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Büro oder Home Office : Wo wird mehr gearbeitet ?

"Team-Effekt" nicht für alle Tätigkeiten und Branchen wirksam

07.10.2009

Der "Kollegen-Effekt" bewirkt, dass die Arbeit im Team die Produktivität deutlich ansteigen lässt und das Home Office eine eher ablenkende Wirkung auf die Arbeitnehmer hat. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung der Universität Bologna, bei der sowohl im Labor als auch in der tatsächlichen Arbeitswelt festgestellt wurde, dass Arbeit zu Hause eher behindert als Vorteile schafft. Den Wissenschaftlern zufolge nimmt erst in der kollegialen Umgebung die Bereitschaft zu stärkerer Produktivität zu. So würden vor allem die Schwächeren im Team durch die Stärkeren mitgezogen und dadurch in ihrem Tun angespornt.

Die Fachleute weisen darauf hin, dass der "Team-Effekt" schon bei einfachen Tätigkeiten wie dem Eintüten von Briefen in Hinblick auf die Produktivität nachgewiesen werden kann. Denn die Probandenpaare zeigten sich zusammen deutlich schneller als wenn jeder einzeln vor sich hinwerkeln würde. Das Ergebnis überzeugt. Die Testpersonen verpackten im Schnitt deutlich mehr Briefe - in vier Stunden 221 gegenüber 190. Daraus leiteten die Wissenschaftler ab, dass die Anwesenheit eines Kollegen bei der gleichen Aufgabe dazu führt, dass beide ein ähnliches Tempo entwickeln. Heruntergebrochen auf Sinn und Unsinn des Home Office ist dies ein wichtiger Aspekt.

"Dass Angestellte zum Beispiel in Großraumbüros produktiver und effizienter arbeiten als zu Hause allein, halte ich für falsch und nicht allgemeingültig. Es gibt genauso gut viele Studien, die das Gegenteil beweisen. Bewiesen ist auch, dass bestimmte Gruppen wie alleinerziehende Frauen in einer ruhigen Arbeitsumgebung viel besser arbeiten können", entgegnet Rüdiger Trimpop, Lehrstuhlinhaber für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Universität Jena. Dem Fachmann nach kann man sich zu Hause nicht nur ungestörter, sondern auch kreativer entfalten und seinem Tätigkeitsbereich widmen.

"Der Effekt einer Kollegenumgebung hängt maßgeblich von der Branche und dem Grad der abverlangten Kreativität ab. Dass Home Offices undifferenziert als schlecht für die Arbeitsleistung gesehen werden, ist daher nicht richtig", sagt Trimpop. Auch müsse die individuelle Lebenssituation des Mitarbeiters berücksichtigt werden.

Aktuelle Erkenntnisse der Haas School of Business haben auch die hinter dem "Kollegen-Effekt" liegenden Ursachen sichtbar gemacht. So arbeiten nur jene Mitarbeiter schneller, die von einem leistungsstarken Kollegen gesehen werden können - nicht aber jene, die in deren Rücken sitzen. Außerdem nimmt der Effekt mit zunehmender Entfernung stark ab. Auch das Wissen, mit starken Kollegen im Team zusammenzuarbeiten, lässt die Motivation wachsen, schneller zu arbeiten. Aus dieser Erhebung namens "Peers at Work" schließt man, dass Teams produktiver sind, da sich die anderen von guten Kollegen unter Druck gesetzt fühlen.

Quelle: pte

 

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