Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Freude und Erfüllung im Beruf heute immer seltener

Zuwenig Respekt, Berechenbarkeit und Ehrlichkeit im Management

In einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Focus warnt der amerikanische Psychologe und Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi vor den negativen Folgen reiner Ertragsorientierung in Unternehmen. Nach Meinung des Experten ist der Unternehmer seinen Mitarbeitern nicht nur den Lohn schuldig, sondern auch die Möglichkeit, am Arbeitsplatz Freude und Erfüllung zu finden. Der Psychologe rät daher zu einem "Bündnis für Freude".

Es gebe zwar Unternehmer, die einsehen, dass sie auch für das psychische Wohlergehen ihrer Mitarbeiter verantwortlich sind. In vielen Betrieben ist dies aber nur ein rein philosophischer Ansatz. "Auf lange Sicht kann man Menschen nicht zwingen, etwas zu tun, was sie nicht mögen", erklärt Csikszentmihalyi. Der Glücksforscher ist kein besonderer Freund jener Kapitalismusform, in der die Aktionäre den Ton angeben und immer höhere Profite für ihr Kapital fordern. Das herrschende Wirtschaftssystem halte Menschen davon ab, das zu tun, was ihrem persönlichen Wohlbefinden und dem ihrer Familie zuträglich sei, argumentiert der Wissenschaftler.

"Das sind keine neuen Erkenntnisse", meint der Unternehmer Robert Wolff, der bereits in den 70-er Jahren das "Konzept der sozialen Betriebswirtschaft" umgesetzt hat. Damals hatte sich Wolff von den allgemein vorherrschenden Führungsprinzipien verabschiedet. "Wir müssen lernen, dass die Mitarbeiter nicht Kostenfaktoren sind, sondern Menschen mit unternehmerischen Fähigkeiten", so Wolff. Was extern die Konsumenten sind, sind intern die eigenen Mitarbeiter. Wie auf dem Konsumgütermarkt müssen Unternehmen auf dem Sozialgütermarkt um ihre Kunden werben, fordert Wolff.

Michael Müller, Geschäftsführer der a & o Aftersales & Onsite Services GmbH, meint, dass sich die Führungsebene wieder vermehrt auf alte Tugenden besinnen müsse. "In Großunternehmen geht es viel zu technokratisch zu. Da werden irgendwelche Plattitüden in Unternehmensleitsätze gegossen und sind doch eher ein Zeichen von Hilflosigkeit. Die heutige Managergeneration betreibt zuviel Nabelschau, genau wie unsere Politiker", so Müller.

Der Unternehmer empfiehlt die Lektüre von Thomas A. Harris. Dessen Ziel ist eine verbesserte Kommunikation mit anderen Menschen und ein grundlegendes Verständnis für sich selbst: "Respekt gegenüber Mitmenschen, Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und Ehrlichkeit sind Regeln, die für das Privat- und Berufsleben gelten", erklärt Müller, der einräumt, dass er selbst alle seine Mitarbeiter mit Namen kennt, ihre Geschichte und ihre Familienverhältnisse, die Zahl ihrer Kinder und auch wann ein Kind krank ist. Das sei ein entscheidender Unterschied zum Konzern. "Ein Konzern versucht in der Regel, den neuesten Management-Modetrends hinterherzulaufen und verliert dabei den Blick für das Wesentliche", argumentiert der Unternehmer.

Quelle: pressetext.deutschland


 

Top Themen

Top Links