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Aus dem Takt : Arbeitszeit versus Innere Uhr

Viele Menschen leben täglich im Widerspruch zu ihrer biologischen Uhr

06.04.2006

Ob Nachteule oder Morgenmensch - allzu viele Personen leben nach Meinung deutscher Wissenschafter tagtäglich im Widerspruch zu ihrer biologischen Uhr. Und dieser "soziale Jetlag" beeinträchtigt nicht nur das allgemeineWohlbefinden, sondern kann unter anderem auch Nikotinsucht fördern, so die Forscher von der Ludwig Maximilian Universität in München.

Studienleiter Till Roenneberg und Kollegen hatten anhand von Fragebögen den Chronotyp von mehr als 500 Teilnehmern erhoben. Der Chronotyp ist eine Ausprägung der inneren Uhr und steuert den Ablauf zahlreicher physiologischer und biochemischer Prozesse wie auch Verhaltensweisen eines Menschen. Er ist von Person zu Person unterschiedlich und macht Leute zu Morgenmuffeln oder auch Nachtmenschen. Bestimmt wurde der Chronotyp über die angegebenen Schlaf- und Wachzeiten an Werk- und freien Tagen, über Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden sowie den Konsum von Koffein, Nikotin, Alkohol und ähnlichen Substanzen.

Mehr Zigaretten, weniger Leistung

"Je stärker der soziale Jetlag, desto mehr greifen Individuen nach Stimulanzien", fasst Roenneberg eines der Ergebnisse zusammen. Je deutlicher also der tatsächliche Schlaf-Wach-Rhythmus und die eigentlichen inneren Bedürfnisse auseinanderklaffen, umso größer ist die Neigung, den sozialen Anforderungen mit Zigaretten oder Alkohol zu begegnen. Aber auch die Leistungen in Schule und Beruf können durch den missachteten inneren Rhythmus beeinträchtigt sein. "Der soziale Jetlag kann weit reichende Folgen für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen haben. Er ist mit dem Jetlag vergleichbar, den wir nach Flügen über Zeitzonen erfahren, nur begleitet er die Betroffenen meist ein Leben lang", führt der Studienleiter aus.

Besondersproblematisch ist dieses Phänomen etwa für Schichtarbeiter, für Menschen, deren innerer Rhythmus stark von den Arbeitszeiten oder den Vorlieben ihres Umfelds abweicht, und allgemein für Individuen mit "spätem" Chronotyp. Denn durch die gängige Zeiteinteilung in unserer Gesellschaft stimmt der Schlaf-Wach-Rhythmus bei den "Nachteulen" am wenigsten mit ihrer inneren Uhr überein. Einer der Gründe für die Belastung ist Roenneberg zufolge, dass viele Menschen zu wenig ans Tageslicht kommen. Denn selbst in gut beleuchteten Räumen ist die Helligkeit ein Bruchteil von jener im Freien. Und je schwächer das Licht, desto mehr verschiebt sich der Chronotyp nach hinten, wissen die Forscher.

Quelle: newscientist.com

 

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