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Pflanzen vorziehen : Erde ohne Torf verwenden!

Infos und Tipps von "die umweltberatung"

06.02.2008

Viele HobbygärtnerInnen können das erste Grün kaum erwarten. Alle, die ihren Pflanzennachwuchs nicht im Fachhandel kaufen möchten, ziehen die künftigen Vitaminspender auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor. Frühsorten von Kopfsalaten etwa können schon im Februar in Aussaatkistchen angesät werden. Auch bei Sommerblumen (Löwenmäulchen, Astern, Zinnien ...) ist eine zeitige Aussaat sinnvoll, damit sie möglichst früh ins blühfähige Alter kommen. Umweltbewusste GärtnerInnen sollten jedoch darauf achten, nur torffreie Aussaaterden zu kaufen!

Wer schon sehnsüchtig auf die ersten Farbtupfer auf der Fensterbank oder Vitaminspender aus dem Garten wartet, kann Blüten- und Gemüsepflanzen vorziehen: Im warmen Zimmer ausgesät, wachsen die Pflanzen schnell an und können, sobald die Temperaturen es erlauben, als Jungpflanzen ins Freie gesetzt werden, während andere erst zu keimen beginnen.

Warum kein Torf?
Der Torf zur Herstellung von Blumen- oder Aussaaterden wird aus Mooren gewonnen. Das sind extrem sensible und schützenswerte Lebensräume, die sich vom Ende der letzten Eiszeit bis zur Gegenwart entwickelt haben - das sind ca. 10.000 Jahre! In Hochmooren leben Tier- und Pflanzenarten, die nur in diesem speziellen Lebensraum existieren können - auch solche, die von der letzten Eiszeit "zurückgelassen" wurden (Eiszeitrelikte).
Durch den Kauf von Torferden tragen wir indirekt zur Zerstörung dieses einzigartigen Lebensraums bei. Mit dem Bagger werden in wenigen Stunden Moorflächen zerstört, die tausende Jahre zum Wachsen gebraucht haben! Heutzutage wird Torf v.a. in Osteuropa und Nordamerika gewonnen. Der Konsum von Torferden ist also auch im Sinne des Klimaschutzes (Transportwege) nicht sinnvoll! Abgesehen davon sind funktionierende Moore ein wichtiger CO2-Speicher.

Alternativen zum Torf: Einfach selbstgemacht!
Aussaat- und Anzuchterden können einfach und billig selbst hergestellt werden! Vollständig ausgereiften Kompost fein absieben und im Verhältnis 1:9 mit Sand mischen. Komposterde bezeichnet man als "reif", wenn darauf ausgesäte Kresse nach 5-7 Tagen problemlos aufgegangen ist.
Für Blumenerde hingegen vermischt man reifen Kompost, Sand und Gartenerde in gleichen Anteilen.
Torffreie Erden sind auch im Fachhandel erhältlich. Sie sind mit dem österreichischen Umweltzeichen bzw. mit der Aufschrift "torffrei" gekennzeichnet.

Tipps für die Aussaat
HobbygärtnerInnen sollten bedenken, dass spezielle Aussaaterden für die Anzucht notwendig sind. Jungpflanzen und Sämlinge reagieren nämlich sehr empfindlich auf Düngesalze, welche in herkömmlichen käuflichen Erden oder in nicht ausgereiftem Kompost enthalten sind.

Werden Aussaatschalen mehrmals verwendet, sollten diese am besten mit heißem Essigwasser ausgespült werden, um Krankheitserreger abzutöten. Zarte Keimlinge sind nämlich anfällig für die "Umfallkrankheit". Mit dem Gießen von verdünnter Schachtelhalmbrühe beugt man dieser Erkrankung ebenfalls vor. Die Keimlinge an einen möglichst hellen, jedoch vor praller Sonne geschützten Ort stellen! Zu viel Wärme schadet den Pflanzen - sie verlieren den kompakten Wuchs und werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Am besten mit weichem, angewärmten Wasser gießen.

Quelle: die umweltberatung

 

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