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Betriebliche Gesundheitsförderung

Aktive Beteiligung der Mitarbeiter wichtig

"Strategien für ein gesünderes Arbeitsumfeld machen sich sowohl für Betriebe als auch für MitarbeiterInnen bezahlt", stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, heute bei einer Pressekonferenz der Firma Saint-Gobain Isover Austria AG in Stockerau fest. Diese präsentierte im Rahmen einer Veranstaltung das betriebliche Gesundheitsförderungsprojekt bei Gesundheitstagen. "Wer in betriebliche Gesundheitsförderung investiert, erreicht eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit und der Arbeitsqualität sowie eine Verbesserung des Betriebsklimas", stellte Leutner fest.

Untersuchungen zeigen, dass durch betriebliche Gesundheitsförderung die arbeitsbedingten Erkrankungen zurückgehen und die Arbeitszufriedenheit deutlich steige. Vom ÖGB regelmäßig durchgeführte Befragungen unterstreichen zudem, dass die Gestaltung der Arbeitsbedingungen für die ArbeitnehmerInnen in Österreich ein wichtiges Anliegen sei.

Ein wesentliches Merkmal einer erfolgreichen betrieblichen Gesundheitsförderung ist die aktive Beteiligung der Mitarbeiter bei sog. Gesundheitszirkeln. Dadurch kann die Erfahrung und das Wissen der Beschäftigten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen genutzt werden.

Rund 300.000 Beschäftigte arbeiten in der Nacht und rund eine halbe Million leistet regelmäßig Schicht-, Wechsel- und Turnusarbeit. Besonders Schichtarbeit stellt aus physiologischen und sozialen Gründen eine große gesundheitliche Belastung für die Beschäftigten dar. "SchichtarbeiterInnen leben in zwei verschiedenen zum Teil widersprechenden Zeitordnungen. Die Zeitordnung des Betriebes stimme nicht mit der allgemeinen Zeitordnung des gesellschaftlichen Lebens überein. SchichtarbeiterInnen seien daher oft von gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen, was den sozialen und familiären Bereich negativ beeinflusse", argumentiert Leutner. Die gesundheitlichen Belastungen dieser Tätigkeit machen sich erst nach mehreren Jahren bemerkbar. Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfscherzen, Unruhe und Nervosität sind die häufigst vorkommenden gesundheitliche Beeinträchtigungen, die durch Schichtarbeit hervorgerufen werden.

Daher muss auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen besonderer Wert gelegt werden. Die Belastungen können zwar nicht völlig vermieden, durch bestimmte Maßnahmen aber zumindest reduziert werden. Als Beispiel nannte Leutner, dass durch Umstellungen die Schichtpläne gesundheitsfördernd gestaltet werden können. "Die MitarbeiterInnen haben sehr viel Wissen und Erfahrung über ihren Arbeitsplatz. Diese Erfahrungen können von den Beschäftigten in den Gesundheitszirkeln eingebracht werden."

Berücksichtigt müsse auch werden, dass es in Zukunft mehr ältere arbeitende Menschen geben werde. Beträgt in Österreich derzeit der Anteil der mehr als 60-Jährigen 21 Prozent, so wird dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf rund 35 Prozent steigen. Leutner: "Diese Entwicklung wird die Betriebe vor große Herausforderungen stellen."

Im Jahr 2001 entfielen 8.409.243 Krankenstandstage auf Muskel- und Skeletterkrankungen. "Diese Erkrankungen sind durch Kurbehandlungen allein nicht in den Griff zu bekommen und müssen präventiv bereits an der Wurzel im Betrieb bekämpft werden" sagt Leutner. Auch hier sei die betriebliche Gesundheitsförderung ein wirksames Instrument, um länger gesund arbeiten zu können.

Ziel betrieblicher Gesundheitsförderung müsse es sein Gesundheit im Betrieb zu stärken, Krankheiten vorzubeugen und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern. Daraus ergibt sich bei der betrieblichen Gesundheitsförderung ein zweifacher Vorteil. Einmal für die Unternehmen und ein zweites Mal für die Belegschaft. Effekte sind eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit und der Arbeitsqualität sowie eine Verbesserung des Betriebsklimas. Alle diese Faktoren wirken sich letztendlich positiv auf die Arbeitsproduktivität aus", so Leutner abschließend.

Quelle: APA


 

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