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Arbeitslos macht krank

Neue Chance für Arbeitslose durch Gesundheitsförderung

"Nicht krank sein" alleine genügt nicht. Bei vielen langzeitarbeitslosen TeilnehmerInnen von ida.-Projekten (Integration durch Arbeit) wird die gesundheitliche Gesamtverfassung als "schlecht" bezeichnet. Sie leiden unter anderem an Depressionen, Stoffwechselerkrankungen und Bluthochdruck. Dennoch gelten sie nach den Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes als "arbeitsfähig".

Beratungs- und Qualifizierungsangebote alleine sind daher nicht ausreichend, um diese Menschen zurück in die Arbeitswelt zu führen. Es muss auch auf der gesundheitlichen Ebene angesetzt und Angebote zur Gesundheitsförderung bereitgestellt werden. Gesund sein wird häufig auf das Fehlen von Krankheiten reduziert. Doch Gesundheit bedeutet mehr. Es umfasst ein Gefühl des Wohlbefindens in körperlicher, sozialer und seelischer Hinsicht (WHO).

Arbeitslosigkeit ist eines der größten Armutsrisiken. Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, neigen eher zu Krankheiten als andere. 35 Prozent der Langzeitarbeitslosen (länger als 6 Monate arbeitslos) gelten als armutsgefährdet, 18 Prozent sind von akuter Armut betroffen. Wer arm ist, erkrankt mit größerer Wahrscheinlichkeit, wer krank ist, kämpft mit größerer Wahrscheinlichkeit mit Armut.

Krankheit und Arbeitslosigkeit stehen in einem ähnlichen Wechselspiel zueinander. Viele Menschen verlieren auf Grund von Krankheit den Job. Der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt ist auch als gesunder Mensch schwer genug, für gesundheitlich beeinträchtigte jedoch beinahe unmöglich.

Durch Arbeitslosigkeit werden Menschen oft von einem Tag auf den anderen in eine soziale Randlage gedrängt. Laut AMS Statistik müssen Notstandshilfeempfängerinnen durchschnittlich mit 20 Euro am Tag auskommen. Der Verlust der Arbeit bringt aber nicht nur eine Reduzierung des Einkommens mit sich: Die Tagesstruktur verändert sich, der Tag verliert seine Fixpunkte. Folgen sind häufig Lethargie und Antriebslosigkeit bis hin zur Depression. Der Bekanntenkreis reduziert sich und das soziale Umfeld wird kleiner. Das soziale Netz, das einen auffangen sollte, zerreißt.

Laut einer Umfrage klagen Arbeitslose doppelt so häufig über gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Erwerbstätige. Die häufigsten Leiden sind Fettsucht, resultierend aus ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel, sowie Depressionen. "Ich bekomme keinen Job, weil ich zu dick bin. Wenn ich mich vorstellen gehe, werde ich komisch angeschaut. Niemand traut mir zu, dass ich trotz meines Übergewichts noch arbeiten kann", erzählt eine Teilnehmerin eines ida.-Projekts.

Ida. - ein durch das EU-Programm "Equal" gefördertes Projekt der Caritas - hat die Aufgabe arbeitslose Menschen wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Das geschieht nicht nur über die Möglichkeit stundenweise zu arbeiten und durch angemessene Beratungs- und Qualifizierungsangebote, sondern auch mit Hilfe spezieller Maßnahmen im Gesundheitsbereich. "Wir möchten die Menschen Schritt für Schritt in die Arbeitswelt integrieren. Dadurch befreien wir sie gleichzeitig aus ihrer sozialen Randlage. Unsere Projekte geben vielen Menschen neue Hoffnung", berichtet Maga. Barbara Reiterer, Projektkoordinatorin von ida.

Bisher haben 426 Personen an ida.-Projekten teilgenommen. Die Praxis zeigt, dass viele der Arbeitslosen kaum realistische Chancen haben, sich langfristig auf einem immer härter werdenden Arbeitsmarkt zu behaupten. "Ewig auf Notstandshilfe angewiesen zu sein, ist aber auch keine Lösung", stellt Reiterer fest. In Österreich gibt es seit Jahren ein umfangreiches arbeitsmarktpolitisches Instrumentarium zur Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Aus unserer Projekttätigkeit sehen wir, dass dieses Angebot jedoch erweitert werden muss. Auch jene Menschen, die länger für die Integration in den Arbeitsmarkt benötigen, dürfen nicht vernachlässigt werden. Genauso wichtig wie Qualifizierungen, Jobtrainings und Arbeitsmarktberatung sind Maßnahmen zur Förderung des gesundheitlichen Wohlbefindens", fordert Reiterer.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der ida.-Webseite ...


 

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