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Krank durch Stress und mangelnde Unterstützung

Nicht das Gebäude macht krank, sondern das Betriebsklima

27.03.2006

Wenn Menschen, die ihren Lebensunterhalt in größeren Bürogebäuden bestreiten, über Kopfschmerz, Übelkeit oder Schleimhaut-Reizungen klagen, sind manche Mediziner schnell mit der Diagnose "Sick Building Syndrome" bei der Hand. Forscher des Londoner University College kommen nun aber zu der Überzeugung, dass weniger schlechte Büroluft, Lärm, Pilze oder Chemikalien für derlei Beschwerden verantwortlich zeichnen, sondern vielmehr berufliche Anforderungen und ein Mangel an Unterstützung.

Zumindest legen dies jene Daten nahe, die Michael Marmot und Kollegen in 44 Bürogebäuden gesammelt haben. Mehr als 4.000 öffentlich Bedienstete im Alter zwischen 42 und 62 Jahren wurden ausführlich zu ihrer Arbeitssituation und dem Auftreten der genannten Beschwerden interviewt. Darüber hinaus wurden die Arbeitsstätten der Befragten unter anderem auf klimatische Verhältnisse, Staub-, Chemikalien- oder Lärmbelastung untersucht.

Nicht das Gebäude, sondern das Betriebsklima

Die Auswertung der erhobenen Daten bestätigte zunächst einmal den Stellenwert des Problems: Jede fünfte Angestellte und jeder siebente Büro-Bedienstete zeigten zumindest fünf typische Anzeichen des Syndroms, wobei diese bei jüngerem Personal ausgeprägter waren. Wie das Team im Fachblatt "Occupational and Environmental Medicine" berichtet, konnte zwar eine schwache Korrelation zwischen dem vermehrten Auftreten von Beschwerden und mangelhaft regulierter Raumtemperatur bzw. hoher Belastung der Luft mit Staub und Bakterien ausgemacht werden. Für einen Zusammenhang mit Luftzirkulation, Pilzbelastung oder Chemikalien zeigten sich andererseits nur wenige bis keine Indizien.

Jene Faktoren, die am deutlichsten mit den lästigen Symptomen an Nasen, Augen, Rachen oder Haut in Verbindung gebracht werden konnten, entstammten dagegen dem psychosozialen Bereich: hohe Anforderungen an die berufliche Leistung und fehlende Unterstützung am Arbeitsplatz. Fazit: Krank mache weniger das Gebäude bzw. dessen Unzulänglichkeiten, sondern vielmehr ein Arbeitsumfeld mit schlechtem psychosozialen Klima. Wessen Arbeiter häufig derartige Symptome zeigen, dessen Betriebsstruktur vertrage wohl durchaus eine Verträglichkeitsprüfung, meinen die Wissenschafter. Womit sie nicht allein dastehen: Ähnliche Ergebnisse hatte 2004 eine deutsche Studie ergeben, bei der 4.600 Beschäftigte in 14 großen Bürogebäuden Deutschlands befragt worden waren.

Quelle: news-medical.net

 

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