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Treppensteigen : Hohe Sturzgefahr für Senioren

Für Senioren ist die Sturzgefahr im Stiegenhaus besonders groß. Hauptursache sind bauliche Mängel.

23.03.2006

Treppensteigen gehört für die meisten Menschen zum alltäglichen Leben. Gerade deshalb wird die Sturzgefahr häufig unterschätzt. Laut Freizeitunfallstatistik des KfV verletzten sich dabei 2004 in Österreich 43.600 Menschen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Senioren sind überdurchschnittlich oft betroffen.

Gefahrenzone Treppenhaus

"Obwohl die Gruppe der Senioren nur 21 Prozent der Bevölkerung ausmacht, sind 39 Prozent (16.800 Menschen) aller spitalsbehandelten Personen nach Treppenstürzen 60 Jahre und älter", erläutert Dr. Rupert Kisser vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Annähernd drei Viertel aller Sturzopfer sind Frauen, weil diese nach wie vor den Haushalt führen und wesentlich stärker von Osteoporose betroffen sind als Männer. Insgesamt kamen 50 Senioren aufgrund von Stürzen auf der Treppe um. Das bedeutet, fast jede Woche stirbt ein Senior in Folge eines Treppensturzes. "Unfallort ist meist die eigene vertraute Umgebung, die so gut wie nie mit Unfallrisiken in Verbindung gebracht wird", sagt Kisser. Hier werden Risikofaktoren besonders leicht übersehen. 75 Prozent der Unfälle geschehen in den eigenen vier Wänden oder im heimischen Wohnhaus - acht Prozent in der näheren Wohnumgebung wie zum Beispiel Garten oder Hof. Gefahrenzone Nummer eins sind die Stiegenhäuser. Oft werden sie im Eigenheim als Abstellraum für Kisten, Leitern und ähnliches benutzt - Hindernisse die leicht übersehen und damit zur Stolperfalle werden können.

Wenn es gilt, solche Hindernisse zu umgehen, ist die Sturzgefahr besonders groß. Etwa mit nur einer freien Hand - in der anderen eine Einkaufstasche - da ist der Sturz vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass Treppenhäuser oft schlecht beleuchtet sind und eine Stufe schnell übersehen wird - logische Konsequenz ist der Schritt ins Leere. Gerade in älteren Häusern droht Gefahr aufgrund von abgetretenen und rutschigen Stufen. Äußerst gefährlich ist zudem die Variante, einen Teppich über die Stufen zu legen. Dadurch sind die Kanten schwer zu erkennen und das Risiko, über sie hinweg zu treten ist besonders hoch.

Bauliche Mängel als Unfallursache Nummer eins

50 Prozent aller Treppenstürze enden für Senioren mit Knochenbrüchen - vom "Klassiker" Oberschenkelhalsbruch, über das Handgelenk bis
hin zum Beckenbruch. Während junge Menschen solche Unfälle mit blauen Flecken überstehen, verletzten sich Senioren meist so schwer, dass das bisherige Leben jäh unterbrochen wird. Hauptunfallursache sind bauliche Mängel. "Die Hälfte der Unfälle könnte verhindert werden, wenn man sich im privaten Bereich an den Vorschriften für Stiegenhäuser aus dem gewerblichen Bereich orientieren würde", meint Kisser. Das KfV gibt daher folgende Tipps für die Sicherheit im Stiegenhaus:

  • Beleuchtung: Auch auf gewohnten Wegen das Licht einschalten. Darauf achten ob das Stiegenhaus gut ausgeleuchtet ist. Ideal sind Bewegungsmelder im gesamten Stiegenhaus.

  • Geländer und Handläufe: Auf Treppen mit mehr als vier Stufen sind Handläufe vorgeschrieben. Wichtig sind durchgehende Handläufe auf beiden Seiten. Grundsätzlich gilt: Auf Treppen immer Handläufe benutzen.

  • Stufen- und Zwischenpodeste: Rutschfeste Oberfläche sowie Farb- oder Leuchtstreifen an den Kanten erhöhen die Sicherheit.


Die Umsetzung dieser Sicherheitsmaßnahmen wird schwierig, wenn es sich nicht um die eigenen vier Wände, sondern um ein Mehrfamilienhaus oder ein gemietetes Haus mit mangelhaftem Stiegenhaus handelt. Jedem Vermieter muss aber klar sein, dass ihm im Falle eines Sturzes eine Klage droht, wenn er sich nicht um die Sicherheit seiner Treppenhäuser kümmert. "Deshalb appellieren wir an alle Hauseigentümer und Vermieter, ihre Stiegenhäuser technisch sicher zu gestalten. Sie retten damit Menschenleben", erklärt Kisser.

Quelle: KfV

 

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