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Burnout : Informationen und kostenloser Online-Test

Falsche Behandlung kann zu Depression und Erkrankungen führen

Der Begriff "Burnout" ist heute bereits zu einem Modewort geworden - sehr zum Leidwesen von Arbeitspsychologen, die immer öfter feststellen, dass die Symptome von den Betroffenen so lange nicht ernst genommen werden, bis es zu spät ist. "Falsch oder unbehandelt kann Burnout durchaus bis zur Depression oder zu organischen Erkrankungen führen", warnt deshalb Paul Jiménez, Leiter der Sektion Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie (AWO) für die Steiermark im Berufsverband der PsychologInnen.

Burnout ("ausgebrannt sein") bezeichnet einen Zustand der inneren Leere, der totalen seelischen Verausgabung, bei der die Energiequellen des Menschen vollständig entleert sind und nicht, zumindest nicht so schnell, wieder aufgeladen werden können. Dies äußert sich in Niedergeschlagenheit und völliger Erschöpfung. Die betroffene Person ist bereits in der Früh beim Aufstehen müde und hat zu kaum etwas Lust - auch nicht auf Freizeitaktivitäten! Die körperliche Auswirkungen des Burnout sind ebenfalls zu beachten, da manche Symptome auch organischen Erkrankungen zugeordnet werden könnten. In kritischen Fällen ist daher eine ärztliche Besprechung unbedingt erforderlich. Klassische Anzeichen für ein Burnout sind häufige Kopfschmerzen, Schlaf- und Verdauungsstörungen und Muskelverspannungen. Burnout lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen und kommt nicht von heute auf morgen. Es handelt sich um einen schleichenden Prozess, Burnout entsteht über einen längeren Zeitraum hinweg. Ist eine gewisse Grenze einmal überschritten, kann man die Sache nicht mehr selbst in den Griff bekommen und sollte unbedingt einen Experten aufsuchen.

Burnout ist längst keine "Managerkrankheit" mehr. Heute zeigt sich, dass Burnout in fast allen Berufen auftreten kann. Die Sektion Arbeitspsychologie hat erst kürzlich darauf hin gewiesen, dass auch bei Teilzeitbeschäftigten erhöhte Burnoutgefahr besteht. Besonders gefährdet sind Personen, die anfangs enthusiastisch und voller Tatendrang zur Arbeit schreiten und hohe Erwartungen an sich selbst stellen. Um alle selbst gesteckten Ziele zu erreichen, werden Familie, Freunde und Freizeit vernachlässigt. So schlägt die "brennende Begeisterung" oft um in "Ausgebrannt sein". Unbehandelt kann dieses Problem bis zur Depression führen.

Jiménez rät daher sowohl den Betroffenen, Burnout-Symptome nicht zu ignorieren, als auch den Unternehmen, regelmäßig zu prüfen, ob Handlungsbedarf besteht. "Oft wird Burnout von manchen selbsternannten Experten als einfache Erschöpfungsphase dargestellt. Es besteht hier die Gefahr, dass durch falsches Vorgehen nur Symptome bekämpft werden und der Prozess verstärkt wird", verweist Jiménez darauf, dass die Ursachen von Burnout meist sehr tief sitzen. Quellen sind zum Beispiel Überlastung bei der Arbeit, zu wenig Lob für gute Leistungen, das Erleben von Ungerechtigkeiten, Verlust des Gemeinschaftserlebens, Erleben von Kontrollverlust oder Wertekonflikte. "Burnouterleben ist in den seltensten Fällen auf die Person allein beschränkt", weiß Jiménez und empfiehlt daher mitarbeiterorientierten Betrieben, regelmäßige, anonyme Mitarbeiterbefragungen, um mit psychologisch exakten Methoden festzustellen, wie hoch der Burnout-Faktor im Unternehmen ist.

Für die Betroffenen hat Jiménez einfache erste Ratschläge: "Die Grundregel lautet auf den Körper zu hören. Dies bedeutet ausreichend schlafen, gesund essen, Bewegung machen, sich für sich selbst Zeit nehmen, Pausen während der Arbeit einlegen oder Nein-Sagen lernen." In stärkeren Fällen ist jedoch unbedingt die Unterstützung von ExpertInnen gefordert.

Um Betroffenen erste Hilfe bei der Diagnose zu leisten, hat die Sektion Arbeitspsychologie einen Test ins Internet gestellt, der kostenlos durchgeführt werden kann. Damit kann jeder schnell und einfach feststellen, ober er/sie selbst gefährdet ist. "Als Ergebnis sehen Sie, ob Sie sich noch im grünen Bereich befinden oder bereits kritische Grenzwerte überschritten haben. Sollten Sie dabei einige (oranger Bereich) oder alle fünf wesentlichen kritischen Grenzwerte (rot) erreicht haben, ist unbedingt eine weitere Beratung zu empfehlen", erklärt Jiménez, der den Test gemeinsam mit dem Institut für Psychologie der UNI Graz, Abteilung für Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie und der Firma research-team, entwickelt hat.

Hier finden Sie weitere Informationen sowie den kostenlosen Online-Test.




 

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