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Vorsicht mit Facebook & Co. im Büro

Wo manche Einträge schließlich landen, kann man vorher schwer abschätzen.


02.02.2011

Web 2.0-Dienste wie Facebook sind längst allgegenwärtig am Arbeitsplatz. Falsch genützt können sie allerdings den Job kosten. Ob die Vorgesetzten umgekehrt zur beruflichen Nutzung von Facebook verpflichten dürfen, ist bislang noch offen.

Ein Fall aus der Praxis: Eine Arbeitnehmerin schimpft über ihre Chefs und Firma auf Facebook, die Vorgesetzten finden es heraus - und weg ist der Job. AK Arbeitsrechtsexpertin Irene Holzbauer warnt daher: Facebook ist kein geeigneter Ort, um sich das Herz über die Arbeit auszuschütten. Wer über die Vorgesetzten oder KollegInnen lästert, kann sich arg in die Nesseln setzen und schlimmstenfalls eine Klage wegen Ehrverletzung und Rufschädigung samt Schadenersatzforderung riskieren. Auch wenn Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse der Firma am Cyber-Stammtisch ausgeplaudert werden, ist dies ein Entlassungsgrund, wobei der Sachverhalt in jedem Einzelfall zu prüfen ist. "ArbeitnehmerInnen sind zu Loyalität und Treue verpflichtet, das gilt auch fürs Internet", so Holzbauer.

Nicht die UserInnen suchen eine Information - relevante Informationen "finden" ihre Adressaten. Weil dieses Web-2.0-Prinzip so gut funktioniert, wird auch "Krankfeiern" immer öfter via Facebook entdeckt. Wieder ein Fall aus der Praxis: Ein Arbeitnehmer berichtete auf seinem Profil, dass er bei einer Veranstaltung war - allerdings im Krankenstand. Die Nachricht machte die Runde - bis zum Chef. Kurz darauf folgte die Entlassung. Selbst wer strenge private Sicherheitseinstellungen wählt, ist nicht davor gefeit, dass die Facebook-Einträge "Füße bekommen": Sie könnten weitergesagt oder in andere Profile weitergeleitet werden. Bei der Chat-Funktion kann eine zeitweilige technische Panne dafür sorgen, dass der Wortwechsel auch für einen größeren Personenkreis einsehbar ist, warnt die AK.

In zahlreichen Firmennetzwerken sind die Facebook-Seiten gesperrt, weil sie als reines Unterhaltungsmedium betrachtet werden. Viele UserInnen sind jedoch mit Smartphones & Co. trotzdem stets am Ball. "Analog zur privaten Internetnutzung am Arbeitsplatz lässt sich sagen, dass Facebook-Aktivitäten jedenfalls auf das Allernötigste beschränkt werden sollten, erklärt Holzbauer. Denn: Internetnutzung verletzt, wenn sie nicht grundsätzlich erlaubt ist, die Arbeitspflicht. Wer trotzdem surft oder auf Facebook postet, kann "fliegen", in besonders gravierenden Fällen auch ohne vorheriger Verwarnung.

Immer mehr Firmen sprechen ihre KundInnen auch mit eigenen Facebookseiten an. Können Vorgesetzte ihre ArbeitnehmerInnen dazu verpflichten, mit Namen und Foto im Facebook-Firmenprofil aufzutreten, etwa um Anfragen zu beantworten? "Wenn dies bei der Begründung des Dienstverhältnisses vereinbart wurde oder zu den Arbeitsaufgaben auch Repräsentation zählt und ein Medienauftritt schlüssig dazu gehört, kann ein Auftritt in den neuen Medien schwer abgelehnt werden", sagt AK Arbeitsrechtsexpertin Holzbauer. Allerdings gibt es dazu bisher kaum Gerichtsentscheidungen.

Quelle: AK

 

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