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Technik in der Wohnung bringt Sicherheit für Senioren

"Intelligente Gehstöcke" und andere Helfer für ein langes Leben

19.03.2007

Folgendes Szenario kann leicht eintreffen: Eine plötzlich auftretende Kreislaufunregelmäßigkeit führt bei einer älteren Person zu einem Schwindelfall und schließlich zum Sturz. Doch die mitdenkende Wohnung weiß sofort Rat: Der Gehstock des Seniors "erkennt" den Unfall, das haustechnische System versucht, den Patienten anzusprechen und schließlich, da keine Reaktion kommt, wird die Rettung alarmiert.

Die "mitdenkende" Wohnung von morgen

Eine Miniausgabe des Assisted-Living-Labors des Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) gibt Einblick in die "mitdenkende" Wohnung von morgen. "Ziel ist es, Menschen mit besonderen Bedürfnissen mit Hilfe von Informationstechnologie länger ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen", erläutert Martin Becker vom IFSE. "Computerunterstütztes Wohnen soll nicht dazu führen, dass wir am Menschen irgendwelche Sensoren befestigen, die Hilfe soll aus der Umgebung kommen."

Bewegungsmelder

Dezent in der Wohnung von morgen verteilt, befinden sich Bewegungsmelder, Videokameras und RFID-Chips (Funktechnik zur berührungslosen Datenübertragung) im Bodenbelag. Sie alle sammeln Informationen, die über Funk an ein Rechenzentrum übermittelt werden. Dort werden sie mit Daten verglichen, die zuvor als "normaler" Tagesablauf abgespeichert wurden. Werden von einem als "Frühaufsteher" bekannten Mensch zu Mittag noch immer keine Bewegungen registriert und antwortet er auch auf Nachfragen nicht, wird Alarm geschlagen.

Kluge Alltagshelfer

Gemeinsam mit Älteren, Pflegepersonal und Angehörigen arbeiten die Fraunhofer-Forscher an klugen Alltagshelferlein wie dem intelligenten Gehstock. Dieser meldet über Funkchip, wenn er (und damit wahrscheinlich auch sein Besitzer) umgefallen ist. "Bei Not- und Unfällen ist es so Rettungskräften möglich, schneller helfen zu können", sagt Becker. Der Gehstock ist auch "Leithammel" für einen Transportroboter, der beim Tragen von Gegenständen hilft.

Eine "mitdenkende" Tasse wiederum misst, ob über den Tag verteilt genügend Flüssigkeit getrunken wurde und macht darauf aufmerksam. "So lässt sich bei älteren Menschen häufig vorkommende Dehydrierung vermeiden, die oft Ausgangspunkt für Schwindelfälle mit Stürzen ist", betont Becker. Ebenfalls aus dem Wohnlabor: Ein Kühlschrank, der bei Lebensmitteln das Haltbarkeitsdatum prüft.

"Eine unserer Visionen ist es, dass der Großteil der Komponenten für das unterstützte Leben zuhause künftig im Baumarkt günstig zu bekommen ist und einfach eingebaut werden kann", so Becker. Nach Tests im Wohnlabor und Versuchsphasen in Seniorenheimen könnten in drei bis fünf Jahren erste Prototypen auf den Markt kommen.

"Vor allem von Menschen, die selbst schon einmal einen Notfall erlebt haben, bei dem sie stundenlang hilflos in der Wohnung lagen", käme ein sehr positives Feedback, meint der Forscher auf die Frage, ob eine derart "vorsorgliche" Überwachung mittels IT denn überhaupt gewünscht werde. "Es geht dabei nicht um Bevormundung, sondern um ein Angebot, länger ein selbst bestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung leben zu können."

Quelle: Standard, Fraunhofer

 

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