Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Fehlende Fairness im Beruf belastet das Herz

Ungerechte Behandlung erhöht Risiko für Herzerkrankungen

29.05.2007

Viele haben entweder am Arbeitsplatz oder im Privatleben von Zeit zu Zeit den Eindruck, unfair behandelt zu werden oder den Kürzeren zu ziehen. Doch wenn das Gefühl der erfahrenen Ungerechtigkeit zum ständigen Begleiter im Alltag wird, kann sich das buchstäblich aufs Herz schlagen: Einer aktuellen Studie britischer und finnischer Forscher zufolge haben Menschen, die sich häufig unfair behandelt fühlen, ein höheres Infarkt-Risiko und sind generell in schlechterer psychischer und körperlicher Verfassung. Auch die Stellung in der beruflichen Hierarchie beeinflusst der Untersuchung zufolge die kardiale Gesundheit.

Elf Jahre lang untersucht

Die Wissenschafter um Roberto De Vogli vom University College London haben 8.298 britische Regierungsbeamte in ihre Studie einbezogen, der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über elf Jahre. Die Probanden und Probandinnen mussten zu Beginn der Studie die Frage beantworten, wie oft und wie intensiv sie Benachteiligungen ausgesetzt waren und dies auf einer Skala einordnen. Die Fragestellung bezog sich auf den Berufsalltag der Teilnehmer, auf ihre familiäre Situation und auf die Behandlung, die sie durch die Gesellschaft ganz allgemein erlebten.

Große Ungerechtigkeit, großes Risiko

Zusätzlich wurden die Studienteilnehmer während der elf Jahre immer wieder auf ihre körperliche und psychische Gesundheit hin untersucht. In dieser Zeit traten insgesamt 528 neue Fälle von Herzinfarkt und Koronarer Herzerkrankung (KHK) bei Probanden auf, die vor Beginn der Untersuchungen noch keine Zeichen einer Herzerkrankung aufgewiesen hatten.

Die Auswertung der Daten ergab, dass jene Männer und Frauen, die angegeben hatten, sich besonders unfair behandelt zu fühlen, mit um 55 Prozent höherer Wahrscheinlichkeitherzkrank wurden. Selbst wenn andere für die kardiale Gesundheit relevante Faktoren wie Lebensstil, Geschlecht, Alter oder Stress berücksichtigt wurden, zeigte sich den Forschern zufolge ein eindeutiger Zusammenhang: Je höher die empfundene Ungerechtigkeit, desto größer das Risiko fürs Herz, bilanzieren De Vogli und Kollegen.

Ein gesellschaftliches Problem

Das aktuelle Studienergebnis mache deutlich, dass mangelnde Fairness gegenüber Mitmenschen ein gesellschaftliches Problem mit großer Tragweite sei, so der Studienleiter: "Das Aufzeigen von Ungerechtigkeitist daher eine Möglichkeit, die Gesellschaft gesünder zu machen - vor allem für Menschen mit niedrigem Sozialstatus." Bereits frühere Studien hätten nahe gelegt, dass sich unfaire Behandlung etwa am Arbeitsplatz negativ auf die Gesundheit des Einzelnen auswirke.

Die aktuelle Untersuchung hat übrigens auch deutlich gemacht, dass sich Frauen und Arbeitnehmer, die in der beruflichen Hierarchie weit unten angesiedelt sind, signifikant öfter ungerecht behandelt und beurteilt fühlen.

Quelle: Netd, Journal of Epidemiology and Community Health

 

Top Themen

Top Links