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AK : Falsche Entlohnung von Millionen Überstunden

Forderung : Weniger Überstundenarbeit und korrekte Entlohnung

30.10.2006

Derzeit leisten in Österreich 756.000 Beschäftigte regelmäßig Überstunden, und zwar durchschnittlich 9,1 pro Woche. Laut Statistik Austria erhalten aber nur 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen auch alle Überstunden bezahlt. "Überstunden müssen korrekt abgerechnet oder zumindest durch adäquaten Zeitausgleich abgegolten werden", sagt Arbeiterkammer-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Wir fordern außerdem eine generelle Reduktion der Überstundenarbeit!"

Die Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat sind eindeutig: Die durchschnittliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Österreich liegt infolge der Überstunden bei 42,4 Stunden. Die Österreicher/-innen arbeiten damit europaweit am längsten. Die Gesamtzahl der Überstunden macht knapp 6,9 Millionen Stunden pro Woche aus. Rein rechnerisch entspricht das einem Arbeitskräftepotential von mehr als 170.000 Vollzeitbeschäftigten.

Die hohe Überstundenzahl führt bei vielen Beschäftigten zu gesundheitlichen Problemen, trägt aber lt. AK auch zur hohen Arbeitslosigkeit bei. Schon seit Jahren wird rund ein Fünftel aller geleisteten Überstunden weder finanziell noch durch Zeitausgleich abgegolten.

"Das Ausmaß der Überstundenarbeit muss deutlich gesenkt werden!" verlangt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Unser aktueller Arbeitsklimaindex beweist, dass die Vollzeitbeschäftigten weniger Überstunden leisten wollen." In Skandinavien haben die moderaten Arbeitszeiten niedrige Arbeitslosigkeit und hohe Beschäftigung gefördert. Außerdem gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen solchen Arbeitszeiten und der Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen. "Und selbstverständlich muss durchgesetzt werden, dass jede geleistete Überstunde rechtskonform bezahltwird", betont der AK-Präsident. "Es ließe sich ja auch kein Unternehmer um Geld bringen, das ihm zusteht."

Um das Ziel der korrekten Überstundenentlohnung zu erreichen, fordert die AK neue gesetzliche Regelungen: "All-inclusive-Verträge" sollen nur mehr erlaubt sein, wenn die Arbeitszeitklausel völlig transparent ist, also klar zwischen Entgelt für die Normalarbeitszeit und Entgelt für die Überstunden unterschieden werden kann. "Außerdem müssen auch Teilzeitbeschäftigte für ihre Mehrarbeit künftig Überstundenzuschläge bekommen, weil sonst bloß Stunden umgeschichtet werden", erklärt Dr. Kalliauer.

Quelle: AK OÖ

 

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