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Frauen scheuen Risiko u. Wettbewerb mehr als Männer

Schülerinnen in reinen Mädchenschulen agieren risikofreudiger als in gemischten Klassen.

09.03.2009

Gesellschaftliche Prägung und Erziehung sind schuld daran, dass Frauen Risiken und Wettbewerb eher scheuen als Männer. Diesen Schluss ziehen Ökonomen der Universität Essex aus dem Vergleich von Experimenten an reinen Mädchenschulen und gemischten Schulen. Die Ergebnisse seien ein Hinweis auf die eigentliche Ursache, warum Frauen am Arbeitsplatz weniger verdienen und weniger oft in Führungspositionen gelangen als Männer, erklären die Forscher. Veröffentlicht wurde die Studie vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Dazu verglich man das Verhalten von Schülerinnen von Mädchenschulen mit dem Verhalten von Mädchen und Jungen aus gemischten Klassenverbänden. In einem ersten Experiment ließen sie die Probanden wählen, ob sie lieber einen garantierten Geldbetrag erhalten wollen oder lieber eine Münze werfen, die den Betrag entweder erhöht oder verringert. Mädchen aus den gemischten Schulen bevorzugen eindeutig die Sicherheitsvariante, während Altersgenossinnen der reinen Mädchenschulen ebenso auf Risiko spielten wie Jungen.

Diesem ersten Test folgte ein Wettbewerb, in dem die Probanden je nach Wahl entweder ein fixer Lohn erwartete oder eine Belohnung nur für den jeweils Besten einer Vierergruppe. Auch hier entschieden sich Schülerinnen aus Mädchenschulen ähnlich oft wie Jungen für Wettbewerb, während ihre Kolleginnen aus gemischten Schulen dem Leistungsvergleich aus dem Weg gingen, besonders wenn sie mit Jungen in der gleichen Gruppe waren.

Erzieherische Einflüsse und sozialer Umgang mit Gleichaltrigen verstärken die Entwicklung "typisch weiblicher" Verhaltensweisen, die mitunter im Berufsleben nachteilig sind, schließen die Studienautoren. Diese Ergebnisse sollten jedoch nicht als Plädoyer für reine Mädchenschulen gewertet werden, da positive Effekte eines gemischtgeschlechtlichen Lernumfeldes durchaus überwiegen könnten. Eltern und Lehrer sollten jedoch darauf hinarbeiten, die Herausbildung potenziell schädlicher Geschlechterstereotypen in einem solchen Umfeld zu minimieren.

Quelle: pte

 

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