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Frauen und Männer haben andere Gehaltsvorstellung

Männer: Bezahlung nach Leistung - Frauen: Fixgehalt

22.03.2006
 
Wissenschaftler der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und des Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) haben entdeckt, warum die Tatsache, dass Frauen meist weniger als Männer verdienen, nicht nur auf Diskriminierung basiert. In einem Laborexperiment haben die Forscher festgestellt, dass Frauen ein sicheres Fixgehalt wählen, auch wenn sie durch eine leistungsabhängige Bezahlung mehr verdienen könnten. Männer entscheiden sich dagegen häufiger für eine Entlohnung nach Leistung.

Dazu hat ein Bonner Forscherduo 119 Männer mit 121 Frauen verglichen, die über einen Zeitraum von zehn Minuten Zahlenpaare miteinander multiplizieren sollten. Vor dem Experiment mussten sich die Probanden für eine Bezahlungsvariante entscheiden. Entweder bekamen sie eine fixe Summe von sieben Euro, oder 20 Cent pro korrekter Multiplikation. Alternativ dazu konnten sich die Versuchspersonen auch für eine Art Turnier anmelden. Dabei sollten die Probanden gegen einen zufälligen Gegner um die Wette rechnen. Wer die meisten Aufgaben löste, erhielt 20 Euro, während sein Gegner leer ausging.

Verglichen mit 68 Prozent der Männer, entschieden sich nur 44 Prozent der Frauen für eine leistungsabhängige Bezahlung. "Dafür sind Unterschiede in der Risikobereitschaft verantwortlich", erklärt Thomas Dohmen, Wissenschaftler am IZA. Männer sind eher bereit Risiken einzugehen als Frauen. In der Bonner Studie führten Armin Falk und Thomas Dohmen zusätzlich auch Experimente durch, die Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Testpersonen zulassen. Dabei wurden die Risikoaffinität, die Ausprägung des individuellen Egoismus und die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten getestet.

"Bei unserer Studie ging es darum, herauszufinden, welche Mitarbeiter-Typen von bestimmten Leistungsanreizen angezogen werden", betont der IZA-Wissenschaftler. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass sich am Eigennutz orientierte Menschen häufiger als andere für die Turniervariante entschieden. Ebenso bevorzugten risikofreudige und sich selbst überschätzende Teilnehmer das Wettrechnen mit der Aussicht auf eine hohe Belohnung. Solche leistungsorientierte Belohnungssysteme gebe es laut Dohmen auch in der freien Wirtschaft.

Besonders für Firmen sind die Studienergebnisse der IZA-Forscher interessant. "Die Bezahlungsart hat sozusagen Nebenwirkungen", erklärt Thomas Dohmen. Mit einer leistungsabhängigen Bezahlung würden nicht nur besonders produktive Mitarbeiter angelockt, sondern mitunter auch egoistische oder risikofreudige Charaktere, so Dohmen abschließend.
 
Quelle: apa

 

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