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Katastrophenhilfe in der Pension

Die ältere Generation kann mit viel Erfahrung helfen


Das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg hat bewiesen, dass die ältere Generation auch nach dem Berufsleben einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten könne. Mit dem Projekt "SeheKa - Senioren helfen bei Katastrophen" haben die Heidelberger Wissenschaftler eine Plattform geschaffen, die es ermöglicht, agile Senioren an Hilfe suchende Menschen zu vermitteln. Das Projekt feiert in diesem Monat sein einjähriges Jubiläum. "Unsere grundsätzliche Überlegung war, Anwendung und Praxis zu verbinden und die ältere Generation nicht nur zu erforschen, sondern aktiv zu unterstützen", erklärt Ines Prokop vom Heidelberger Institut für Gerontologie. "Wir haben mit unserem Projekt bisher sehr positive Erfahrungen gemacht."

Die Potenziale der älteren Generation bleiben im Bereich des bürgerlichen Engagements oft ungenutzt. Gerade bei Katastrophenfällen werden Pensionisten meist nur um Spenden gebeten, eine aktive Einbindung älterer Menschen gibt es nur selten. Dabei weisen gerade Senioren ein bemerkenswertes Maß an ehrenamtlichem Engagement für Familienangehörige, Nachbarn und Vereinskollegen auf und verfügen über Kompetenzen in den unterschiedlichsten Bereichen. SeheKa hat es sich zur Aufgabe gemacht, Senioren bei der Katastrophenhilfe und -nachsorge an Hilfsorganisationen zu vermitteln. "Dabei geht es weniger um den Einsatz am Ort der Katastrophe als um die Betreuung von Überlebenden, Angehörigen und Hinterbliebenen in Deutschland", erläutert Prokop. "Nach der Tsunami-Katatstrophe haben sich die Senioren zum Beispiel um Haushalt und Kinder von Angehörigen der Opfer gekümmert, so dass diese in die Krisengebiete reisen konnten, um dort nach Vermissten zu suchen oder an Bestattungen teilzunehmen."

Im letzten Jahr übernahmen die von SeheKa vermittelten Senioren vor allem Aufgaben im psychosozialen und betreuenden Bereich. Neben dem Einsatz bei Angehörigen der Tsunami-Opfer übernahmen die Senioren auch die Leitung von Selbsthilfegruppen. Aus dem Engagement in Deutschland ergab sich sogar für einige die Möglichkeit, an einer Mädchenschule in Sri Lanka zu unterrichten. Das Durchschnittsalter der bei SeheKa aktiven Senioren liegt zwischen 60 und 70 Jahren. "Mit 70 kann jemand noch topfit sein", bekräftigt Prokop. "Schließlich sitzen auch im Deutschen Bundestag Leute in diesem Alter."

An dem Projekt der Heidelberger nehmen Senioren aus ganz Deutschland teil. Wer mitmachen möchte oder die Hilfe der Senioren in Anspruch nehmen will, kann über die Internetseite mit SeheKa Kontakt aufnehmen. Die Haushaltshilfe oder den Kinderbetreuer sollen die Senioren aber nicht ersetzen. "Unser Projekt richtet sich ausschließlich an die Opfer von Katastrophen", erklärt Ines Prokop. In Österreich und der Schweiz gibt es noch kein vergleichbares Angebot. "Dass ein Institut für Gerontologie so etwas anbietet, ist auch eher ungewöhnlich", meint Prokop. SeheKa wird durch die Robert Bosch-Stiftung unterstützt.

Quelle: SeheKa
 

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