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Was man gegen Raupen im Garten tun kann

Mit relativ einfachen Mitteln können Gartenbesitzer ihre Bäume vor einem neuerlichen Kahlfraß im kommenden Jahr schützen.

08.06.2006

Die vergangenen Wochen waren für zahlreiche Zier- und Obstbäume, aber auch Sträucher und Laubbäume im Wald keine angenehme Zeit: Ihre Blätter, Knospen und Früchte wurden von unzähligen Raupen gefressen, zum Teil konnte man Kahlfraß beobachten. Eine Situation, die für die Experten des Instituts für Pflanzengesundheit der AGES nicht überraschend kommt. Zumindest lokal in einigen Regionen von Wien und Niederösterreich kommt es bereits mehrere Jahre hintereinander zu einem derartigen Massenauftreten von Raupen, den Larven von Schmetterlingen.

Die Raupen gehören zu den unterschiedlichsten Schmetterlingsarten:
Der Kleine Frostspanner, eine der bedeutendsten Arten, und sein großer Verwandter, der Große Frostspanner, gehören zur Familie der Spanner. Der Graue Knospenwickler gehört zur Familie der Wickler, der Blaukopf ist eine Art der Zahnspinner. Daneben gibt es noch Gespinstmotten, z. B. Apfel- oder Traubenkirschengespinstmotten. Ihr Name leitet sich daher ab, dass ihre Raupen gesellig in teils großen zusammengesponnenen Nestern, den Gespinsten, in Bäumen und Sträuchern leben. Gemeinsam ist all diesen Raupenarten, dass sie an verschiedenen Wirtspflanzen fressen können und nicht auf eine bestimmte Baumart angewiesen sind.

Wer nun zum Schutz seiner Bäume zum Gegenschlag ausholen möchte, muss sich gedulden. Denn wenn die Fraßschäden deutlich erkennbar sind, sind effektive Bekämpfungsmaßnahmen meist schon nicht mehr möglich. Die Raupen sind bereits zu groß und zu widerstandsfähig. Vor allem aber wandern die meisten von ihnen, z. B. die Raupen des Kleinen Frostspanners, entwicklungsbedingt schon von den Bäumen ab, um sich in den obersten Bodenschichten zu verpuppen. Allenfalls kann man noch die Nester der Gespinstmotten mechanisch entfernen. Im Fall des Kleinen Frostspanners kann man im Herbst, etwa Anfang Oktober, Maßnahmen setzen, um einen neuerlichen Befall im kommenden Jahr zu reduzieren. Die Bekämpfung kann man einfach und effektiv in Form von Raupenleimringen durchführen, wie sie in Gartencentern erhältlich sind. Denn die Weibchen des Kleinen Frostspanners haben eine Besonderheit: Sie können nicht fliegen. Sie müssen daher die Baumstämme hinauf kriechen, um ihre Eier im Kronenbereich abzulegen, die dort überwintern. Von Anfang Oktober bis April an den Baumstämmen befestigt, bilden die Raupenleimringe ein nahezu unüberwindliches Hindernis für die Frostspanner-Weibchen. Bei richtiger Anwendung ist diese Methode ein sicheres und umweltfreundliches Verfahren, das sich besonders für Haus- und Kleingärten und kleinere Obstanlagen mit Hochstämmen eignet.

Möglich ist auch eine Bekämpfung während des Austriebs der Bäume im kommenden Frühjahr. Mit Austriebsspritzmitteln (Paraffinöl-Präparate) können die abgelegten Eier von Frostspanner und anderen Schmetterlingsarten erfolgreich bekämpft werden. Wichtig dabei ist eine gründliche Benetzung der Baumteile. Zur Bekämpfung der Jungraupen sind auch Bacillus thuringiensis-Präparate oder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel möglich, allerdings nur vor oder kurz nach der Blüte. Üblicherweise werden derartige Behandlungen gegen Jungraupen aber nur in der Erwerbsproduktion durchgeführt.

Quelle: AGES

 

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