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Beim Kauf exotischer Pflanzen auf Schädlinge achten

Eingeschleppte Schädlinge können zur Gefahr für heimische Flora werden.

02.05.2009

Zum Muttertag floriert der Verkauf exotischer Pflanzen. Der weltweite Handel mit Pflanzen birgt aber manche Probleme: Den Kunden ist meist nicht bewusst, welche Reise Topfpflanzen, Sträucher oder Bäume bereits hinter sich haben, geschweige, dass sie auch gefährliche Pflanzenkrankheiten und Schädlinge beherbergen können. Diese Schadorganismen sind nicht oder nur sehr schwer zu bekämpfen. Sie schädigen nicht nur die betroffenen Pflanzen, sondern können sich unter geeigneten Bedingungen auch zur Gefahr für die Landwirtschaft oder Wälder entwickeln.

Daher sollte beim Kauf auf einige wesentliche Punkte geachtet werden:

Bei Laubbäumen (auch Bonsai) könnte ein Bohrloch am Übergang zwischen Stamm und Wurzel ein Hinweis für einen gefährlichen Käfer, den Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis), sein. Dieser Käfer stammt ursprünglich aus Asien. Obwohl er in seiner Heimat vor allem Zitrusbäume befällt, richtet er auch an zahlreichen anderen Laubbäumen erhebliche Schäden an, darunter Ahorn, Platane, Birke, Hainbuche, Buche, Ulme sowie Apfel, Zwetschke, Kirsche und Rose. Der Citrusbockkäfer kann mit Bonsaipflanzen, Laubbäumen (besonders Fächerahorn) oder durch Transportkisten eingeschleppt werden. Mögliche Wirtspflanzen sollten daher regelmäßig auf Bohrspäne, Ausflugslöcher und Käfer kontrolliert werden.

Vertrocknete Triebe, Blattknospen, abgestorbene Blattteile bzw. Blattflecken bei Sträuchern (z. B. Rhododendren) könnten auf eine besonders gefährliche Pilzerkrankung durch Phytophthora ramorum hinweisen. Der Krankheitserreger ruft drei verschiedene Schadsymptome hervor: Blattflecken, Triebsterben und Kambiumnekrosen. Dabei handelt es sich um dunkle Verfärbungen der Rinde ("Teerflecken"), aus denen häufig dunkel gefärbter Schleim austritt. Hebt man die Rinde ab, ist das darunter liegende Gewebe rotbraun bis schwarzbraun verfärbt. Die Blattflecken sind meist braun bis schwarz verfärbt und scharf vom gesunden Blattgewebe abgegrenzt. Beim Triebsterben verfärben sich die erkrankten Triebe zunächst dunkelbraun und werden dann schwarzbraun.

Silbrig glänzend aussehende Blätter bei Topfpflanzen (z. B. Orchideen) könnten ein Zeichen für ein gefährliches Schadinsekt, Thrips palmi, sein. Dieses kleine Insekt wandert, da es sehr mobil ist, leicht auf andere Pflanzen über. In Gewächshäusern könnte es dann schwere Schäden an Gemüse und Zierpflanzen anrichten, da es bereits unempfindlich gegen viele Pestizide geworden ist.

Klopfgeräusche, aber auch Ausbohrlöcher und Bohrmehl bei Palmen können auf einen bedrohlichen Käfer, den indomalaiischen Palmenrüssler (Rhynchophorus ferrugineus); hinweisen. Dieser Käfer, der ursprünglich aus Südostasien stammt, wurde bereits 1994 nach Spanien eingeschleppt. Inzwischen tritt er auch in Italien, Frankreich, Malta, Zypern, Portugal und Griechenland auf. Als Wirtspflanzen dienen eine Reihe von Palmen, welche auch in unseren Breiten als Kübelpflanzen in Freiland und Wintergarten anzutreffen sind.

Quelle: AGES, ots

 

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