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Beruf : Altern in manchen Branchen unerwünscht

Dringend Maßnahmen für ältere ArbeitnehmerInnen nötig

08.06.2006

Eine wissenschaftliche Befragung im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich belegt, dass das Thema "Altern" in Unternehmen nach wie vor stark tabuisiert wird und großer Informationsmangel über die Situation älterer Mitarbeiter/-innen herrscht. Die AK fordert die Schaffung von Arbeitsbedingungen, die alternden Belegschaften gerecht werden.

Im Auftrag der AK OÖ hat das Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) GeschäftsführerInnen, PersonalleiterInnen und BetriebsrätInnen oberösterreichischer Unternehmen mit 250 bis 1000 Mitarbeitern befragt, wie sie mit dem Thema "Beschäftigung älterer MitarbeiterInnenbis zum gesetzlichen Pensionsalter" umgehen. Alle Unternehmen kommen aus den Branchen Handel, Banken/Versicherungen, Metall- oder Bauindustrie.

Trotz zunehmender Alterung der Belegschaften gibt es in den Unternehmen einen ausgeprägten Jugendkult. Das Bewusstsein über die (Alters-)Struktur des Personals und deren zukünftige Auswirkungen auf das Unternehmen und auch der Informationsstand der Befragten über die Besonderheiten älterer MitarbeiterInnen und die Möglichkeiten, eine längere Beschäftigung im Alter zu fördern, sind gering. Während über60-jährige Kunden sehr wohl als "agil", "unternehmungslustig" und "finanzstark" gelten, werden ArbeitnehmerInnen schon ab 45 als "alt", "leistungsgemindert" oder "teuer" eingestuft.

Von den untersuchten Branchen wird der Wert älterer MitarbeiterInnen am ehesten in Banken und Versicherungen erkannt. Das Alter strahlt Erfahrung, Kompetenz und Vertrauen aus, was gerade in dieser Branche angesichts alternder Kunden ein wichtiger Wettbewerbsfaktor ist. Im Handel wird den Älteren Anpassungsschwierigkeiten an neue Technologien und in der Baubranche eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit zugeschrieben.

Sowohl in der Metall- als auch in der Baubranche ist es für kaum jemanden vorstellbar, dass die Arbeiter bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Vielmehr werden bessere Schwerarbeiterregelungen gefordert. Altersteilzeit, flexible Arbeitszeitregelungen sowie gesundheitsfördernde Maßnahmen werden zwar positiv bewertet. Eigene Vorstellungen für den Umgang mit älteren Arbeitnehmern gibt es in den Firmen aber kaum.

Um die Situation älterer ArbeitnehmerInnen am heimischen Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern, fordert die AK Oberösterreich die Unternehmen auf, altersgerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Für passende Rahmenbedingungen hat aber auch die Politik zu sorgen:
Sie muss zum Beispiel älteren Beschäftigten Weiterbildung deutlich erleichtern - durch eine bessere Existenzsicherung während der Bildungskarenz, das Recht auf bezahlten Bildungsurlaub und eine staatliche Bildungsprämie. Weiters muss die Altersteilzeit attraktiver gemacht und ArbeitnehmerInnen mit gesundheitlichen Problemen der Zugang zur vorzeitigen Alterspension erleichtert werden

Quelle: akooe

 

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