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Nützlinge im Garten als Hilfe gegen Blattläuse

Florfliegen, Schwebfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer und Schlupfwespen fallen gnadenlos über die Läuse her.

10.05.2007

Bildquelle: die umweltberatung
Wenn’s überall grünt und blüht, sind sie unweigerlich mit dabei: die Blattläuse. Verzweifelte Versuche, den Läusen mit Gift beizukommen, helfen nicht, denn: "Der oft herbei gewünschte Garten ohne Läuse existiert nicht. Kein Gift und auch kein natürliches Mittel schaffen es, Gärten auf Dauer blattlausfrei zu halten. Ein naturnaher Garten hat den Vorteil, dass die Nützlinge den Schädlingen an den Kragen gehen und dabei keine giftigen Substanzen in die Nahrungskette gelangen", erklärt DI Ingrid Tributsch von "die umweltberatung".

Möglichst zeitig "entlausen"

Gesunde und kräftige Pflanzen am richtigen Standort überstehen den Blattlausbefall normalerweise ohne langfristigen Schaden. Jungpflanzen oder geschwächte Pflanzen brauchen manchmal Hilfe von Menschenhand. "Am wirksamsten hilft es, möglichst zeitig im Jahr nach den ersten Läusen zu suchen und sie zu entfernen. Denn eine so genannte Blattlaus-Stammmutter bringt Millionen von Nachkommen mit sich", rät Ingrid Tributsch. Belagern die Läuse bereits in großer Zahl Triebe und Blätter, ist der Griff zum Gartenschlauch zu empfehlen: Die Läuse werden mit dem Wasserstrahl abgespült, dieser Vorgang sollte mehrmals wiederholt werden. Auch das Besprühen mit Brühen, z.B. aus Zwiebelschalen, Kartoffelschalen, oder Brennnesseln hilft.

150 auf einen Streich

Reich strukturierte, giftfreie Gärten mit vielfältiger Pflanzenwelt bieten beste Voraussetzungen für eine artenreiche Tierwelt. Nehmen die Blattläuse überhand, stellen sich verschiedene Nützlinge ein, für die die Läuse ein willkommener Leckerbissen sind. Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen gehen den Lästlingen an den Kragen. Schwebfliegenlarvenkriechen über die Blätter. Sie heben jede Blattlaus, die sie finden, in die Höhe und saugen sie aus. Sie sind die am leichtesten zu entdeckenden Blattlausjäger, weil sie langsam und auch tagsüber unterwegs sind. Die erwachsenen Schwebfliegen sind wespenähnlich gefärbt, können im Flug stehend in der Luft verharren und brauchen Nektar und Pollen von Wildkräutern und naturnahen Blumenwiesen als Nahrung. Marienkäfer und Marienkäferlarven sind bekannte Blattlausvertilger. Sie können je nach Art unterschiedlich gefärbt und gepunktet sein. Ein erwachsener Siebenpunktmarienkäfer kann pro Tag durchschnittlich 150 Blattläuse fressen!

Florfliegenlarven sind weniger leicht zu entdecken, weil sie klein und meist in der Dämmerung aktiv sind. Eine Florfliegenlarve kann bis zu 50 Blattläuse am Tag fressen. Diese Larven werden als die "Feuerwehr im Pflanzenschutz" bezeichnet, weil sie neben Blattläusen auch Spinnmilben, Thripse, Raupen und Zikaden vertilgen. Die erwachsenen Florfliegen brauchen naturnahe Wiesen und Wildkrautsäume sowie frostfreie Schlupfwinkel zum Überwintern. Florfliegenlarven können bei Nützlingszuchtbetrieben gekauft und auf den befallenen Pflanzen ausgesetzt werden - Adressen der Betriebe liegen bei "die umweltberatung" auf.

Giftfrei Gärtnern für die Tierwelt und die eigene Gesundheit

Die meisten Mittel gegen Blattläuse enthalten Pyrethrum oder Pyrethroide. Das sind Nervengifte, die in hohen Dosen auch beim Menschen zu Vergiftungen führen können. Weiters werden durch Insektizide auch viele nützliche Tiere direkt oder indirekt über die Nahrungskette getötet. "Naturnahes Gärtnern schont die Umwelt und unsere Gesundheit. Fördern Sie die Nützlinge durch eine vielfältige Gartenstruktur, dann haben Sie bei Schädlingsbefall wichtige Verbündete", empfiehlt Umweltberaterin Ingrid Tributsch. Auch Ohrwürmer und Schlupfwespen helfen, die Zahl der Blattläuse zu verringern.

Die Broschüre "Naturnische Hausgarten" stellt Nützlinge, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten mit farbigen Bildern vor und enthält die Adressen von Nützlingszuchtbetrieben sowie viele leicht umsetzbare Tipps zum naturnahen Gärtnern. Das Infoblatt "Ein Haus für Nützlinge im Garten" zeigt, wie mit einfachen Mitteln kleine Häuschen gebaut werden, die Nützlinge beim Besiedeln des Gartens unterstützen. Broschüre und Infoblatt sind auf der Website www.umweltberatung.atkostenlos downloadbar.

Quelle: die umweltberatung


 

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