei der Vertragsunterzeichnung für den neuen Job darauf. Manche Klauseln sind unzulässig, wie zum Beispiel ein Berufsverbot. Bei einer einvernehmlichen Lösung können Sie diese Punkte noch konkret aushandeln. Verzichtet der Arbeitgeber auf die Geltendmachung, muss er dies jedenfalls schriftlich tun.

Quelle: ING DiBa

 

Top Themen

Top Links