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Geschlecht bremst Frauen bei der Karriere

Studie untersucht die unterschiedlichen Karriere-Einflussfaktoren

23.03.2007

Das Geschlecht ist für Österreichische Frauen die Karrierebremse Nummer 1. Das ergab eine Accenture-Studie zum Thema Chancengleichheit, bei der über 2.200 Führungskräfte in 13 Ländern befragt wurden. 37 Prozent der befragten Frauen wünschen sich in Österreich einen flexiblen Job, um auch für ihre Familie und ihre Kinder da sein zu können.

Auf die Frage, welche Faktoren ihre Karriere behindern, antworten weltweit 26 Prozent der Frauen, ihr Geschlecht. In Österreich sind es 27 Prozent. Weitere 24 Prozent geben an, dass sie langsamer vorankommen, weil sie sich um ihre Familie kümmern. Männer machen für einen Karriereknick eher äußere Umstände wie Konjunktur oder Pech verantwortlich.

"Diese Ergebnisse sind für mich schon überraschend", sagt Dr. Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture in Österreich. "Ich hatte eigentlich gedacht und gehofft, dass unsere Gesellschaft längst einen Schritt weiter wäre. Schließlich haben Frauen weltweit bewiesen, dass Geschlechtsunterschiede im Beruf keine Rolle spielen."

Männer auf der Überholspur

Mehr als die Hälfte der befragten Männer (55 Prozent) geben an, schneller Karriere zu machen als ihre Kolleginnen. In Österreich liegt der Wert sogar bei 57 Prozent. Spitzenreiter ist China. Dort sind 90 Prozent der Männer davon überzeugt, dass Frauen nur geringe Chancen haben, in Führungspositionen aufzusteigen. Die Österreichischen Frauen haben allerdings im Vergleich zu den Französinnen und den Schwedinnen nicht den Eindruck, dass sie von ihren männlichen Kollegen überholt werden. Lediglich 14 Prozent der Österreicherinnen gaben an, dass Männer schneller vorankommen. In Frankreich sind es 44 Prozent und in Schweden 42 Prozent.

Selbstbewusstsein beim Berufsstart

Männer beginnen ihre Karriere von Anfang an selbstbewusster. So rechnen 37 Prozent beim Berufsstart mit dem Aufstieg in die Chefetage. Frauen hingegen zeigen sich in diesem Punkt zögerlich. Als Berufseinsteigerinnen glauben nur 15 Prozent an ihren Aufstieg. Dieser Wert erhöht sich im Laufe der Berufsjahre allerdings auf 23 Prozent. "Frauen sollen sich gerade zu Beginn ihrer Karriere ehrgeizige Ziele stecken", rät Schutt. "Andernfalls laufen sie Gefahr, dass sich ihr Aufstieg unnötig verzögert."

Der persönliche Ehrgeiz als DER Karrieremotor

68 Prozent der befragten Männer und 64 Prozent der befragten Frauen meinen, dass der persönliche Ehrgeiz für ein Fortkommen im Job der ausschlaggebende Faktorsei. In Österreich liegt der Wert bei den befragten Frauen noch wesentlich höher: 67 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen nennen diesen Grund als Hauptantrieb für die Karriere.

Zwei Drittel (67 Prozent) der Frauen in Österreich sehen zudem das Durchsetzungsvermögen am Arbeitsplatz als Karrieremotor. Und nur 27 Prozent meinen, dass Networking für ihre Karriere ausschlaggebend ist. "Dieses Ergebnis zeigt ganz deutlich, dass der Faktor Networking vonFrauen massiv unterschätzt wird", unterstreicht Schutt. "Für mich ist das klar ein Auftrag für die Frauen, sich in diesem Fall ein Beispiel an ihren männlichen Kollegen zu nehmen und Networking auf ihrer Prioritätenliste wesentlich weiter nach vorne zu schieben."

Wunsch nach flexibler Arbeitszeit

Eine Vollzeitkarriere ziehen nur Frauen in Kanada und China vor. 45 Prozent der deutschen Frauen und 37 Prozent der Österreicherinnen wünschen sich einen Beruf, in dem sie Karriere machen können und trotzdem flexibel genug sind, um für ihre Familie und Kinder da sein zu können.

VieleMütter reduzieren für ihre Kinder die Arbeitszeit. Väter sind weniger dazu bereit. So hat in Österreich kein einziger der befragten Männer angegeben, dass sich seine Arbeitszeit durch eine Familiengründung reduziert habe. Dem gegenüber stehen ein Viertel der befragten Frauen. 42 Prozent der österreichischen Männer meinen auch, dass eine Familiengründung generell keine Auswirkung auf ihre Arbeitszeit habe.

50 Prozent zufrieden mit ihrer Work-Life-Balance

In Österreich meinen vier von zehn Männern wie Frauen, dass sie mehr Energie in ihre Arbeit als in ihr Privatleben stecken. 50 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen sind dabei mit ihrer persönlichen Work-Life-Balance zufrieden. "Interessanterweise steht die Zufriedenheit der Befragten in keinem Zusammenhang damit, wo sie ihre Energie investieren", unterstreicht Schutt.

Quelle: Accenture

 

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